LulucPasserby

Der Sommer ist noch nicht ganz vorbei. An Sonntagen, wenn der graue Himmel vom wohlig warmen Wind begleitet wird, erinnern wir uns daran, dass er kurz für uns da war dieses Jahr. Wir erinnern uns an Sonnenstrahlen auf der Haut beim Fahrradfahren und an den süßen Geruch reifer Früchte in der Nase, vergessen vielleicht ein bisschen, dass der Sommer uns auf so manchem Festival zutiefst enttäuscht hat, uns hat frieren und leiden lassen. Auf volle Sonnenstrahlen folgt die dicke, braune Strickjacke und der Blick wendet sich viel zu trockenen Kornfeldern zu. Zu diesen sommerlichen Nachwehen spielen uns Luluc die überzeugendsten Melodien. Unaufgeregt und verwunschen bilden sachtes Fingerpicking, bestimmte Zurückhaltung in der Rhythmussektion und die eine oder andere hübsche Kleinigkeit den Rahmen um die herrlich abgeklärte Stimme Zoë Randells. Letztere erzählt uns von schweren Herzen, von zu großen Bergen, die am Himmel kratzen, beißenden Winden und über die Macht der Gewohnheit, hin und wieder hört man die Hintergrundgesänge von Steve Hassett. Leiden kann das australische Duo und lässt wunderschön „You kept me singing, when my heart was trembling“ erklingen, dass man augenblicklich in sich ruhen und mit den beiden traurig sein möchte. Nahtlos knüpfen sie an den Sound und die Unausgeschlafenheit ihres 2008 zur Welt gebrachten Debüts „Dear Hamlyn“ an, mit Folk, der zwar an Intensität und Eindringlichkeit schwer einzuholen ist, gleichzeitig aber so behutsam heranschleicht, als wollten Luluc das nebenan schlummernde Kind nicht wecken. Und so singen sie ihre großen Melodien, ganz eigen und bescheiden, die uns Ohr und Aufmerksamkeit abverlangen, aber dafür die melancholischen Momente vergangener Sommer schenken.

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