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Vampire Weekend geben Contra!

Vampire Weekend geben Contra!

Das Getöse um Vampire Weekend infolge der Veröffentlichung ihres Debüts im Januar 2008 war gewaltig. Die Verkaufszahlen konnten sich sehen lassen, Ezra Koenig zierte viele der bunten Magazine, selbst für den ansonsten so unaufgeschlossenen Radiosender 1LIVE waren die Songs eingängig genug – bei den CampusRadios liefen diese Jungs sowieso wund. Die Leute in den Clubs tanz(t)en ausgelassen zu Whigfield und “A Punk“, sogar die Kritiker bildeten eine Einheit, fast die gesamten “Meinungsführer” in den USA zogen an einem Strang. Aber warum nur?

Was genau soll an dieser Band so außerordentlich einzigartig sein? Ihre Live-Qualitäten können es jedenfalls nicht sein, so viel steht wohl fest. Auch das Einbetten afrikanischer Rhythmen in den Indiepop-Kontext war zu dem Zeitpunkt ihres Debüts längst nichts Neues mehr, nur tauchten Vampire Weekend, wie man so schön sagt, just zum rechten Zeitpunkt auf, um erste Erfolge von Gang Gang Dance, Dirty Projectors, Animal Collective, TV On The Radio oder kurz zuvor Yeasayer für sich zu nutzen, und ihnen ein poppiges New-Wave Krönchen aufzusetzen, denn das zieht ja seit unzähligen Jahren bekanntlich am Besten. Wie auch immer, dass daraus einige durchaus charmante, tanzbare  Songs entstanden sind, nunja, dem soll an dieser Stelle gar nicht widersprochen werden, der riesige Hype allerdings bleibt für viele eine nicht nachvollziehbare Lachnummer.

Am Freitag steht mit “Contra” Album No.2 in den Läden und die Diskussionen werden wieder von vorne beginnen, auch das dürfte als sicher gelten. Seit wenigen Stunden gibt es das komplette Werk an dieser Stelle als Stream, also haltet euch ran und entscheidet selbst: Heißer Scheiß oder doch eher lauwarme Milch mit Honig?

9 Kommentare zu “Vampire Weekend geben Contra!”

  1. Finde, dass mit dem Erfolg ist nicht unbedingt ein Argument, was gegen diese Platte steht. So Hits wie “A-Punk” höre ich immer noch gerne, “Mansard Roof” und “Kwassa Kwassa” sind auch einfach nette Musik. Klar, dass da dann schnell ein Konsens zustande kommt. Fand das Album auch nicht überragend, aber zumindest sehr anständig. Es gibt wahrlich Ärgerlicheres, kein Grund so so zu echauffieren…

  2. Pascal Weiß sagt:

    So Hits wie “A-Punk” höre ich immer noch gerne, “Mansard Roof” und “Kwassa Kwassa” sind auch einfach nette Musik.

    Deswegen ja auch folgender Satz:

    Wie auch immer, dass daraus einige durchaus charmante, tanzbare Songs entstanden sind, nunja, dem soll an dieser Stelle gar nicht widersprochen werden

    Einige nette Songs, darauf können wir uns gerne einigen, manche davon allerdings ohne die ganz lange Halbwertszeit, ja, mehr aber auch nicht. Ein derartiger und vor allem lang anhaltender Hype, unter Hörern und Kritikern, verwundert mich trotzdem, mehr wollte ich ja gar nicht sagen. Und der erste Durchlauf des neuen Albums stützt meine These;)

  3. Michael sagt:

    ich kann den hype auch nicht nachvollziehen. habe mich vor zwei jahren anstecken lassen, aber bis auf “i stand corrected” hatte die scheibe nichts bleibendes zu bieten. bei “contra” werde ich sicher nicht mit von der partie sein – langweilig und nervtötend! :-)

  4. Philipp Roeglin sagt:

    Es gehört zum natürlichen Rhythmus der Popkultur das ein Musik-Trend der die letzten 2-3 Jahre ein Schattendasein im Independent-Lager verbracht hat von einer einzelnen Band scheinbar mühelos und überraschend plötzlich in den Mainstream getragen wird. Eigentlich nichts dagegen einzuwenden. Enttäuschend daran ist nur die Tatsache das diese Bands immer weiß, jung und verdächtig gut gekleidet sind und sie den jeweiligen Musikstil um nahezu alle Ecken und Kanten entschlackt haben. Den gleichen Blogpost hätte man mit leicht verändertem Wortlaut (gelangweilte Vortragsweise, minimalistische Instrumentierung) auch über The XX schreiben können.

  5. Pascal Weiß sagt:

    @Philipp Roeglin:

    Sehr schöne Wortwahl, die greife ich gern auf;) Komplett dito, was Schattendasein, den Übergang in den Mainstream und insbesondere die Entschlackung angeht. Mich wundert halt nur, dass eben zumeist auch diejenigen, die vorher die Schattendaseins-Bands verehrt haben, also gerade nicht aus dem Mainstream kommen, langfristig auf die entschlackte Version stehen.

    @Michael:

    Auch hier: dito! Konnte mich über den Gute-Laune-Faktor der ersten beiden Singles freuen, aber das ganze Album war dann doch recht schnell ziemlich mau.

    Aber wie Markus schon sagte: Es gibt sicherlich noch deutlich größere Ärgernisse, klar!

  6. Uli sagt:

    Ich glaub ich hab die Platte unterschätzt, gefällt mir mit jedem Hören besser. Der andere Sound (komprimiert/verzerrt statt der Sauber-/Klarheit des Debüts) war anfangs ungewohnt, aber da stecken echt schöne, komplexere Ideen drin, statt in den Vordergrundmelodien finden sich die Highlights nun im Hintergrund und in der Rhythmussektion.

  7. Markus sagt:

    ja doch, geht klar. nettes popalbum!

  8. [...] Platten gekämpft – das Silvester-Musikorakel dabei stets im Hinterkopf. Während vor allem Vampire Weekend, Surfer Blood, The Drums oder The Soft Pack für durchaus geteilte Meinungen sorgten, war man sich [...]

  9. [...] schafften mit ihrem – bei uns allerdings eher etwas kritisch beäugten – Zweitwerk „Contra“ zu Beginn des Jahres sogar den Sprung an die Spitze der Charts (124000). Ja, selbst das [...]

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