DeerhoofThe Magic

Wer sich beim Hören nicht gerne ständig an andere Bands erinnert fühlt, kann sich auf Deerhoof verlassen: Auch auf ihrem werweißwievielten (OK, wir wissen’s: dreizehnten) Album besteht zwischen Greg Sauniers schepprigen Perkussionsschüben und Satomi Matsuzakis heller Gesangsführung null Verwechselungsgefahr, so willkommen wie außergewöhnlich ist jedoch die Entspanntheit und harmonische Wärme, die „The Magic“ verströmt. Konnten die letzten beiden Studiowerke an trockener Verstiegenheit etwas verklumpen, breitet das Quartett in Songs wie „Criminals Of The Dream“ und dem wundervollen „Acceptance Speech“ mühelos glammige Synth-Anmut wie einen warmen Frotteemantel aus – keine Seide wohlgemerkt, ein bisschen Reibungspotential muss schließlich erhalten bleiben. So rauschen „Disposessor“ in glammigem 70er-Rock und „That Ain’t No Life to Me“ als Garage-Punk durch, während weichen Flächen die Riffausbrüche von „Kafe Mania!“ auffangen oder „I Don’t Want To Set The World On Fire“ fast gitarrenlos einen minimalistischen Loop-Kontrast setzt. Erfreulich ist vor allem, dass der spontane Funken auch nach einem Dutzend Songs noch nicht erlischt, Deerhoofs spielerisches Vergnügen bleibt ansteckend im Funk-Bass von „Model Behavior“ wie auch dem Hände- und Schellenklatschen des geradlinigen „Plastic Thrills“. Eingerahmt ist all diese bemessene Intensität und einladende Politur vom ekstatisch funkelnden „The Devil And His Anarchic Surrealist Retinue“ und dem herrlich spinnerten Finale „Nurse Me“ mit sirenenhaft jodelnder Gitarre, Handperkussion und megaphonmäßiger Vocal-Verstärkung – soviel Zeit für Exzentrik muss sein.

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