The AbigailsTundra

Outlaw-Country schafft es nur selten, sich auf dem hiesigen Musikmarkt ins Blickfeld zu rücken. Obwohl Wegbereiter wie Johnny Cash, Kris Kristofferson oder auch Waylon Jennings sich vornehmlich in den 60er und 70er-Jahren zusehends von konventioneller Grand-Ole-Opry-Romantik verabschiedet hatten und eher den bösen Buben huldigten, wurde in Europa wenn überhaupt doch eher zu Dolly Parton oder Kenny Rogers dahingeschmolzen. Jetzt sind neuere Interpretationen dieser zumeist ungestümen, kratzigen Spielart sicherlich weder dies- noch jenseits des Atlantiks größeren Begeisterungsstürmen ausgesetzt, und doch schwappen immer mal wieder einzelne Künstler wie King Dude hinüber und sorgen für Achtungserfolge. Ob das The Abigails auch gelingt, bleibt abzuwarten, denn auf dem aktuellen Zweitwerk „Tundra“ ist doch abgesehen von der an Lee Hazlewood erinnernden Stimme von Warren Thomas nicht allzuviel Aufregung zu entdecken. Sicher, da gibt es mit „Story Of Pain“ eine verschleppte Hymne und auch der Eröffnungssong „Twenty Nine“ weiß mit monochromer Westernattitüde zu begeistern, doch insgesamt vermag der Funke der gewollt räudigen Produktion nicht in Gänze überspringen.

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