Lia IcesIces
Lia Ices entdeckt die Leichtigkeit. Es ist beinahe schon unverschämt leichtfüßig, wie sich die ersten Takte von „Tell Me“ ins Ohr drängen und auch das folgende „Thousand Eyes“ nutzt frischen und saftigen Elektronikflitter, der den ungeheuer eingängigen Melodieverlauf unterstützt. Trotz der zahlreichen Einflußgeber und dem hoffnungslos überstrapazierten Klangkatalog ist „Ices“ ein sehr zugängliches Album geworden, was sicherlich auch zum großen Teil an der angenehmen Stimmfarbe der New Yorkerin liegt. Darum und weil die ganzen Effekte wie Glocken, Hall- und Echoeskapaden, Field-Recordings, Meeresrauschen, Stimm- und Geräuschdopplungen ständig für Aufmerksamkeit sorgen, bleiben die poppigen Stücke im Ohr, ohne beliebig zu werden. Schade hingegen ist, dass sich aufgrund der Vielfalt irgendwann eine Art Übersättigung einstellt, die gerade bei den etwas gemesseneren Stücken allzu deutlich wird. Alles ist irgendwie niedlich, manierlich und hübsch zusammengefügt und sorgt nur selten für große Überraschungsmomente. So ist „Electric Arc“ ein clever orientalisiertes Liedchen, das ohne die ganze Effekthascherei zwar nicht komplett charmebefreit, aber dennoch deutlich blasser bleiben würde. Ices übertreibt somit die leichte und zu stimmige Linie bis auf ein markiges Gitarrenintermezzo in „Higher“ zu Lasten einiger dringend benötigter Ecken und Kanten. Wenn sie die aber gefunden hat ohne ihren Sound vollends umzubauen, könnte sie glatt über den Wolken schweben.


