Christopher Owens ist alles andere als ein Normalo. Mittlerweile hat man zigfach von seiner Kindheit und Jugend in einer durchgeknallten Sekte gelesen, kennt seine kaputten, nihilistischen, verdrogten Indierock-Platten in- und auswendig und weiß um seine nebenberufliche Tätigkeit als Model für eine schwedische Modekette. Das klingt natürlich alles ziemlich fesch und machte Owens zu einem der coolsten Rock-Antistars der letzten Jahre. Nun folgt mit der zweiten Soloplatte „A New Testament“ der radikale U-Turn: Statt noisigem Pop im Shabby-Chic widmet sich der 35-jährige nun jenen Genres, die möglichst weit draußen sind, also Mainstream-Country und bibeltreuem Gospelpop, die in ihrer Penetranz aber kaum zu ertragen sind. Die Frage, ob das alles ironisch gemeint ist, drängt sich zwar auf, ist in Zeiten von Alexander Marcus und MC Fitti aber auch irgendwie obsolet. Das einzig Gute an „A New Testament“ dürfte sein, dass es für Owens ab jetzt musikalisch nur noch nach oben gehen kann. Wenn er darauf überhaupt noch Bock hat.

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