U.S. GirlsHalf Free

Meghan Remy hat auf ihrem Weg einen weiteren Meilenstein erreicht. Während „GEM“ vor drei Jahren zwar auch schon einen gewaltigen Sprung in Richtung breit aufgestellter Produktion darstellte, aber in seiner DNA klar in den verhuschten Vorgänger verwurzelt war, traut sich „Half Free“ nun ganz weit in Richtung glitzernden Pop hervor. Und siehe da: Der leicht divenhafte, unverbindliche Appeal steht ihr auf Anhieb gut zu Gesicht, vor allem die quirligen Disco-Sounds, die direkt aus den 80er-Jahren zu kommen scheinen, erhöhen Remys Präsenz ganz erheblich. Dass sich vereinzelt noch Songs aus der zurückgelassenen Ära daruntermischen, tut dem Album dabei nicht immer gut. Zu groß ist in diesen Momenten die Lücke zwischen zwei grundverschiedenen Herangehensweisen. Besonders deutlich wird das, wenn zur Mitte hin „New Age Thriller“ mit seiner Madonna-Ästhetik auf das rotzig-verwaschene „Sed Knife“ trifft. Hier geht etwas die stilistische Stringenz verloren, die U.S. Girls bisher ausgezeichnet hat. Dennoch ist die Transformation im Großen und Ganzen gelungen und dass Meghan Remy als Songwriterin verdammt einnehmend sein kann, wird hier abermals unter Beweis gestellt. So könnte „Half Free“ tatsächlich ein Album für all jene sein, die Lana Del Reys diesjähriges Album zu langsam und ereignislos fanden.

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