NozinjaNozinja Lodge
Es zeigt sich einmal mehr in „Vamaseve Vatsvelani“, dass das Modernste fließend aus Traditionellem erwachsen kann. Hier scheppern Nozinjas rasante Beats in billiger Casio-Preset-Qualität, während folkige Call-and-Response-Polyphonie seine fruchtigen Synths bereichert. Kein Wunder, dass der visionäre südafrikanische Produzent in seinem jahrelangen Schaffen bereits neue Generationen geprägt hat, dass sich ein Spoek Mathambo als sein Schüler bezeichnet. Geradezu auteurhaft bunt ist dieser Shangaan Electro, ähnlich wie Footwork in seiner Klangpalette und -qualität vor allem im Verzicht auf bassige Kicks simpel scheinend, aber vor allem in seiner rhythmischen Hochfrequenz ungemein komplex gestrickt. So duellieren sich über Schlagholz-Perkussion in „Baby U Feel Me“ Akkordeon-Hupen und Chipmunk-Vocals, wobei nach kurzer Eingewöhnung Stücke wie das ähnlich stimmverpitchte „Tsekeleke“ bei aller Synkopation und lautmalerischen Beatbox-Zischern durchaus unhektisch herumhibbelln, wenn man sich auf die Keyboardmelodie und Stimmrepetition im Zentrum fokussiert. Das Warp-Debütwerk „Nozinja Lodge“ funktioniert mehr als vitale Einzelstücksammlung denn lineares Album, wird aber gen Ende stimmungstiefer mit dem meditativen „Nyansoro“ und dem geradezu chillen Afrobeat-Finale aus Gitarre, Vibraphon und Offbeat-Keyboardgeplänker. Zudem: So eigen er auch ist, ist Nozinjas Sound kein aggressiv fordernder oder sonderlich insulärer, wenn er in „Xyhujkwani“ ganz mittelmeernahen Synthpop als Leinwand für Drumfills nutzt und mit elektrisiertem Soundzucken augmentiert.


