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Quartalsrückblick Vol. 01 – 2010: Januar – März

Quartalsrückblick Vol. 01 - 2010: Januar - MärzApril, April. Jaja, schon klar. Anstatt euch in diesen Stunden auch noch mit mäßig lustigen Sensations-Meldungen wie „Zlatko & Jürgen spielen bei den Libertines-Reunion-Gigs“ zu quälen, geben wir ein weiteres Mal dem inneren Drang eines jeden Musikverrückten nach und fassen kurz zusammen, was im ersten Quartal dieses Jahres neben humoristischen Preisverleihungen intern die Gemüter erregte.

Ziemlich geknickt blickte man am 13. Januar drein, als bestätigt wurde, dass Jay Reatard (wer mag, kann sich hier gern mit den letztjährigen Konzerteindrücken aus Köln vertraut machen) im Alter von gerade mal 29 Jahren verstorben ist und wohl seinem Lebensstil Tribut zollen musste. Einmal mehr eine tragische Geschichte, die dieses Geschäft so mit sich bringt; und das nur wenige Wochen nach dem – freilich unter ganz anderen Umständen zustanden gekommenen – Tod von Vic Chesnutt. Eine weitere, höchst traurige Meldung erreichte uns gut zwei Monate später, am 17. März: Alex Chilton, Kopf der nicht in Worte zu fassenden Big Star, verstarb mit 59 Jahren völlig unerwartet, nachdem er wenige Stunde zuvor über gesundheitliche Probleme klagend ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Es kann, auch wenn ihr das sicher längst wisst, nur noch mal ausdrücklich empfohlen werden, sich mit dem Kulturgut, das diese Band in Form von drei Alben in den 70ern hinterlassen hat, auseinanderzusetzen.

Wie gewohnt hat sich die AUFTOUREN-Redaktion auch in den letzten drei Monaten wieder durch eine nicht mehr nachzuverfolgende Anzahl von Platten gekämpft – das Silvester-Musikorakel dabei stets im Hinterkopf. Während vor allem Vampire Weekend, Surfer Blood, The Drums oder The Soft Pack für durchaus geteilte Meinungen sorgten, war man sich im Falle von Joanna Newsom oder The Knife doch mehrheitlich einig, dass die hohen Erwartungen nicht vollends erfüllt werden konnten.

Ziemlich übereinstimmend diskutierte man auch an anderer Stelle: Mit Pantha Du Prince, Four Tet oder Lindstrøm & Christabelle konnte der Elektrosektor zu Beginn des Jahres ein gewisses Übergewicht verbuchen, das die Vertreter der Indie- und Pubrockabteilung mit Hilfe von Titus Andronicus, Los Campesinos! (die nebenbei für unser bisheriges Konzerthighlight gesorgt haben!), Frightened Rabbit oder Spoon aber wieder auffangen konnten.

Außerdem waren große Teile der Redaktion voll des Lobes für die Avantgarde-Postpunker These New Puritans, den schrägen Gonjasufi, Altmeister Gil Scott-Heron, die im Untergrund von Los Angeles wühlenden Liars, songstrukturiertere Efterklang, Owen Pallett und seine Streicher, den einfach nicht kaputt zu bekommenden Jamie Stewart aka Xiu Xiu und – ein wenig überraschend– Gigis farbenfrohe Popsongs.

Des Weiteren gaben The Dillinger Escape Plan ein nicht zu übersehendes Ausrufezeichen aus der Hardcore-Szene ab, das nicht nur der Visions imponierte, während – Vorsicht, 180-Grad-Drehung – Janelle Monae vorerst die Zukunftsfähigkeit des R’n’B gerettet haben könnte. Zudem steht der Dreampop nicht zuletzt durch das Sub-Pop-Debüt von Beach House im Fokus zahlreicher Berichterstattungen, sodass auch die Urväter Galaxie 500 über plötzlichen Medienrummel klagen dürften. Ohne zu zögern durchgewunken wurden mit The Tallest Man On Earth, Midlake oder Emit Bloch darüber hinaus einige Vertreter des in den letzten Jahren durchweg präsenten traditionellen Folks.

Wie ihr seht, kommt einiges zusammen, dabei wurden hoffnungsvolle Künstler und Bands wie Here We Go Magic (das obige, inoffizielle Video sollten sie direkt übernehmen!), Yellow Swans, Double Dagger, The School (werden das womöglich die diesjährigen Pains Of Being Of Being Pure At Heart?) Oh No Ono etc. aus unterschiedlichsten Gründen noch gar nicht erwähnt, aber das soll und wird sich in den kommenden Wochen ändern, versprochen!

Das sind die Quartalsfavoriten der AUFTOUREN-Redaktion:

Bastian Heider

Xiu Xiu – Dear God, I Hate Myself
Beach House – Teen Dream
Gigi – Maintenant
Frightened Rabbit – The Winter Of Mixed Drinks
Alcoholic Faith Mission – Let This Be The Last Night We Care

Björn Bischoff

Joanna Newsom – Have One On Me
Erykah Badu – New Amerykah Pt. 2 (Return Of The Ankh)
Aufgang – Aufgang
Galactic – Ya-ka-may
Souljazz Orchestra – Rising Sun

Felix Lammert-Siepmann

Tocotronic – Schall und Wahn
Beach House – Teen Dream
Xiu Xiu – Dear God I Hate Myself
Holly Miranda – The Magician’s Private Library
Natural Snow Buildings – The Centauri Agent

Lennart Thiem

Pantha Du Prince – Black Noise
Midlake – The Courage Of Others
Gigi – Maintentenant
Lindstrøm & Christabelle – Real Life Is No Cool
The Go Find – Everybody Knows It’s Gonna Happen Only Not Tonight

Markus Wiludda

Pantha Du Prince – Black Noise
Xiu Xiu – Dear God I Hate Myself
Gonjasufi – A Sufi And A Killer
Efterklang – Magic Chairs
Declaime & Georgia Anne Muldrow – SomeOthaShip

Pascal Weiß

Titus Andronicus – The Monitor
Spoon – Transferernce
Los Campesinos! – Romance Is Boring
These New Puritans – Hidden
Liars – Sisterworld

Philip Fassing

Pantha Du Prince – Black Noise
Tevo Howard – Crystal Republic
Scuba – Triangulation
Xiu Xiu – Dear God I Hate Myself
Yellow Swans – Going Places

Uli Eulenbruch

These New Puritans – Hidden
Los Campesinos! – Romance Is Boring
The Dillinger Escape Plan – Option Paralysis
Lindstrøm & Christabelle – Real Life Is No Cool
Shining – Blackjazz


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  1. [...] und vor allem nebligen Inszenierung von „Hidden“, das sich längst zu einem unserer Quartalsfavoriten gemausert hat, [...]

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