Cinema Red And BlueCinema Red And Blue |
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Sowohl von Comet Gain als auch den Crystal Stilts hatte man seit ihren letzten Alben in den Jahren 2008 bzw. 2009 kaum Neuigkeiten, geschweige denn neue Musik vernommen, bis im August diesen Jahres plötzlich eine Single das gemeinsame Projekt mit dem Namen Cinema Red and Blue ankündigte. Und wie so oft, wenn sich recht erfolgreiche Musiker in neuen Konstellationen zusammenfinden, dauerte es auch in diesem Fall nicht lang bis in ihnen eine neue Supergroup gefunden wurde; die Erwartungen hoch und die Gefahr, dass diese nicht erfüllt werden ungleich größer. Dabei handelt es sich bei Cinema Red and Blue eigentlich nur um das vorübergehende Projekt zweier befreundeter Bands, die im August 2009 in New York innerhalb einer Woche ein paar eigene Songs und Cover aufgenommen hatten. |
No AgeEverything In Between |
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Wohl kaum eine Band, kaum ein Künstler ließe sich ähnlich stark mit der zugegebenermaßen noch recht kurzen Geschichte unseres kleinen Fanzines assoziieren als die beiden DIY-Noise-Berserker von No Age. Waren es anno dazumal, vor rund zwei Jahren, doch die Konzerte von Randy Randall und Dean Spunt, wo sich ein kleiner Kern der Redaktion zum ersten mal zusammenfand. So wurde dann auch das zu dieser Zeit erschienene Zweitwerk der Band auf diesen Seiten gebührend abgefeiert und in die oberen Regionen der Jahrescharts gehievt. Ich für meinen Teil konnte damals leider nie so ganz mitgehen. No Ages berstende Liveenergie wollte für meine Begriffe einfach nicht auf Tonträger überspringen, die viel beschworenen Melodien hinter der Noiseoberfläche blieben mir leider verborgen. |
Jimmy Eat WorldInvented |
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Mit Erwartungen ist das immer so eine Sache: Entweder sind sie zu hoch oder zu niedrig. Während letzteres jedoch keinerlei negative Auswirkungen auf die persönlichen Empfindungen hat, ist erstere Variante nicht ganz so ungefährlich für das eigene Gemüt: Ist nämlich ein Produkt – sagen wir: ein neues Album einer bereits etablierten Band – nicht so toll wie erhofft, neigt der durchschnittliche Konsument dazu, es noch schlechter zu sehen als es eigentlich ist. Was das alles mit Jimmy Eat World zu tun hat? Viel. |
The Black AngelsPhosphene Dream |
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Schuppen, Haare, der Schweiß der letzten Tage und Nächte überziehen wie ein schmieriger Film den Körper. Es riecht nach Anstrengung, Arbeit und Dreck. Die Fünf von The Black Angels sind kaum die Hygienebeauftragten ihres Viertels in Austin, Texas. Ihre Instrumente verlangen ihnen einiges ab: die Gitarren sind massig, das Schlagwerk stur geknüppelt, der Bass mit bulliger Motorik gespielt und die Farfisa jault aufreizend dazu. Der Gesang gibt angestrengt sowieso alles und morpht mit Inbrunst vor sich hin und kann sich zwischen Jefferson Airplane und Amon Düül nicht recht entscheiden. Man möchte der Band eigentlich direkt ein paar Plektren oder ganze Arme klauen, um mithilfe einer Radiokarbon-Analyse […] |
Edwyn CollinsLosing Sleep |
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Genug gehört vom leidenden Künstler, dessen Musik lediglich schnödes Ventil ist, um seine mehr oder weniger schweren Schicksalschläge zu verarbeiten. Genug gehört der tausend tragischen Geschichten, die eigentlich nur dazu dienen sollen, die Verkaufszahlen eines Albums durch das gewisse Mehr an Authentizität in die Höhe zu schrauben. Nun, angesichts dieses wirklich tollen Albums könnte es […] |
Antony & The JohnsonsSwanlights |
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Nachdem Antony & The Johnsons auf ihrem letzen Album „The Crying Light“ der Realität abgeschworen und sich großen Konzepten zugewandt haben, hegt das neue Werk „Swanlights“ weniger universelle Ambitionen. |
Solar BearsShe Was Coloured In/Inner Sunshine EP |
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„Digital ist besser“ schien einst durchaus schlüssig als Zukunftskonzept, die Präzision von Mathematik, die unverfälscht reproduzierbare Klarheit und das fast grenzenlose Potential in Bits kodierter Klänge wirkten alten analogen Aufnahme- und Produktionstechniken so selbstverständlich überlegen, dass deren Aussterben nur noch eine Frage der Zeit sein konnte. Doch mit der Zeit wurde nicht nur deutlich, dass mehr technische Möglichkeiten allein noch nicht zu künstlerischer Innovation führen, es dafür wie eh und je des nötigen kreativen Geistes und handwerklichen Geschicks bedarf. |
SuperchunkMajesty Shredding |
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Am vergangenen Wochenende versammelte die Indierock-Institution Matador anlässlich ihres 21. Geburtstages einen ganzen Haufen ihrer beliebtesten und erfolgreichsten Künstler auf einer Bühne. Mit dabei war auch eine der wenigen Bands darunter, die sich nie aufgelöst hatten, trotzdem war im vergangenen Jahrzehnt kaum noch etwas von ihr zu hören gewesen. Weil ihre Mitglieder unter anderem damit beschäftigt waren, größere Charterfolge zu erzielen als der Rest der zu diesem Fest versammelten. Nun aber sind Superchunk mit einem eigenen neuen Album zurück – es war die lange Wartezeit absolut wert. |
GlasserRing |
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Seit jeher ist das Transzendente, das Metaphysische Teil unserer realen Welt. Als Frage nach dem „Woher“ , „Wohin“ oder „Warum“ ist es weit über die Konstrukte einer wie auch immer gearteten Religion unzertrennbar mit dem Bewusstsein des Menschen verankert. Und das ist ein weltweites Phänomen, was allerdings im Umkehrschluss weiterhin keine Bestätigung für eine wirklich existente kosmische Verbindung aller Lebewesen darstellt, die einige Verfechter des Esoterischen gerne heraufbeschwören, während sie eine CD einlegen, die entweder mit einlullender Entspannungsmusik oder tribal-artiger Percussion aufwartet. Beide Wege nutzen die Gleichförmigkeit, die immerwährende Wiederholung, um einen Zustand des Entrückten und Ekstatischen zu erreichen, der einen Einblick ins Unbegreifliche ermöglicht. Glasser nimmt diese Elemente auf und münzt sie zu einem luftigen Indiepop-Album. |
DeerhunterHalcyon Digest |
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Die 60er haben im Zusammenhang mit Deerhunter immer schon eine große Rolle gespielt, vor allem die Parallelen zu The Velvet Underground stechen besonders hervor: Der experimentellen Frühphase (bei VU auch als Warhol-Zeiten bekannt) folgte mit „Microcastle / Weird Era Cont.“ das unmissverständliche Statement Richtung Popsong. „Halcyon Digest“, das inzwischen vierte und gleichzeitig ambitionierteste Album der Herren um Bradford Cox, geht diesen Weg konsequent weiter und kennzeichnet nun das vorläufige Ende einer Entwicklung, die sich mit uneingeschränkter Präzision nichts als den Song selbst zum Ziel gesetzt hat – „Loaded with hits“ sozusagen. |
The Hundred In The HandsThe Hundred In The Hands |
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Da haben sich zwei gefunden: Das Debütalbum von The Hundred In The Hands interpretiert metropole Klaustrophobie, konfuse Tage und überdehnte Nächte in glänzend melancholischen Dancepop. |
JunipFields |
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Junip haben es geschafft. Nach nunmehr 10 Jahren und nur einer einzigen EP erblickt „Fields“ das Licht der Welt. Licht? Ein diffuses Zwielicht vielleicht, irgendwo zwischen langsam untergehender Sonne und angehendem Mond schleicht sich herein, changiert in Farben frischen Herbstlaubs und wabert auch schon mal nebulös vor sich her. Dick eingepackt wandern José González, Elias […] |
Blonde RedheadPenny Sparkle |
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Gegensätzlichkeiten, Spannungsfelder, schon seit Urzeiten das Geheimnis zumindest vieler guter Musik. An Blonde Redhead beispielsweise ließ sich diese These stets auf eine ziemlich einfache Formel herunterbrechen. Da waren zum einen die lauten und kantigen Noise-Elemente der Sonic-Youth-Schule und zum anderen der süßliche, fast schon kitschige Gesang Kazu Makinos, die hier gegeneinander antraten und das Hören von Blonde Redheads Platten schon immer zu einem ganz besonderen Vergnügen machten. |
GrindermanGrinderman 2 |
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„Wünschten Sie, Sie würden sterben? Nein. Aber vielleicht wünschte ich, ich wäre gestorben. Wenn man am Leben ist, hat man das immer vor sich.“ |
Maps & AtlasesPerch Patchwork |
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Maps & Atlases aus Chicago gelten im Folk- und Indie-Bereich als einer der vielversprechendsten Newcomer aus den USA. Zwar nicht als Anwärter auf reißenden Absatz an den Plattentheken, dafür betrachten sie Kritiker in künstlerischer Instanz als eine der aktuell wenigen Bands, die sperrige Entwürfe und künstlerischen Spieltrieb in originelle Songs von drei Minuten packen kann. Ohne Quetschen, ohne Spannen. Dabei handelt es sich um eine momentan eher rare Gabe. Die einen werfen die Kleinkunst zu Gunsten des Hits über Bord und produzieren stromlinienförmige Popsongs, während sie einzelne Stücke in Überlänge mit Gefrickel überladen. Andere lassen nichts aus und spielen an jedem Schalter, der sich finden lässt, bis sich auch der letzte Hörer in einen Teil des Sound-Labyrinths verrannt hat, aus dem so schnell kein Ausweg bereitgestellt wird. |
Isobel Campbell & Mark LaneganHawk |
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Die einen oder anderen unter euch kennen es vielleicht: In diesen Tagen, wo unzählig viele neue Platten an einen herangetragen werden und die Veröffentlichungen sich extrem ballen, da drängt einen die unbändige Gier dazu, zuerst die vermeintlich spektakulären Werke zu hören. Die, die Ungewöhnliches oder gar Absurdes versprechen und schon beim ersten Durchgang deutliche Reizpunkte setzen – man ist schließlich auf der Suche nach dem schnellen Erlebnis. Nach Entertainment. Da haben es solche Routiniers wie Isobel Campbell oder Mark Lanegan mit einem von Grund auf traditionellen Album naturgemäß schwer. Wie schade. |

















