PoolSnacks & Supplies
Eigentlich liegt die Deutsche Riviera ja an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, doch auf ihrem Debütalbum spielen Pool derart durchsonnt auf, als hätten sie auch an einem Binnengewässer ihrer Heimatstadt Hamburg ein Pendant mit malerischer Aussicht entdeckt. Noch mehr als Metronomys Badehosen-Ennui rufen die Softdisco-Balearic-Konfektionen auf „Snacks & Supplies“ aber den augenzwinkernden Holger Czukay in Erinnerung, mit einem schelmisch eingeworfenen Pfeifen hier oder kurzem Saxophonlauf oder dezentem Vokodereinsatz dort. Wenn Pool jedoch etwas dicker auftragen, kann die prekäre Balance aus Cool und Uncool ins Augenverdrehende kippen, auch mit anderen Akzenten als einem deutschen ließe sich ein Refrain wie der von „Pink Pussy“ nur schwer mit libidinalem Charme füllen. Gänzlich deplatziert wirkt allein gen Ende der generische Uptempo-Indiedance von „State Of Mind“, ansonsten injiziert die handfeste Analoginstrumentierung des Trios auch die softesten Stücke immer mit einem notwendigen Mindestmaß an Vorwärtstrieb und schafft wie auf „Higher Grounds“ auch mal seufzerig schönen Strand-Funk, der trotz flächiger Klangdichte federleicht dahingroovt.


