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AUFTOUREN 2015 – Das Jahr in Tönen

Wer sich schon lange sicher ist, das AUFTOUREN-Album des Jahres 2015 zu kennen, irrt wahrscheinlich. Denn bis zuletzt war es derart eng an der Spitze, dass eine Entscheidung per Münzwurf kaum unfair gewesen wäre.

Kein Wunder: 2015 hatte eine Unmenge an Großwerken, Kleinodien, starken Genrestücken und abenteuerlichem Freistil zu bieten. Selbstverständlich sind diese mit einer Konsensliste von 50 Favoriten längt nicht alle zu erfassen, daher werden wir euch in den kommenden Tagen wie immer noch mehr Auswahl in Form unserer Einzellisten, den EPs des Jahres und der Geheimen Beute liefern. Doch nun erst mal die großen, die 50, die Auftouren-Highlights des Jahres:


50

Fantasma

Free Love

[Soundway]

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Von Petite Noir und OkMalumKoolKat über Gqom, Shangaan Electro, Bacardi House und die digitale Avantgarde von Angel-Ho und Mhysa bis zu Bands wie BLK JKS oder John Wizards, zwischen Johannesburg und Kapstadt scheint es ein kreatives Potential und einen Hunger nach neuen Ausdrucksformen zu geben wie nirgendwo sonst. Auf Albumformat lässt sich das oft nur schwer einfangen, aber es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis eine südafrikanische Supergroup wie Fantasma um Spoek Mathambo und DJ Spoko zusammenfand. Das Debüt des Quartetts ist ein warmer Brückenschlag von Tradition zu Moderne, hier können polyrhythmisch ekstatische Beats in einem Song in knarzige Gitarren übergehen, wird Groove mal in House-Tiefen, Rap oder als Fundament für sanft gepfiffene Melodien gelegt, ohne dass es verworren würde. (Uli Eulenbruch)


49

DJ Sotofett

Drippin‘ For A Tripp (Tripp-A-Dubb-Mix)

[Honest Jon’s]

Das Album des verschmitzten Norwegers entzieht sich gebräuchlichen Bereichen: Zu verspult für Pop und oft auch den Floor ist „Drippin‘ For A Tripp (Tripp-A-Dubb-Mix)“, mit allerlei analogen Störgeräuschen ist es obendrein auch eher unangenehm als Kopfhöreralbum. Ein derart einbrötlerisches Abschotten von der Umwelt würde schließlich dem gemeinschaftlichen Freigeist zuwider laufen, mit dem Sotofett unter anderem mit dem Frankfurter Phillip Lauer, dem Finnen Jakko Ein Kalevi oder Château Flights Gilbert Cohen kollaborierte. „Ungezwungen“ lautet die Devise, in improvisatorischem Geist laufen sonnige Gitarrenjams und spacig-psychedelische Synths durch Sotofetts lockere Drums, die sich aber auch vertieften Perkussions-Workouts widmen oder mit hypnotischem Afro-House daherkommen. Ein Album, über das man am besten gemeinsam mit anderen staunen kann. (Uli Eulenbruch)

48

Dawn Richard

Blackheart

[Our Dawn]

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Jenseits von R&B-Trends und überhaupt stilistischer Klassifizierung führt die Amerikanerin ihre Albumtrilogie mit wachsender Ambitioniertheit fort. War „Goldenheart“ neben seiner ambienten Luftigkeit noch stark auf die metapherngeladenen Texte fokussiert, lockert „Blackheart“ Songstrukturen und Vocal-Dynamiken bis an den Rand des Zerfalls, dass die gesungenen Worte zu raumfüllender Ambienz werden. Allein schon das traumhafte „Calypso“ mit seinen Alien-Breakbeat-Blubberblasen ist kühner und origineller als der Großteil sämtlicher Musik dieses Jahrgangs, aber nur die Eröffnung der Beat-Reise von „Blackheart“, das trotz aller Pop-Affinität als sequentielles Gesamtwerk konzipiert ist. Ein unverhohlen melodisch-bombastischer Song wie „Phoenix“ würde Seite an Seite mit den IDM-Affinitäten von „Swim Free“ deplatziert wirken – was „Blackheart“ auszeichnet, ist nicht zuletzt der rote Faden, den Richard zwischen den beiden zu spinnen vermag. (Uli Eulenbruch)


47

Myrkur

M

[Relapse]

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Neben den Diskussionen über Amalie Bruuns wundersame Verwandlung vom Indiepop zu einer der weiblichen Stimmen des Black Metal lieferte auch ihr Debütalbum selbst mehr als genug Stoff zur Diskussion. Doch „M“ ist hier ein erstaunlicher Spagat gelungen: Die kitschigen bis stereotypischen Elemente aus Elfenzauber und sonstiger nordeuropäischer Mystik, die durchaus auffällig platziert sind und den Hörer geradezu dazu auffordern, sich an ihnen zu reiben, werden durch unnachahmlich kraftvolle Ausbrüche mit einem Wimpernschlag zerschmettert. Zwar trägt das Produktionsteam um Ulvers Garm einen gewissen Verdienst an der überirdischen Wirkung von „M“, Bruuns Anteil jedoch zu unterschätzen wäre fatal. „M“ lebt von ihrer Explosivität, ihrer raumfüllenden Präsenz und letztlich auch ihrem Hang zu einem latent poppigen Songwriting. (Felix Lammert-Siepmann )


46

U.S. Girls

Half Free

[4ad / Beggars]

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Als Meghan Remy mit „Introducing…“ 2008 ihren Einstand gab, waren Lo-Fi und Hypnagogik die Ästhetik der Stunde und das Label Siltbreeze, das ihr krudes Homerecording-Pop-Debüt veröffentlichte, gerade erst durch den Erfolg von Times New Viking reaktiviert worden. Über die Jahre hat die Kanadierin ihren Ansatz und Sound stetig verfeinert, im Gegensatz zu damaligen Kontemporären wie Zola Jesus aber nicht rundpoliert. Selbst im Hintergrund des eingängig-dubbigen „Damn That Valley“ loopt ein unbequemer Zweiton-Streichersprung, der die verstörende Grundstimmung noch intensiviert, die auch inhaltliche Konstante eines höchst gesellschaftspolitischen Albums ist. Remy erzählt von Zwängen und Ängsten, denen sich die Frauen in ihren Songs ausgesetzt sehen, während sie musikalisch ebenso charaktervoll mal eine Disco-Lounge und anderswo einen Psych-Rock-Freakout zum Leben erweckt. (Uli Eulenbruch)


45

The Decemberists

What A Terrible World, What A Beautiful World

[Rough Trade / Beggars]

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Sie sind Könige des folkinfizierten Indierock. Zuletzt eher nah am originären amerikanischen Country, strotzen sie auf „What A Terrible World, What A Beautiful World“ nur so vor Vielfältigkeit. Vom starken, selbstironischen „The Singer Adresses His Audience“ über das ungestüme „Cavalry Captain“ hin zu den leisen „Carolina Low“ und kritischen „12/17/12“ spannt sich weniger ein erzählerischer roter Faden, eher bindet die Band den viel bemühten Blumenstrauß an Möglichkeiten und schafft auf ihrem neuen Album einen erlesenen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens, der ein konventionelles Best-Of-Album überflüssig erscheinen lässt. (Carl Ackfeld)


44

Audio88 & Yassin

Normaler Samt

[Heart Working Class ]

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Normal ist hier eher wenig. Bei aller vorgetragenen Lässigkeit merkt man „Normaler Samt“ oft an, dass Audio88 und Yassin in den letzten Jahren verdammt viel Arbeit in ihr zweites Studioalbum gesteckt haben und neben einer ausgefeilteren Produktion auch textlich sehr weit gekommen sind auf ihrer ‚intensiven Suche nach der besten Beleidigung‘ („Das Orakel von Delfi“). Besonders an der eigenen oder potentiellen Anhängerschaft arbeiten sich die beiden mit einer behaglichen Verve ab. Dabei sprechen sie bittere Wahrheiten so geschliffen aus, dass es kein Entkommen aus dem Flow gibt. Die charmante, aber schonungslos zynisch vorgetragene Dagegen-Haltung wird aber immer wieder geschickt von kleinen Gesten der Zuneigung ergänzt, die entscheidend dazu beitragen, dass „Normaler Samt“ ein im besten Sinne des Wortes kumpelhaftes Album geworden ist. (Felix Lammert-Siepmann)


43

Royal Headache

High 

[What’s Your Rupture? ]

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Royal Headache habe ich überhaupt erst über diese Seite kennen, nein, lieben gelernt. Ihre aufgedrehte Vermischung aus Motown und Punkrock ist nicht nur wegen der unglaublichen Stimme von Shogun ein absolutes Highlight des an musikalischen Hochkarätern nicht armen fünften Kontinents. „High“ ist ihr zweites Album und ihm sind einige bandinterne Querelen und Auflösungsgerüchte vorausgegangen – wir können uns glücklich schätzen, dass diese vorerst Vergangenheit sind. (Mark-Oliver Schröder)


42

Natalie Prass

Natalie Prass

[Caroline]

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Sucht man nach dem hinreißendsten altmodischen Album dieses Jahres, landet man unweigerlich bei Natalie Prass und ihrem Debüt. Mit mädchenhaftem Sopran erweist sie ihrer eigenen Version des American Songbook alle Ehre und entwickelt dabei einen Sound, der zu gleichen Teilen historisch gereift und behutsam erneuert erscheint. Während das eröffnende „My Baby Don’t Understand Me“ deutlich die raffinierte soulige Sprache ihres Mentors Matthew E. White trägt, wagt sich Prass auch an leichte Easy-Listening-Capricen wie das unbeschwerte „Christy“ heran und macht sogar vor disneyfiziertem Kammerpop im abschließenden „Is It You“ nicht halt. (Carl Ackfeld)


41

Fatoni & Dexter

Yo, Picasso

[WSP Records]

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Fatoni hat aus den Fehlern seiner Vorbilder gelernt: Wenn deine rappenden Jugendhelden irgendwann ihr Nationalbewusstsein entdecken oder „erwachsen“ werden und deshalb pathetische Poesiealbum-Sprüche vertonen, musst du dir eben ein anderes Vorbild suchen. Deshalb erklärt sich der Münchner MC zu Beginn von „Yo, Picasso“ zum „Benjamin Button“ des Rap, der nicht älter wird, dafür aber „langsam perfekt“. Nicht nur bei der Analyse der deutschen Raplandschaft, auch im Alltag beweist Fatoni eine feine Beobachtungsgabe, mit deren Hilfe er manchmal lustige, häufiger aber traurige oder gar zynische Texte schreibt. Diese unterlegt Dexter mit abwechslungsreichen Instrumentals, die die Stimmungen der Texte aufgreifen und musikalisch umsetzen, und festigt damit seinen Ruf als talentiertester Beatbastler Deutschlands. (Daniel Welsch)



40

FKA twigs

M3LL155X EP

[Young Turks / XL / Beggars ]

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Tahliah Barnett treibt nicht nur das Gesamtkunstwerk FKA twigs auf der Bühne und in Videoform weiter, sie beweist erneut, wie viel Ausdruckskraft sich in weniger als 20 Minuten Musik stecken lässt. Ihre diesjährige EP streckt sich sogar weiter als ihr Debütalbum, geht bassiger in die Tiefen, lässt die Drum-Pads nervös rumzucken oder verdichtet sich in kathartisch-industrieller Verzerrung, um dann wieder in sinnliche Schwebezustände zurückzupendeln. Auf „M3LL155X“ sind Eros und Thanatos immer in Sichtweite voneinander. (Uli Eulenbruch)


39

Roomful Of Teeth

Render

[New Amsterdam]

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Auch wenn das New Yorker Label schon länger existiert, hatte New Amsterdam Records ein wahres Durchbruchsjahr. Während die Werke von Missy Mazzoli und Sarah Kirkland Snider letztlich die Einzelvisionen ihrer Komponistinnen ausdrückten, ist das zweite Album des Vocal-Ensembles Roomful Of Teeth wohl die beste Verkörperung des Gemeinschaftsgeistes in der jungen Klassikszene. Von unterschiedlichen KomponistInnen (unter anderem Mazzoli) entworfen, ist „Render“ fantasievolle Stimmenmusik, die das Oktett zu minimaler Perkussion oder meist, wie im flatternden „High Done No Why“ und dem schwelend-ehrfurchtgebietenden „Beneath“, zutiefst eindringlich rein a cappella ausbreitet – mit effektvoller Dronemusik, der sie gelegentlich ähnelt, kann die Bündelung dieser resonanten Gesangsorgane allemal mithalten. (Uli Eulenbruch)


38

DJ Koze

DJ-Kicks

[!K7]

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Spätestens in den letzten Sekunden von Boards Of Canadas Remix zu „Dead Dogs Two“ von cLOUDDEAD, wenn nicht eh schon nach Betrachten des Covers, wird klar: Dies ist der Nachfolger für Sgt. Peppers. Oder so ähnlich. Wieder Sommer, nur nicht 67, sondern 15. In Wirklichkeit handelt es sich freilich um ein derart liebevoll zusammengestelltes Mixtape, das selbst in unnötig schwülen und stressigen Tagen für Schweben und Augenzwinkern sorgt. Von Freddie Gibbs & Madlib bis Portables „Surrender“ (der Übersong auf dieser Compilation!) findet DJ Koze einen beachtlich nachvollziehbaren Weg, der selbst einen William Shatner nicht ausschließt. Passt alles nicht zusammen? Und ob! (Pascal Weiß)


37

Beach Slang

The Things We Do To Find People Who Feel Like Us

[Big Scary Monsters ]

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Letztes Jahr noch (Doppel-)Gewinner in unserer „Geheimen Beute“ und dieses Jahr nicht mal eine Rezension! Asche auf unser – nein, mein Haupt, lag die Aufgabe doch in meinen Händen. Glücklicherweise hat „The Things We Do To Find People Who Feel Like Us“ intern genug LiebhaberInnen gefunden, um es in unsere Jahrescharts zu schaffen und soll noch eine Würdigung zu erfahren. Diese haben Beach Slang nämlich verdient: Ihr Debütalbum ist ein mitreißendes Stück Rockmusik mit streckenweise entwaffnenden Texten, die Zeilen enthalten wie „The punks are wired and these records feel tough. It’s loud and wild, but, I swear, it feels soft.“ Ich glaube, diesen Umstand hat jeder schon mal ähnlich erlebt. Musik die man liebt, fühlt sich einfach „weich“ an, egal wie krass sie auch sein mag oder wie Außenstehende sie wahrnehmen. Die Musik von Beach Slang ist nicht krass, sondern einfach nur mitreißend und ich wage zu behaupten, dass sie damit vor ein paar Jahren steil durch die Decke gegangen wären. (Mark-Oliver Schröder)


36

Lower Dens

Escape From Evil

[Domino]

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Lower Dens sind eine jener Bands, für die das Spiel mit Klangwirkungen mindestens so wichtig ist wie das Songwriting. Ihr drittes Album betört mit vielen magischen Tonmomenten wie dem brodelnden Donnern im Hintergrund von „Electric Current“, dem Kontrast zwischen gleißender Synthlinie und raumeinnehmend voluminösem Bass von „Company“ oder
dem zugratternden Fade-In von „To Die In L.A.“, das aber letzlich noch mehr mit seinem schmerzhaft hymnischen Refrain-Aufschwung besticht. Wo Lower Dens‘ Melodien zuvor schon mal etwas unterentwickelt wirkten, sind sie wie auch die emotional fiebrige Stimme Jana Hunters mit der experimentierlustigen Produktion denkwürdig mitgewachsen. (Uli Eulenbruch)


35

Father John Misty

I Love You, Honeybear

[Sub Pop]

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Bei dem, was Josh Tillman alias Father John Misty bisher solo angepackt hatte, machte sich nicht selten das Gefühl bemerkbar, dass das gewisse Etwas fehlte. Gutes Handwerk, aber vielleicht doch etwas zu verbissen. „I Love You, Honeybear“ änderte diesen Status schlagartig. Mit sperrangelweit geöffneten Armen empfängt der Father seine Gemeinde und lässt die Welt an seinem sonnigen Gemüt teilhaben. Die Geschichten sprudeln nur so aus ihm heraus und seine beschwingte Interpretation von Barock-Pop ringt auch nachdenklichen Momenten – die sich gerade zum Ende des Albums hin häufen – noch ein Lächeln ab. Mit Stringenz und Unbeirrbarkeit stellt sich Tillman gegen den grauen Zeitgeist und gewinnt haushoch. (Felix Lammert-Siepmann)


34

Rangleklods 

Straitjacket

[Tambourhinoceros ]

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Die Zwangsjacke aus dem Titel ist definitiv nicht auf Rangleklods‘ Musik bezogen. Vielmehr deklinieren sich Esben Nørskov Andersen und Pernille Smith-Sivertsen kreuz und quer durch die zeitgenössische, elektronische Popmusik und biegen dabei mal Richtung Ambient-Dubstep à la Sekuoia oder Giraffage oder Trap, mal zu Prodigy-eskem Electro-Rock und dann wieder zu Caribou ab. Allen Songs voran stehen die erste Single „Lost U“, mit einem unfassbaren eingängigen Refrain, und „Broke“, das zum Post-R’n’B schielt und sich alle paar Takte neuerfindet. Rangleklods waren 2015 vielseitiger denn je und so up-to-date wie nur irgendwas. (Benedict Weskott)


33

Chelsea Wolfe 

Abyss 

[Sargent House ]

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In die tiefsten Tiefen begibt sich Chelsea Wolfe auf ihrem bisher wuchtigsten Album. Allein schon die mahlenden Maschinenmotive gleich zu Beginn erschüttern durch Mark und Bein und laden trotzdem dazu ein, der Sängerin in ihr dunkles Reich zu folgen. Auf berstende Stimmbandakrobatik folgt grollender Donner, auch vor subtiler, angsterzeugender Stille macht Wolfe nicht halt und lässt zum Beispiel auch in diesen ruhigen Momenten des zwiespältigen „Iron Moon“ keine Rast zu. Dann wieder schwingt sie sich als Königin der Nachtschatten empor und beherrscht mit ungeheurer Energie diese bleischwarze Unterweltsymphonie. Stetiges Pulsieren, drängendes Wabern: „Abyss“ inszeniert sich als organisches Konstrukt an der Schwelle zum Artifiziellen. (Carl Ackfeld)


32

Deerhunter

Fading Frontier

[4ad / Beggars]

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Bradford Cox lässt nicht nur im Albumtitel die Grenzen verschwinden, auch die neun neuen Stücke auf „Fading Frontiers“ wirken erfrischend grenzbefreit und reichen vom bittersüßen Pop bis hin zu unbeschwertem bis bedrückendem Indie-Rock, der sich im herausragenden „Breaker“ anschmiegsam und süffig wie selten präsentiert. Doch Cox kann auch anders und so gesellen sich angefunkter Primal-Scream-Psychpop, verrückt entrückte Nachtständchen und intime Nabelschauen hinzu, die dem Frontmann nicht nur in der Single „Snakeskin“ sichtbar alles abverlangen. Deerhunter sind auf das erste oder zweite Ohr nicht mehr so überragend wie bei ihrem Opus Magnum „Halcyon Digest“, doch reichen auf „Fading Frontiers“ nur wenige, aber umso prägnantere Momente, um sich erneut in der ersten AUFTOUREN-Liga zu halten. (Carl Ackfeld)


31

Oneohtrix Point Never

Garden Of Delete

[Warp]

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Nachdem die letzten Alben bereits wegbereitende Streiflichter zwischen intelligenter Elektronik und raumgreifenden Dronesplittern waren, scheint „Garden Of Delete“ aufgrund seiner Vielseitigkeit in einem deutlich zugänglicheren Licht. Sicher hat Daniel Lopatin auf seinem nunmehr siebten Soloalbum hier einen Pseudo-Pop-Ansatz gefunden, der von stilistischen Sprüngen in aller Herren Genres gekennzeichnet ist. Sicher könnte das zu einem chaotischen Wirrwarr werden und die zufällig aufblitzenden Einfälle sang- und klanglos verpuffen, ohne Wirkung zu erzielen. Doch „Garden Of Delete“ bezieht genau hieraus seine Sogwirkung, schließlich ertappt man sich dabei, jeder Idee zu folgen und erreicht spätestens bei der scheinheiligen Gitarrenfigur im gänzlich aus dem Ruder laufenden „Lift“ den Zustand kompletter Glückseligkeit. (Carl Ackfeld)



30

Erfolg

Erfolg

[Staatsakt]

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Johannes von Weizsäcker kennt man als Sänger der Londoner Experinentalpopband The Chap. Auf deutsch und mit Damenchor singen, das kann er allerdings auch. Erfolg nennt er sein Projekt, denn Logo, wenn man sich selbst Erfolg nennt, dann halt man nun mal auch immer Erfolg, wie auch gleich der Eröffnungssong des Albums verrät. Mit viel Leichtigkeit und einem wunderbaren Sprachgefühl, gepaart mit schlichter Lässigkeit ironisiert Weizsäcker so ziemlich alles zeitgenössische: angefangen mit der allgemeinen Annahme, dass heutzutage jedermann Erfolg haben kann, bis hin zu diesem Typen mit Brille, der sich auf jeder Party, jedem Konzert und jeder Kunstausstellung herumtreibt und überall gleichzeitig zu sein scheint. Erfolgs Erfolg besteht aus diesen grandios dadaistisch, rythmisch anspruchsvollen Sprachfragmenten, die mit unverschämt catchy Rythmen und Melodien unterlegt sind. Weizsäcker lügt nicht, er und sein Damenchor wissen anscheinend ganz genau, wie das mit dem Erfolg funktioniert. (Julia Seegers)


29

Sun Kil Moon

Universal Themes

[Rough Trade / Beggars]

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Mark Kozelek hat kein einfaches Jahr gehabt – zugegebenermaßen ganz und gar nicht unverschuldet, ließ er doch praktisch kein Fettnäpfchen unangetastet. Doch die Wucht, mit der so manches vermeintliche Leitmedium zur Jagd blies, sprengte den Rahmen. Fast überflüssig zu erwähnen, dass „Universal Themes“ unter diesen Vorzeichen in den Hintergrund geriet oder in der Rezeption einfach auf Kozeleks ungezügeltes Verhalten umgeschrieben wurde. Wurde der brillante Vorgänger „Benji“ vor einem Jahr zu Recht abgefeiert, so war diesmal eher von lustlosem Sprechgesang und Ideenarmut die Rede. Zu Unrecht, denn auch „Universal Themes“ lässt den Hörer durch engmaschige Erzählungen unglaublich nah an sich rankommen, auch musikalisch hält es permanent erwärmende Momente bereit. Man muss sich nur aufs Wesentliche konzentrieren können. (Felix Lammert-Siepmann)


28

Grimes

Art Angels

[4ad / Beggars]

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Wie alternativ oder mainstreamig Claire Bouchers Popvision nun genau ist – Pillepalle. Was „Art Angels“ zeigt ist, dass kein Produzent eine Stimme so fantastisch klingen lassen kann wie Grimes ihre eigene. Kehlig, aber mit viel warmem Schmelz senkt sie sich abwechselnd wehmütig und sehnsüchtig über den durchknarzten Country-Pop von „California“, während sie im tollkühn bliepigen und thrashenden „Kill V. Maim“ eine wahre Tour de Force zwischen diversen Heliumpitches und gutturalem Fauchen aufführt, in einem Song geerdet im Vordergrund und anderswo dann wieder ätherische (oder auch schneidend intensive) Schwebepräsenz. In ihrer grenzenlos experimentierfreudigen DIY-Popwelt vermag sich Grimes so facettenreich zu zeigen wie persönlich. (Uli Eulenbruch)


27

Jlin

Dark Energy

[Planet Mu]

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Daft Punk und Jamie xx haben es bewiesen: Retro und Nostalgie machen Dance-Alben massentauglich. Ein wenig bringt auch die Footwork-Produzentin Jlin über Videospiel- und Filmsamples persönliche Nostalgie ein, aber die ist so spezifisch und idiosynkratisch wie die Konstruktion ihrer polyrhythmisch zuckenden Musik: Wo im Footwork die meisten anderen Soul und Rap samplen und neben wolkigen Synths zum Melodieträger machen, kreiert sie ihre eigene Basis von hämmernden, dampfenden und zischenden Industriegeräuschen, wie sie ihr bei der Schichtarbeit in einer Stahlfabrik alltäglich begegnen. Dabei nutzt Jlin nach eigenem Bekunden Trauer und Wut als kreativen Impetus, doch ventilieren ihre Stücke sie nur selten rein aggressiv oder oppressiv. „Dark Energy“ ist mindestens ebensoviel kühne Soundskulptur wie Perkussionsgeflecht – und alles andere als retro. (Uli Eulenbruch)


26

Viet Cong

Viet Cong

[Jagjaguwar]

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Nachdem sie schon das Vorjahr mit der brillanten Single „Continental Shelf“ abschlossen, gehörte der Januar 2015 endgültig den Kanadiern von Viet Cong. Im dichten Nebel lässt sich zwar noch irgendwie erahnen, dass die Band ihre Wurzeln im Post-Punk und Noise hat, doch „Viet Cong“ stapelt gleich mehrere Schichten verschiedener Richtungen aufeinander. Ob nun stakkatoartig abgebügelt, scheinbar hoffnungslos in Kakophonie versinkend (im Finale „Death“ mehr als auf die Spitze getrieben) oder im anderen Extrem sehr tanzbar und sich direkt an den New Wave schmiegend, besitzen Viet Cong eine extrem breit geformte Arbeitsfläche, die sich den wackeligen DIY-Charme durch eine permanente Ruhelosigkeit wie selbstverständlich erhält. (Felix Lammert-Siepmann)


25

Young Fathers

White Men Are Black Men Too

[Big Dada]

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In my humble opinion: Das Trio aus Edinburgh hat im letzten Jahr vollkommen verdient den Mercury Prize eingeheimst. „White Men Are Black Men Too“ klingt rauer als der Vorgänger und vor allem wie eine Konvergenz aus Rap, Indierock und Trap. Das Album war also prädestiniert dafür, in der von alt-J auf progressiv getrimmten UK-Indie-Szene viel Beifall zu bekommen. Das, was G´ Hastings, Massaquoi und Bankole hier präsentieren, ist zudem Beweis dafür, wieviel Melodie und Pop auch in ungeschliffenen DIY-Arrangements stecken können. Ein großer Wurf. (Philipp Kressmann )


24

John Grant

Grey Tickles , Black Pressure

[Bella Union]

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Wenn man um ein paar sprachliche Ecken denkt, verstecken sich im Titel von John Grants drittem Soloalbum das isländische Wort für Midlife Crisis und das türkische für Albtraum. Trotzdem ist „Grey Tickles, Black Pressure“ das vielleicht positivste und hoffnungsvollste Album des ehemaligen Czars-Frontmanns – in jedem Fall aber sein selbstbewusstestes. Der balladeske Softrock des Debüts schimmert in den ruhigen Momenten zwar noch durch, dennoch dominieren elektronische Klänge das Album, die verführerisch um Grants elegischen Gesang tänzeln („Disappointing“) oder seinen brummenden Sprechgesang mit brachialen Industrial-Beats unterlegen („Guess How I Know“). Und immer wenn der lyrische Seelen-Striptease zu düster zu werden droht, baut der „greatest motherfucker“ ein schwarzhumoriges Witzchen ein, das die Geschichte auflockert und ihr die Schwere nimmt. (Daniel Welsch)


23

Vince Staples

Summertime ’06

[Def Jam]

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In der Antike wäre Vince Staples sicher Stoiker geworden. Deren Lehre von Affektkontrolle und Leidenschaftslosigkeit hat der 22-Jährige auf seinem Debütalbum „Summertime ’06“ bereits komplett verinnerlicht und analysiert seine Heimat Long Beach, Kalifornien mit der unterkühlten Präzision eines Unfallchirurgen. Hoffnung sucht man hier vergeblich, stattdessen bevölkern Junkies, Mörder und Leichen die trostlosen Geschichten. Darunter klöppeln und klappern ebenso mechanische und kühle Beats, deren Perkussivität an die Neptunes-Produktionen für Clipse erinnert. Während Kendrick Lamars Album „To Pimp A Butterfly“ eine positive Botschaft der Selbstermächtigung formuliert, klingt Staples‘ Fazit erwartungsgemäß desillusioniert: „My teachers told us we were slaves/ My momma told me we was kings/ I don’t know who to listen to.“ (Daniel Welsch)


22

Holly Herndon

Platform 

[4ad / Beggars]

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Es ist so eine Sache, Musik zu attestieren, sie sei „zeitgemäß“. Nicht nur, dass eine ordentliche Definition fehlt, vieles vor einigen Monaten Modernes ist heute schon wieder von gestern. Das ändert aber nichts daran, dass „Platform“ auf vielen Ebenen so futuristisch ist wie kaum ein anderes Album in diesem Jahr. Herndon nimmt sich inhaltlich der NSA, des Konsums, Big Data und des gesamten Kosmos eines Lebens jenseits der Privatsphäre an. Ihr Sound befindet sich schon in diesem Status: Karge Instrumentation, treibendes Sampling und nicht zuletzt ihre Stimme – oder besser Stimmfetzen – erzeugen beunruhigende Visionen über ein überwachtes Leben ohne Rückszugsräume. Einen derart stringenten Einklang von Inhalt und Form gab es zuletzt bei Kraftwerks „Computerwelt“. (Felix Lammert-Siepmann)


21

Panda Bear

Panda Bear Meets The Grim Reaper

[Domino]

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Randnotiz: Animal Collective gehören auf dieser Seite zu den Bands, die am stärksten polarisieren. Während die einen bei der Gruppe ein virtuoses Meisterwerk in Sachen Klanginnovation zu entdecken glauben, fühlt sich der Rest dazu provoziert, den Kopf zu schütteln. Zu den Songs des fünften Soloalbums von Noah Lennox kann man nun aber nicken. Zwar hat er hier alles andere als eine Pop-Platte komponiert, doch für Animal-Collective-Verhältnisse wirkt der Mix aus Psychedelik, Chillout und kratzbürstigem Dub schon fast gemütlich und transparent. Jedenfalls hat Panda Bear hier nicht nur auf einem Track sein Gespür für melodische Harmoniebögen unter Beweis gestellt. (Philipp Kressmann)



20

Kurt Vile 

b’lieve i’m goin down…

[Matador / Beggars]

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Kurt Vile hält es aus, wenn mal nicht viel passiert – eine Kunst, die nicht mehr viele vermögen, weil das Leben immer mit möglichst viel Inhalt gefüllt werden will und keine Zeit für Muße ist. So nerdig er optisch auch daherkommt, so sehr ist er doch ein guter Beobachter und richtet mit seinem sechsten Album auch den Blick auf sein verändertes Leben als Vater zweier Kinder. Er ist in der Lage, eine Nähe zu generieren, zwischen die sich manchmal nur der nasale Murmelfaktor schiebt, der es unmöglich macht, alle Texte auf Anhieb zu verstehen.  (Katja Diehl)


19

Ibeyi 

Ibeyi 

[XL / Beggars]

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Naomi und Lisa-Kaindé Diáz alias Ibeyi haben nicht nur die kubanische Percussion-Legende Miguel „Angá“ Díaz zum Vater, sondern auch ein Höchtsmaß an musikalischer Kreativität gepachtet. Auf ihrem Debütalbum vermischen die Zwillinge traditionelle westafrikanische Musik mit kontemporären Einflüssen. So finden Chants vom Volk der Yoruba mit Post-R’n’B und HipHop à la Frank Ocean, James Blake oder King Krule zusammen – ein musikalisches Alleinstellungsmerkmal. Altes gehen lassen, alles neu machen, dieses Credo zieht sich durch die vielseitigen Songs auf „Ibeyi“, das in Sachen musikalischer Bandbreite, Gefühlstiefe und Eindringlichkeit schon zu Beginn des Jahres die Messlatte hochlegte. Ein großartiges Debüt, das dringend nach mehr verlangt. (Benedict Weskott)


18

Miguel 

Wildheart

[RCA Int.]

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„Adorn“, nein eigentlich „Kaleidoscope Dream“ in seiner ganzen schummrigen Güte war aus der Rückschau betrachtet nur ein Aufgalopp für das, was Miguel sich für sein drittes Album „Wildheart“ aufgespart hat. Der potentielle Erneuerer nahezu sämtlicher Spielarten souliger Musik verdichtet seine nicht immer ganz jugendfreien Gedanken zu einem glitzernden Potpourri der Lust. Nicht selten ertappt man sich dabei, an der Stimme des Musikers zu hängen, die genau so lieblich wie aufreizend die höchsten Klippen erotischer Klangkunst zu umschifft. Sexualisiert und trotzdem „sophisticated“ klingt „Wildheart“ nie anrüchig, vielmehr schüttet Miguel ein wahres Füllhorn an fühlbarer Ekstase zusammen und lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass er die Lust an Leben und Liebe wie ein König über sein Reich beherrscht. (Carl Ackfeld)


17

Kamasi Washington 

The Epic

[Brainfeeder]

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Kendrick Lamar hat mit „To Pimp A Butterfly“ nicht nur selbst ein (halbes) Jazzalbum aufgenommen, sondern auch Kamasi Washington, der den MC als Arrangeur und Saxofonist unterstützte, einem eher Jazz-unkundigen Publikum erschlossen. Doch obwohl der 34-jährige Tenorsaxofonist aus Los Angeles bereits mit Rap- und Soulkünstlern wie Snoop Dogg und Lauryn Hill zusammenarbeitete und sein Album auf Flying Lotus‘ experimentellem Label Brainfeeder erschien, fusioniert er auf „The Epic“ Jazz nicht mit Rap und elektronischer Musik, sondern hat mit seiner zehnköpfigen Band, einem 32-köpfigen Orchester und einem 20-stimmigen Chor im Gegenteil ein eher klassisches, am politisch engagierten Jazz der Sechziger orientiertes Werk aufgenommen. Nicht nur die Zahl der beteiligten Musiker sowie die Länge dieses fast dreistündigen Dreifachalbums, sondern vor allem die sich auftürmenden und ausschweifenden Arrangements der 17 Stücke überwältigen mit Masse und Klasse. (Daniel Welsch)


16

Courtney Barnett

Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit

[Marathon Artists / House Anxiety ]

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Obwohl ihre Sozialisation im Grunge und Indie-Rock auf ihrem Debütalbum sofort herauszuhören ist und geschickt ausgespielt wird, ist Courtney Barnetts eigentliches Erfolgsrezept ihr unglaubliches Talent als Geschichtenerzählerin. In den Momenten, in denen sie sich am wohlsten fühlt, ist sie keine Sängerin im Wortsinn mehr, vielmehr eine Freundin von nebenan, aus der die Wörter mit unnachahmlicher Lässigkeit nur so heraussprudeln. Alltägliche Beobachtung, Witz und Sarkasmus gehen hier Hand in Hand. Fast erinnert diese Herangehensweise an Bob Dylan zu seinen Glanzzeiten. Ähnlich rasant spuckt Barnett die Wörter aus, ähnlich treffend ist jedes einzelne von ihnen. (Felix Lammert-Siepmann)


15

Protomartyr 

The Agent Intellect 

[Hardly Art]

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Wer Sänger Joe Casey auf der Bühne sieht, muss womöglich ebenfalls unweigerlich an Matt Berninger denken – obwohl er ihm unähnlicher kaum sein könnte: Zwei verschmierte Sixpacks Bier hier, das gerade gespülte Glas Rotwein da. Das Jackett: hier uselig, dort piekfein, Und doch: Auch die Drums spielen auf „The Agent Intellect“ eine ähnlich wesentliche und vordergründige Rolle, wie es bei The National der Fall ist, insgesamt sind diese beiden Bands gar nicht so weit voneinander entfernt. Dazu gehören dann eben auch zwölf lupenreine Singles. Postpunk vom Zapfhahn. (Pascal Weiß)


14

Titus Andronicus

The Most Lamentable Tragedy

[Merge]

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Titus Andronicus, soviel sollte inzwischen feststehen, fühlen sich auf der großen Bühne der Weltgeschichte am wohlsten. Dass sie das etwas in Vergessenheit geratene Konzept der Rock-Oper dabei wieder hervorkramt haben, ist daher nur folgerichtig. Alles schmeckt noch ein bisschen nach „The Monitor“, dem letzten großen Wurf der Band. In seiner Umgebung könnte auch die Geschichte des Helden aus „The Most Lamentable Tragedy“ spielen, der ein ständiges Auf und Ab durchläuft, bevor es schließlich zur Katastrophe kommt. Dazu spielen Titus Andronicus groß und vor allem wild auf. Ungestüm und schweißtreibend wählen die Mannen aus New Jersey auch mal ganz bewusst den einfachen Akkord, um den entscheidenden Schritt nach vorne zu machen. (Felix Lammert-Siepmann)


13

Sleater-Kinney

No Cities To Love

[Sub Pop]

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So viele Erinnerungen es 2015 auch daran gab, wie unnötig Rockband-Reunions doch meistens sind (*ähem* Refused *ähem*), so triumphal erwies sich die Rückkehr von Sleater-Kinney. „No Cities To Love“ ist mehr als eine Ehrenrunde, mit neuem Ernst und einer spielerischen Intensität, die live mittlerweile auch Katie Harkin als dritte Gitarristin hinzubringt, sind Abgesänge wie „No Cities To Love“ und „No Anthems“ das kreative Ventil für Frustrationen über kapitalistisch motivierte und mediale Fehlentwicklungen in den zehn Jahren seit ihrem letzten Album. Dem entsprechen die nervösen Gitarrendynamiken und Janet Weiss‘ muskulöses Schlagspiel ebenso wie die harmonischen Momente das einfordern, was den dreien als Band gelungen ist: Stärke durch Zusammenhalt. (Uli Eulenbruch)


12

Jamie xx

In Colour

[Young Turks / XL / Beggars]

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Ich gebe es unumwunden zu, anfangs war ich vom Solodebüt von Jamie xx gar nicht so begeistert. Umso erstaunter war ich darüber, dass ich irgendwie immer wieder auf „In Colour“ zurückkam. Richtig „Klick“ gemacht hat es dann an einem der heißen Tage des Sommers, im überhitzten Auto bei kaputter Klimaanlage, wo auf einmal schien alles am rechten Platz erschien: Die Oldschool-Jungle-Samples, aber die Verweigerung ihrer völlige Abfahrt versprechenden Prophezeiung, die bekannten Steel Drums, das Auftauchen seiner Bandkollegen in maßgeschneiderten Anzügen und der komische R’n’B, der dem Gastsänger ungefähr so viel Raum zugestand wie den anderen verwendeten Vocal-Samples – „In Colour“ ist ein Versprechen, nicht seine Einlösung, aber dieses Versprechen ließ und lasse ich mir gerne ins Ohr säuseln. (Mark-Oliver Schröder)


11

D’Angelo And The Vanguard

Black Messiah

[Def Jam]

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Als das Jahr 2014 eigentlich schon musikalisch abgehakt und alle Bestenlisten geschrieben waren, erschien mitten im traditionell eher veröffentlichungsarmen Dezember und ohne große Ankündigung D’Angelos lang ersehntes Comebackalbum. Die triumphale Rückkehr wurde medial zu einer Auferstehungsgeschichte hochstilisiert, was der Albumtitel „Black Messiah“ in gewisser Weise provoziert. In den Liner Notes klärt D’Angelo aber auf, dass er weder sich selbst, noch eine andere Person damit meint, sondern ein kollektives Gefühl heraufbeschwören möchte: „We should all aspire to be a Black Messiah. It‘s about people rising up in Ferguson and in Egypt and in Occupy Wall Street and in every place where a community has had enough and decides to make change happen.“ Dass es ihm nach fast 15 Jahren nicht nur gelingt, trotz der klaren Verwurzelung im klassischen Soul, Funk und R’n’B zeitgemäß zu klingen, sondern „Black Messiah“ auch die gegenwärtige Stimmung der (schwarzen) US-Bevölkerung einfängt und als Kommentar zu den Protesten und Unruhen verstanden werden kann, zeigt einerseits die Aktualität und andererseits die Zeitlosigkeit dieses grandiosen Comebacks. (Daniel Welsch)



10

Jenny Hval

Apocalypse, girl

[Sacred Bones]

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Ein Album beginnt mit einer Spoken-Word-Passage über langsam bräunende Bananen in einer norwegischen Küche und lässt ein meditatives Synth-Pop-Irgendwas folgen, auf dem die Sängerin immer noch kaum ein Wort singt: Vielmehr rhythmisiert sie ihren Sprechfluss über seltsam kryptische Reflexionen, die mal mehr mal weniger autobiographisch und/oder soziologisch gefärbt zu sein scheinen. Komfortzonen kennt Jenny Hval auf ihrem Album „Apocalypse, girl“ nicht, auch wenn sie dann spätestens bei „That Battle Is Over“ der Konvention frönt und das Experimentelle zumindest hier und im noch stärker songorientierten „Heaven“ einen Hauch nach hinten gedrängt wird. Mit Hingabe und dem Gespür für unmöglich scheinendes Zusammenklingen meistert sie ein medial wie ideell versponnenes Werk, dessen Dichte und Einflussreichtum in diesem Jahr seinesgleichen suchte. (Carl Ackfeld)


9

Bilderbuch 

SCHICK SCHOCK

[Maschin ]

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Team Bilderbuch oder Team Wanda? 2015 waren Österreichs Bands nach Jahren der Abwesenheit endgültig zurück auf der Bildfläche und polarisierten. Wanda mit Schlagerästhetik, Amore und doppelbödigen Texten, Bilderbuch mit der ganz großen Austropop-Geste à la Falco und Songs über Autos, Softdrinks, Hintern und Spliffs. AUFTOUREN schlägt sich klar auf die Seite von Maurice, Michael, Peter und Philipp und dem „Neuen Wiener Soul“, wie Bilderbuch ihre Musik selbst nennen. Alles stimmt hier: die Pose, der Gestus, die Klamotten und vor allem die Selbstironie. „Aus Brot mach ich Cake/ Nenn mich Maurice Antoinette/ Sparkling, sparkling in meinem Glas/ Sag wer ist der Schönste an der Bar“ – unterhalb der Diagnose „manischer Narzissmus“ geht es bei Bilderbuch nicht. Und genau deshalb sagen wir: Schick Schock! (Benedict Weskott)


8

Algiers 

Algiers 

[Matador / Beggars]

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Es ist ein vehementer Post-Punk-Gothic-Gospel-Moloch, den das Trio aus Atlanta auf seinem Debüt bis zum Exzess zelebriert. Neben querverweisenden Bezügen auf den wütenden Protest der Black-Power-Bewegung, die nicht nur im perkussiven Kettenrasseln niederschlagen, nehmen die Musiker auch bei anderen kontroversen politischen, religiösen oder gesellschaftlichen Themen kein Blatt vor den Mund. Das Ganze verpacken sie in rhythmisch komplexe und einhämmernde Songs wie „Black Eunuch“ oder das giftig eröffnende „Remains“, das gleich wie eine Feuerwalze losdampft und das Feld für den nachfolgenden Donnerschlag bestellt. Roh, unbehauen, anstrengend – gerade das macht „Algiers“ zu einem der spannendsten Erstlingswerke des Jahres. (Carl Ackfeld)


7

Tame Impala

Currents 

[Caroline]

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„Let It Happen“ als Fanal: Auf einem spacigen Synthie-Teppich breitet sich der Eröffnungssong auf acht Minuten unaufhaltsam aus. Es ist der endgültige Abschied von Gitarren- und Bandstrukturen und die Manifestation der One-Man-Show des Kevin Parker. Bass, Gesang und eben Synthesizer sind klar positioniert und verschaffen der Band, die ihren Zenit bereits erreicht zu haben schien, eine vollkommen neue, weil eigenständige Identität. Es geht weg von der großen Rockmanege auf eine ebenfalls große Bühne gefüllt mit glitzerndem Funk, Disco und nicht selten einfach himmlischem Pop. „Currents“ darüber hinaus auch noch autobiographisch zu nennen, wäre vielleicht etwas übertrieben, doch Kevin Parker findet einigen Gefallen daran, die musikalische Wandlung auch mit persönlichen Eingeständnissen zu unterfüttern. Greifbar, mit einfachsten Worten beschrieben („Yes I’m Changing“, „‘Cause I’m A Man“) entpuppt sich das als perfekte Begleitung. (Felix Lammert-Siepmann)


6

Joanna Newsom

Divers

[Drag City]

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Auf kaum ein Album wartete die Welt wohl sehnsüchtiger als auf den Nachfolger zu „Have One On Me“ („25“ mal ausgenommen). Joanna Newsoms „normalstes“ Album strotzt trotz allen formalen Konventionalismus‘ (elf Titel, ein Tonträger, Spielzeit um die 50 Minuten) nur so vor Einfällen und Erfindungsreichtum. Sicher, ihre Stimme und ihr Hauptinstrument werden weiterhin Nationen spalten, doch wer solche Kleinodien wie den schwerelosen Titelsong oder das überschwängliche „Sapokanikan“ mit ihren zahlreichen instrumentalen Kapriolen fabriziert, ist von der Muse beseelt. Das sie überdies deutlich reifer klingt und die Harfe zugunsten eines behutsam erweiterten Klangspektrums in den Hintergrund stellt, kommt den feinen Kompositionen deutlich zugute und hebt „Divers“ zu Recht in unsere Top Ten. (Carl Ackfeld)

5

Susanne Sundfør 

Ten Love Songs

[Sonnet Sound]

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Dass „Ten Love Songs“ kein gewöhnliches Popalbum mit gewöhnlichen Popsongs ist, merkt man spätestens dann, wenn „Accelerate“ nicht in orgelndem Unheil endet, sondern sein gefasstes Schlagzeugspiel direkt in „Fade Away“ übergeht. Nicht nur das elaborierte Arrangement einzelner Stücke mit barocken Outros oder beatlosem Vangelis-Grandeur, auch die Gesamtdramatik ihres gesamten Songzyklus behält die Norwegerin im Auge und sorgt so für phänomenale Erlebnisse, wie wenn die kosmisch-elegische Synth- und Streicher-Suite „Memorial“ ihren letzten Atemhauch im Raum hält und ein einminütiges THX-Crescendo-Intro den treibend-eingängigen Synthpop von „Delirious“ umso majestätischer auftreten lässt. Niemand sonst hat dieses Jahr gleichermaßen viel Sorgfalt und Durchdachtheit in einzelne Songs und das Album als größeres Gesamtwerk gelegt, im Pop oder anderswo. (Uli Eulenbruch)


4

 Kendrick Lamar

To Pimp A Butterfly

[Interscope]

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In gewisser Weise ist „To Pimp A Butterfly“ sowas wie Kendrick Lamars „In Utero“. Was sich im vergangenen Jahr mit der damals eher enttäuschenden Vorabsingle „i“ (auf dem Album übrigens in runderneuerter A-cappella-Variante) mal so überhaupt nicht angedeutet hat: Das Werk nach dem Jahrzehnt-Album ist ein Jahrzehnt-Album, waghalsig und auf seine Art brachial. Lamar etabliert hier eine ganze Schar von Stimmen, mal Ohrwurm des Jahres („King Kunta“), mal Abgrund („The Blacker The Berry“). In den gesamten 80 Minuten fällt das Werk trotz seines Ideen-Potpourris kein einziges Mal in sich zusammen. Im Gegenteil: Angefangen vom mächtigen Albumcover bis hin zu gleich mehreren herausragend inszenierten Videos (allein schon „Alright“, hey!) und einem unnachahmlichen Live-Medley bei Stephen Colbert beweist der inzwischen 28-Jährige auch auf allen flankierenden Ebenen sein Ausnahmetalent. Davon ist auch Obama offiziell Fan. (Pascal Weiß)


3

 Sufjan Stevens

Carrie & Lowell

[LABEL]

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Dass Sufjan Stevens nach dem knallbunten „The Age Of Adz“ irgendwann zu besinnlichen Klängen zurückkehren würde, war keine große Überraschung. Die Konsequenz jedoch ist bemerkenswert. Denn das hier ist selbst im Vergleich zu seinem bis dato zurückgezogensten Album „Seven Swans“ harte Kost, der Kloß und im Hals und betretendes Schweigen sind jedenfalls dauerhafte Begleiter auf „Carrie & Lowell“. Mit der Erfahrung aus 40 Lebensjahren und der Unschuldigkeit eines 20-Jährigen sehnt sich Stevens nach Hause, zu seiner Familie, in seine Vergangenheit. Wünsche, die sich nicht mehr erfüllen lassen. Umso desillusionierter, aber auch heilsam entwickeln sich seine Songs, ganz so wie Blicke durch ein Fenster, das für immer geschlossen bleiben wird. (Felix Lammert-Siepmann)


2

Destroyer 

Poison Season

[Dead Oceans]

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Dan Bejar verabscheut die zeitgenössische Popmusik. Das gab er in Interviews zu dem neuen Album seiner Band Destroyer zu Protokoll und entschuldigte sich beinahe für die Popmomente auf „Poison Season“. Bejars Pop hat freilich nichts mit aktuellen Strömungen gemein, sondern ignoriert gekonnt jegliche Musik, die nach den frühen Achtzigern aufgenommen wurde. Im Vergleich zum gefeierten Vorgänger haben Destroyer wenig an ihrem Rezept verändert, gehen aber noch verschwenderischer mit den Zutaten um. Das süffige Saxophon von „Kaputt“ hat nun einen kompletten Bläsersatz im Rücken, die Streicher schwelgen und seufzen noch eleganter und kunstvoller. Das Ergebnis kann man Softrock, Artrock und Jazz-Pop nennen. Oder einfach: Pop. (Daniel Welsch)


1

Julia Holter

Have You In My Wilderness

[Domino]

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Den endgültigen Beweis dafür, dass mehr manchmal auch mehr sein kann, hat in diesem Jahr Julia Holter erbracht. Nachdem ihre ersten Alben bereits eher von experimenteller Strahlkraft waren, lässt sie auf „Have You In My Wilderness“ genau die Menge an Pop zu, die sich mit ihrer Ätherik und Soundästhethik vertragen. Ein Mehr an vokaler Raffinesse tut ihr Übriges und lässt Holter nicht nur im schwelgerischen „Betsy On The Roof“ nach den Sternen greifen. Ihre raffinierten Klangexperimente entpuppen sich darüber hinaus mehr und mehr als idealer Nährboden für funkelnde Popmelodien, und so schimmern Stücke wie das fabelhafte „Lucette Stranded On An Island“ oder „Feel You“ deutlich weniger dezent durch das tonale Geäst als zuvor. Unnahbar und trotzdem unfassbar persönlich: so sinnlich war Pop in diesem Jahr nirgendwo und wie kann es anders sein, damit unser Album des Jahres. (Carl Ackfeld)


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