ValkyrieShadows
Valkyrie sind was für Hardrock-Gourmands, die ihre Gitarren gerne gniedelig und die Solos saftig mögen. Einer der beiden Gitarristenbrüder, die den Kern des Quartetts bilden, verdient hauptamtlich seine Brötchen bei Baroness – die drängen sich als Vergleich auch ein wenig auf, obwohl Valkyrie ihren Sound wesentlich mehr vintage und oldschool halten und mögen. Dorthin geht ja so etwas wie ein Trend in der Metal-Gemeinde (und nicht nur dort): Dutzende von Bands versuchen, das Flair der glorreichen Prä-Stooges/MC5/Punk-Ära einzufangen, als die Haare noch so lang wie die Gitarrensolos waren und die Bandmitglieder unerreichbare Halbgötter gesalbt mit der Gabe virtuoser Instrumentenbeherrschung, denen die Groupies zu Füssen lagen. Den letzten Schritt zur Mimikry vollziehen Valkyrie, anders als andere Vertreter, glücklicherweise nie. Trotzdem erinnert mich „Shadows“ über weite Strecken an jenen Sound und jene Attitüde, die mich Punk und nicht AC/DC-Fan werden ließ, wobei ich deren Frühwerk inzwischen durchaus genießen kann. Für die Kollegen vom „Black Market“ bei Stereogum ist der Song „Wintry Plains“ gar die Nummer Eins der April-Ausgabe, für mich ist das Album eher Durchschnitt.


