EarthPrimitive And Deadly
Dieses Album ist eine echte Überraschung. Gar nicht mal so sehr der Umstand, dass Earth zum ersten Mal seit den 90er-Jahren wieder auf Gesang setzen, macht „Primitive And Deadly“ im Bandkontext so besonders. Vielmehr verblüfft die Band um Dylan Carlson mit einer nicht für möglich gehaltenen Dynamik. Gerade die beiden Vorgänger der „Angels Of Darkness, Demons Of Light“-Reihe zeichneten sich noch durch einen nicht leicht verdaulichen Minimalismus aus, der nun hier durch eine Affinität zu Melodien ersetzt wird. Während das Eröffnungsstück es noch eher traditionell angehen lässt, kommen die restlichen vier Songs aufgelockert daher und konzentrieren sich ohne große Soundexperimente auf handfestere Strukturen mit einer klassischen Bandbesetzung. Hier kommt dann gleichsam als Nebenprodukt auch der Gesang ins Spiel. Mark Lanegan, gleich doppelt vertreten, und Rabia Shaheen Qazi verstärken auf drei der fünf Tracks diesen neuen Fokus. Dabei spannen Earth etliche großartige Melodiebögen, die ihre Musik im besten Sinnes des Wortes zugänglich wie noch nie und somit aus „Primitive And Deadly“ eine kleine Antithese zu vielen anderen Alben ihrer langen Geschichte macht.


