Über Mamaleek hatte ich schon in der kleinen Metal-Kolumne „All We Love We Leave Behind“ geschrieben, kaum 12 Monate sind seit „He Never Said A Mumblin‘ Word“ vergangen und schon legen die beiden Verrückten und ihr Label Flenser mit „Via Dolorosa“ das nächste Werk nach. Traut man der Legende, die verbreitet wird, handelt es sich bei Mamaleek um ein Brüderduo, welches zu gleichen Teilen in San Francisco und in Beirut beheimatet ist oder war. Was von solchen Genealogien zu halten ist oder ob es sich einmal mehr um Täuschung handelt, wie sie zuletzt Ghost Bath an den Tag legten und damit aufgeflogen sind, bleibt erstmal dahin gestellt. Nichtsdestotrotz werden einmal mehr sämtliche (Genre-)Konventionen von Mamaleek im Handstreich hinfort gefegt und alles durch die MPC beziehungsweise die (Home-)Studiomöglichkeiten gejagt, was eingemeindet werden soll. Die Herkunft der Quellen und ob das alles „rein“ ist spielt dabei so gar keine Rolle, Hauptsache es fügt sich. Es wird gefühlvoll drauflos geklampft und am Bass gezupft, das Schlagwerk mit dem Besen gestreichelt und es entstünden beinahe Bon-Iver-artige Momente, wenn nicht immer eine sublime Dissonanz mitschwingen würde oder das nächste krude Break nicht hinter jeder Note lauern könnte und – natürlich – wenn der Gesang nicht wie gehabt eine hoch psychotische Note hätte. Dieser ist immer noch der Index dafür, dass aus dieser Darbietung eher Post-Metal oder Post-Noise als Post-Rock wird, auch wenn die übrigen Parameter diesmal eher zum Letzteren hin ausschlagen.

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