Venera 4Eidôlon |
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So wenig es der Gegenwart auch an neuen wie reaktivierten alten Shoegaze-Bands mangelt, sind doch nur wenige Nachwuchs-Gruppen derart zustandsfokussiert wie Venera 4. Viele nutzen ein flächiges, in die Breite gezogenes Klangbild primär zur Intensivierung simplen Songwritings, machen Dream-Pop/-Rock mit etwas mehr Halleffekt oder werden als Amalgam verschiedener Soundausprägungen zu einer Art wandelnder Schuh-Compilation. „Eidôlon“, […] |
HOLYCHILDThe Shape Of Brat Pop To Come |
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Gewiss, HOLYCHILD sind in der Musikgeschichte nicht die ersten, die sich „Brat Pop“ auf die Fahne schreiben, doch anhand der Hardcore-Referenz im Album kann man sich ein wenig ausmalen, welchen Antezedenten der und das Gör aus L.A. folgen: näher bei Sleigh Bells (mit dem trügerisch einladend gesungenen Eröffnungsstück) als Avril Lavigne, deutlich auch bei Bubblegum-Punk […] |
No JoyMore Faithful |
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Das Covermotiv suggeriert live dargebotene Entgrenzung, Drogen und hemmungslosen Rock’n’Roll – bis man sich ekstatisch zuckend in den Schweiß- und Bierpfützen auf dem Bühnenboden wälzt. Dabei spielen No Joy, eine Formation aus Kanada, auf ihrem dritten Album „More Faithful“ eher architektonischen Shoegaze, wie er um 2010 von A Sunny Day In Glasgow oder School Of […] |
DesaparecidosPayola |
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Conor Oberst jault. Sechssaiter zittern wie elektrifizierte Geigen. Knapp ein Jahrzehnt nach ihrem ersten Album hat sich Obersts Emopunk-Band Desaparecidos reaktiviert – zumindest textlich mit etwas weiter gefasstem Blick. Verband er auf „Read Music/Speak Spanish“ über die persönliche Erfahrungsebene auch für Außenstehende nachvollziehbar die Politik seiner Heimatstadt und einen Abgesang auf den amerikanischen Traum, ist […] |
NozinjaNozinja Lodge |
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Es zeigt sich einmal mehr in „Vamaseve Vatsvelani“, dass das Modernste fließend aus Traditionellem erwachsen kann. Hier scheppern Nozinjas rasante Beats in billiger Casio-Preset-Qualität, während folkige Call-and-Response-Polyphonie seine fruchtigen Synths bereichert. Kein Wunder, dass der visionäre südafrikanische Produzent in seinem jahrelangen Schaffen bereits neue Generationen geprägt hat, dass sich ein Spoek Mathambo als sein Schüler […] |
ZhalaZhala |
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Originalität im Pop wird gelegentlich überwertet, wird sie doch meist von einer Flut aus Imitaten gefolgt oder wirkt eh nur wegen der Beschränktheit persönlicher Hörerfahrungen neuartig.„Prophet“ von Zhalas Debütalbum ist da eine seltene Ausnahme: Genuin eigenwillig in Tempodynamik und Sound erzeugt es den seltenen Schock des Neuen, wie die Stockholmerin Musiktraditionen ihrer kurdischen Abstammung in […] |
Brandon FlowersThe Desired Effect |
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Lasst mal die anderen mit Nuancen und Subtilitäten hantieren, hier kommt Brandon Flowers mit der entblößten, ungedämpften Pathoskeule. Knabenhaft beherzten Blickes und Goldkehlchen voran schwingt der Killers-Sänger durch sein prachtvolles zweites Soloalbum, das nicht nur mit mehr Silberregen aufwartet als die letzten Werke seiner Hauptband, sondern auch mit erheblich stärkerem Songwriting. Dass er damit vor […] |
MADE IN HEIGHTSWithout My Enemy What Would I Do |
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Auf ihrem zweiten Album zeigen MADE IN HEIGHTS wieder eine beachtliche Bandbreite. Nach dem selbstbetitelten Debütalbum von 2012 sind zwar die Songtitel weniger kryptisch, der Sound, den Produzent Sabzi gemeinsam mit Kelsey Bulkin kreiert, ist aber weiterhin herausragend. Zu Beginn (und auch immer wieder zwischendurch bei „Ghosts“ und „Mantis“) klingt ihr Zweitwerk noch stark nach […] |
Hop AlongPainted Shut |
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Frances Quinlan zeigt sich mit ihrer Band einmal mehr als große Geschichtenerzählerin: detailverliebt, immer auf den narrativen Bogen und nur selten auf ein rundes Ende bedacht serviert sie harsche Momente, die sich perfekt mit ihrem kratzigen, fordernden Gesang ergänzen. Während dieser sich damit zugleich zum wichtigsten Werkzeug auf „Painted Shut“ aufschwingt, sorgt der Sound drumherum […] |
Ava LunaInfinite House |
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Es ist nicht allzu umständlich, den Einstieg in Ava Lunas drittes Album zu finden. Jedoch kann es nur von Vorteil sein, wenn man bereits mit den Windungen und durchaus auch mal augenzwinkernden Um-die-Ecke-Denken der New Yorker Art-Soul-Combo vertraut ist – insbesondere weil man ihr dadurch von vornherein ein gewisses Maß an Vertrauen entgegenbringt, dass sie […] |
GACHASend Two Sunsets |
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So einfach kann es mit der künstlerischen Identitätsvielfalt sein: Während es Gacha Bakradze mit seinem Nachnamen in House- und Disco-Exkursionen mehr Richtung Floor zieht, frönt der Georgier unter seinem Vornamen lieber der sanften Entschleunigung. Was nicht bedeutet, dass sein Debütalbum „Send Two Sunsets“ langwierig wäre: Weit weniger als seine tatsächlichen 41 Minuten Spieldauer lang wirkt […] |
Mamaleek Via Dolorosa |
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Über Mamaleek hatte ich schon in der kleinen Metal-Kolumne „All We Love We Leave Behind“ geschrieben, kaum 12 Monate sind seit „He Never Said A Mumblin‘ Word“ vergangen und schon legen die beiden Verrückten und ihr Label Flenser mit „Via Dolorosa“ das nächste Werk nach. Traut man der Legende, die verbreitet wird, handelt es sich […] |
Missy MazzoliVespers For A New Dark Age |
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Mit der liturgischen Vesper hat Missy Mazzolis halbstündige, elegische Suite ungefähr so wenig am Hut wie ihre Labelheimat New Amsterdam und dessen andere Mitglieder mit Klassik. Mag sie auch damit aufgezogen oder darin ausgebildet sein, blickt sie statt zu (re)interpretieren lieber mit eigenen Werken nach vorne und steht unter Utilisierung moderner Technologie näher an den […] |
PoolSnacks & Supplies |
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Eigentlich liegt die Deutsche Riviera ja an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, doch auf ihrem Debütalbum spielen Pool derart durchsonnt auf, als hätten sie auch an einem Binnengewässer ihrer Heimatstadt Hamburg ein Pendant mit malerischer Aussicht entdeckt. Noch mehr als Metronomys Badehosen-Ennui rufen die Softdisco-Balearic-Konfektionen auf „Snacks & Supplies“ aber den augenzwinkernden Holger Czukay in Erinnerung, mit […] |
Nadine ShahFast Food |
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Es hat etwas Unausweichliches, wie in einem Popsong punktgenau Intro in Strophe in Refrain übergeht, so dass das Ohr über eine strenge melodischen Logik gelenkt wird. Geradezu fatalistisch aber spielen sich die Songs auf Nadine Shahs zweitem Album ab, wie Miniaturen klassischer Tragödien gehen sie auch dann unweigerlich ihrem Ende entgegen, wenn die Britin sie […] |
ValkyrieShadows |
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Valkyrie sind was für Hardrock-Gourmands, die ihre Gitarren gerne gniedelig und die Solos saftig mögen. Einer der beiden Gitarristenbrüder, die den Kern des Quartetts bilden, verdient hauptamtlich seine Brötchen bei Baroness – die drängen sich als Vergleich auch ein wenig auf, obwohl Valkyrie ihren Sound wesentlich mehr vintage und oldschool halten und mögen. Dorthin geht […] |



