Christopher OwensA New Testament |
|
Christopher Owens ist alles andere als ein Normalo. Mittlerweile hat man zigfach von seiner Kindheit und Jugend in einer durchgeknallten Sekte gelesen, kennt seine kaputten, nihilistischen, verdrogten Indierock-Platten in- und auswendig und weiß um seine nebenberufliche Tätigkeit als Model für eine schwedische Modekette. Das klingt natürlich alles ziemlich fesch und machte Owens zu einem der […] |
Esben And The WitchA New Nature |
|
Auf ihrem dritten Album finden Esben And The Witch zu sich selbst. Ähnlich wie er Cloud Nothings mit “Attack On Memory“ zum Ausbruch aus dem Indierock-Einerlei gelang, hat Steve Albini auch aus dem Brightoner Trio einen wahrhaftigen Dream-Doom-Kern rausgekitzelt und das Brimborium außenrum entfernt. Der ganz große Wurf ist „A New Nature” noch nicht: Zu […] |
EarthPrimitive And Deadly |
|
Dieses Album ist eine echte Überraschung. Gar nicht mal so sehr der Umstand, dass Earth zum ersten Mal seit den 90er-Jahren wieder auf Gesang setzen, macht „Primitive And Deadly“ im Bandkontext so besonders. Vielmehr verblüfft die Band um Dylan Carlson mit einer nicht für möglich gehaltenen Dynamik. Gerade die beiden Vorgänger der „Angels Of Darkness, […] |
Bear HandsDistraction |
|
Eine Erfolgsgeschichte wie aus dem Songbuch des Indierock! Zwei coole Dudes – einer Elektronikfrickler, der andere ein Noten hassender Musikgenius – treffen sich und entschließen sich, eine Band zu gründen, die irgendwie was mit Elektronik und Indie machen will. Na, denkt ihr auch schon: WOW! Brillante Idee! 2001 vielleicht, doch 2014 sieht die Sache schon […] |
Lia IcesIces |
|
Lia Ices entdeckt die Leichtigkeit. Es ist beinahe schon unverschämt leichtfüßig, wie sich die ersten Takte von „Tell Me“ ins Ohr drängen und auch das folgende „Thousand Eyes“ nutzt frischen und saftigen Elektronikflitter, der den ungeheuer eingängigen Melodieverlauf unterstützt. Trotz der zahlreichen Einflußgeber und dem hoffnungslos überstrapazierten Klangkatalog ist „Ices“ ein sehr zugängliches Album geworden, […] |
DigitariaNight Falls Again |
|
Wenn die Langeweilerinnen und Canapé-Parasiten aus der Vernissage verschwunden sind und nur noch die so gutgekleideten wie gutaussehenden Menschen unter sich sind, dann wird es allmählich Zeit für Körpernähe. Für diesen kleinen Gitarrenlauf und das coole „Hey, you got it“ in „Human Nature“, für die umnachtete Romantik von „Shine“ und irgendwann dann auch die treibend-tiefe […] |
The AbigailsTundra |
|
Outlaw-Country schafft es nur selten, sich auf dem hiesigen Musikmarkt ins Blickfeld zu rücken. Obwohl Wegbereiter wie Johnny Cash, Kris Kristofferson oder auch Waylon Jennings sich vornehmlich in den 60er und 70er-Jahren zusehends von konventioneller Grand-Ole-Opry-Romantik verabschiedet hatten und eher den bösen Buben huldigten, wurde in Europa wenn überhaupt doch eher zu Dolly Parton oder […] |
TrickyAdrian Thaws |
|
Schade: Da hatte Tricky auf „False Idols“ vor etwas mehr als einem Jahr noch eine aussichtsreiche Disziplin für Stimmungsdichte an den Tag gelegt, doch mit dem etwas unreif nachgeschobenen „Adrian Thaws“ verfällt er wieder dem Drang zur nachteilhaften Diversifizierung. Die diesmal vermehrte Zusammenarbeit mit der rauchstimmigen Francesca Belmonte liefert zwar ein paar gelungene metropole Spätnachtsvisionen […] |
SinkaneMean Love |
|
Ein guter Anfang kann im Pop schon die halbe Miete sein. Ein besonderes Gespür für distinktive, voneinander unverschiedliche Intros legt Ahmed Gallab alias Sinkane an den Tag: Mit nur einem lässigen Beat-Auftakt, direkt loslegender Leitmelodie oder falsettiertem Gesangseinsatz bekommen jeder Song auf „Mean Love” sofort einen stimmigen Eigencharakter verliehen. In engerer Zusammenarbeit mit seinen Bandkollegen […] |
Young MarcoBiology |
|
„Biology“ ist das Ergebnis einer Detailarbeit, im Großen wie im Kleinen. Der Amsterdamer Produzent Marco Sterk stellt seinem Debütalbum die luxuriöse Schönheit einer schimmernden Klangpalette in wohlbemessener Intensität voran: Glocken und gamelanartig anmutende Perkussionsmelodien umranken kosmische Analogsynth-Bepinselung über feinfühligem Houseantrieb, wobei „Biology Theme“ nicht mal einen Beat braucht, um auf den unfassbar weiten Ozean loszusegeln. […] |
The Number OnesThe Number Ones |
|
Ich gebe es offen zu, gerne immer wieder und wer diese Seiten öfter liest, wird es schon gemerkt haben: Ich habe eine Schwäche für (Old-School-)Punk und stelle daher auch immer wieder Scheiben aus dem Genre vor, zuletzt No Problem. Da allerdings, wo sich diese am amerikanischen Polit-Agitprop-Punk der 80er-Jahre wie beispielsweise Dead Kennedys abgearbeitet haben, […] |
Ariana GrandeMy Everything |
|
Mit radiofreundlich geschliffenen Rapbeats zu sonnigem Retrogestus war Ariana Grandes letztjähriges Debüt über lange Strecken ein herrlich spritziges R’n’B-Popalbum, das erst gegen Ende über missglückte Kollaborationen und fehlplatzierte Dance-Avancen ins Straucheln geriet. Leider setzt das Nachfolgewerk vor allem dort an und lässt Grande oft auch textlich so eingeengt wirken wie ihre Stimme, wenn sie eher […] |
Naomi PunkTelevision Man |
|
Ein großer Unterschied besteht zwischen Naomi Punks 2012er Debütalbum und „Television Man“ nicht. Nahezu den gleichen Sound, ja sogar die gleiche Akkordfolge wie mindestens ein Song auf dem Vorgängerwerk hat das Titelstück, ist wie die anderen neuen nur ein wenig schneller, ein wenig schärfer im Ausdruck mit stärker ausgeprägten Dynamikschwüngen und strengeren Anschlägen. Die Verfeinerungen, […] |
LulucPasserby |
|
Der Sommer ist noch nicht ganz vorbei. An Sonntagen, wenn der graue Himmel vom wohlig warmen Wind begleitet wird, erinnern wir uns daran, dass er kurz für uns da war dieses Jahr. Wir erinnern uns an Sonnenstrahlen auf der Haut beim Fahrradfahren und an den süßen Geruch reifer Früchte in der Nase, vergessen vielleicht ein […] |
Bear In HeavenTime Is Over One Day Old |
|
Schwerfällig, zäh, aufgesetzt: „Time Is Over One Day Old“, das vierte Album von Bear In Heaven, ist quasi die Antithese zu der erfrischenden 2012er Pop-Perle „I Love You, It’s Cool“. Ob das mit dem Ausstieg von Drummer Jason Stickney zu tun hat? Wir wissen es nicht. Dass zwischen durchaus annehmbaren Nummern wie „If I Were […] |
Mozart's SisterBeing |
|
„Most of my friends are medicated just like me“ gurrt Caila Thompson-Hannant über einem Beat aus Seifenblasen, die bei jedem Anschlag im Dutzend zerploppen. So wolkenweich der synthige Pop ihres Debütalbums als Mozart’s Sister auch stellenweise wird, so samtig ihre Stimme, die reine Glückseeligkeit wird „Being“ nicht. Vielmehr bedeutet diese Existenz ein „holding hands with […] |



