DeerhoofThe Magic |
|
Wer sich beim Hören nicht gerne ständig an andere Bands erinnert fühlt, kann sich auf Deerhoof verlassen: Auch auf ihrem werweißwievielten (OK, wir wissen’s: dreizehnten) Album besteht zwischen Greg Sauniers schepprigen Perkussionsschüben und Satomi Matsuzakis heller Gesangsführung null Verwechselungsgefahr, so willkommen wie außergewöhnlich ist jedoch die Entspanntheit und harmonische Wärme, die „The Magic“ verströmt. Konnten […] |
Little ScreamCult Following |
|
Es ist ein gutes Zeichen, wenn einer der besten Songs gegen Ende eines Albums einsetzt, ohne den Eindruck zu erwecken, dass es dafür an diesem Punkt schon zu spät ist. Laurel Sprengelmeyer unterstreicht so mit dem traumhaften Piano-Pop-Rausch „Someone Will Notice“ noch einmal den kunstvollen Drahtseilakt, den sie auf „Cult Following“ vollführt. Der verhallte Folk […] |
AstronoidAir |
|
Astronoid aus Groveland, Massachusetts scheinen angetreten zu sein, um ein für alle Mal zu beweisen, dass Blast- beziehungsweise D-Beat, Tremolo-Pickings und weitere Zutaten aus dem metallenen Universum wie Gniedelsoli und Riffing noch lange keinen Metal machen müssen. Im Grunde sind bei ihnen all diese Zutaten, die doch eine fette Metalplatte auszeichnen, vorhanden und auf Bandbildern […] |
Zeal & ArdorDevil Is Fine |
|
Hinter Zeal & Ardor verbirgt sich Manuel Gagneux aus New York. Er beschreibt das Projekt als kontrollierten Zusammenprall von musikalischen Komponenten, die eigentlich oder scheinbar unvereinbar sind, aber thematisch zusammenpassen. Auf seinem zweiten, in Eigenregie über Bandcamp vertriebenen Album „Devil Is Fine“ kombiniert er eigens verfassten Chaingang-Chant, Gospel, Blues und ein gehöriges Wissen über elektronische […] |
WhitneyLight Upon The Lake |
|
„Cause I’m aching but I fell right in/ when you gave me up/ Those golden days snuck away from us“. Mit wenig Soundeffekt, nur gelegentlicher Verdoppelung hängt der Gesang von Julien Ehrlich so nackt im Vordergrund, wie auch er selbst sich textlich in aller Verwundbarkeit die Blöße gibt. Mit beschränkter Fähigkeit zur Inflektion ist sein […] |
The GotobedsBlood // Sugar // Secs // Traffic |
|
Wo Sufjan Stevens wohl sein großes Projekt aufgegeben hat, für jeden US-Staat ein Album zu verfassen, müssen sich in kleinerem Rahmen nun wohl The Gotobeds darum kümmern. Nach „New York’s Alright (If You Like Sex & Phones)“ nimmt sich „Blood // Sugar // Secs // Traffic“ mit „Cold Gold (LA’s Alright)“ nun (dem Beleidigen) der Westküstenmetropole […] |
AaRONWe Cut The Night |
|
Ein Dreivierteljahr nach der Veröffentlichung in Frankreich erscheint AaRONs basslastiges drittes Album „We Cut The Night“ auch in Deutschland. Viel Jan Blomqvist steckt dort drin, dazu etwas WhoMadeWho, VIMES, Moderat, Abby und Gundelach. Simon Burets und Olivier Coursiers Songs lassen sich Zeit und liegen fast gänzlich jenseits der Vier-Minuten-Marke, die Tempi variieren zwischen treibend und […] |
Laura MvulaThe Dreaming Room |
|
Endlich ist sie zurück, diese Stimme! Laura Mvula hat sich nach ihrem Debüt „Sing To The Moon“ Zeit gelassen mit neuer Musik und ihren Popentwurf in der Zwischenzeit ausgebaut. Sperrige Rhythmen kennzeichnen auch „The Dreaming Room“, in Sachen Opulenz hat Mvula sogar ein Stück zugelegt. „Who I Am“ eröffnet noch mit reserviert hallenden Glocken das […] |
Minor VictoriesMinor Victories |
|
Wenn Mitglieder zweier der lautesten britischen Bands aller Zeiten gemeinsame Sache machen, kann dabei sicher auch ein reduziertes Lüftchen entstehen. Im Fall von Minor Victories ist jedoch, wie Mogwai-Gitarrist Stuart Braithwaite verschmitzt selbst zugab, das Soundbild erwartbar gipfelstürmerisch: Feucht-faserig komprimiert klatschen die Drums unter voluminösen Rauschefäden aus Gitarre, Streichern und Synth-Tapezierung, schon der alibihaft anschwellende […] |
18+Collect |
|
Dass ihre kruden R’n’B-Faksimile eine tiefere Wirkung unterm ironisch-apathischen Auftreten entfalten können, haben Samia Mirza und Justin Swinburne spätestens mit ihrem Debütalbum „Trust“ bewiesen, auch „Collect“ hält mit seiner spärlich gestreuten Soundpalette und gleichermaßen fragmentierten Textimpressionen durchaus kunstvoll auf Distanz. Woran es darauf hingegen mangelt, das sind gelegentlich einmal ausformulierte Hooks wie bei „Drama“ oder […] |
HyperculteHyperculte |
|
Gitarre-Schlagzeug-Rockduos gibt es nicht wenige, auch schon mal mit einem Vier- statt Sechssaiter – doch ein Kontrabass, das sieht man nicht alle Tage. Noch bemerkenswerter ist aber, was die grandiosen Hyperculte aus ihren beiden Instrumenten alles herausholen. Meistens nutzt Vincent Bertholet die satte Tiefenresonanz gezupfter Saiten, um mit Drummerin Simone Aubert hypnotisch zirkelnde Groovegeflechte zu […] |
Ariana GrandeDangerous Woman |
|
Kursänderung gelungen: Das gegen Ende 2015 veröffentlichte „Focus“ war wirklich kein Flop, dennoch verlor die mit prominentem Bläser-Hook und beklatschtem Groove allzu stark nach „Problem“-Aufguss riechende Single in den Folgemonaten radikal an Bedeutung für Ariana Grandes drittes Album. Nicht einmal auf der umfangreicheren Deluxe-Version ist der Song mehr enthalten – zum Glück, gegen die gelungeneren […] |
The HotelierGoodness |
|
„Sun“, „your beautiful brightness“, „I see the light that shines on me“, „You In This Light“ – viele der Songtexte und -titel auf „Goodness“ tragen Licht in sich. Auf ihrem dritten Album gehen The Hotelier ein Stück weit auf Distanz zur Depression und den Schicksalsschlägen, die „Home, Like NoPlace Is There“ prägten, in Worten wie […] |
GundelachGundelach EP |
|
Druckvoller Electropop mit männlicher Falsettstimme – eine bewährte und doch immer wieder neu zu entdeckende Kombination. Kai Gundelach aus Oslo stellt mit genau diesen Komponenten eine selbstbetitelte Debüt-EP zusammen, die es in sich hat. Vom gemächlich-basslastigen „Written In Red“ über das bezaubernde Gute-Laune-Popstück „Spiders“ bis zur instrumentalen Ambient-House-Nummer „Dintomas“ zeigt der Norweger, dass sechs Songs […] |
Niki & The DoveEverybody's Heart Is Broken Now |
|
„It was always summer in my mind.“ Nostalgie im Pop kann auf mehr als nur der Stilebene fungieren: Eben das Wissen darum, dass sich die Magie einer verklärten Erinnerung in der Gegenwart nie exakt replizieren lässt, machen Niki & The Dove zum Motiv ihres zweiten Albums. Die meist in Doppelung maßvoll zurückgestellt-gehallte Nasalstimme Malin Dahlströms […] |
Stabil EliteSpumante |
|
Dass Stabil Elite nun zur fünfköpfigen Band angewachsen sind, ist mehr eine Formalität als Neuerfindung (Bassist Timo Hein brachte sein Spiel schließlich auch schon ins Debüt „Douze Pouze“ ein). Ähnlich understated vollziehen die Düsseldorfer auf ihrem zweiten Album eine stilistische Expansion: Über exakt 60 Minuten feiern Stücke wie das eröffnende „Fairlight CA“ noch die Synthesizer […] |

