The GotobedsBlood // Sugar // Secs // Traffic
Wo Sufjan Stevens wohl sein großes Projekt aufgegeben hat, für jeden US-Staat ein Album zu verfassen, müssen sich in kleinerem Rahmen nun wohl The Gotobeds darum kümmern. Nach „New York’s Alright (If You Like Sex & Phones)“ nimmt sich „Blood // Sugar // Secs // Traffic“ mit „Cold Gold (LA’s Alright)“ nun (dem Beleidigen) der Westküstenmetropole an, überhaupt ist das zweite Album des Pittsburgher Quartetts eine ziemlich konsequente Fortsetzung seines exzellenten Debüts „Poor People Are Revolting„. Schon der Titel zwinkert kräftig mit den Augen und Referenzen wie der Shoutout an eine Musikjournalistin für ihre Kritik misogyner Songtexte geben Eli Kasans Wortsalven eine Insider-Nähe, als stehe er vor einem Publikum, in dem er jedes Gesicht benennen könne. Kasans aufgeriebener bis shoutiger Vortrag kann nicht überall passend unterstreichen, ob seine Worte nun gerade hintersinnig oder schlicht albern sind, gibt dem angepunkten Rock aber immer den Druck, der im diesmal etwas weniger schnoddrig-schludrigen Sound sonst schon mal abgehen könnte. Umso schöner wird im Fokus der zweispurige Gitarrendialog wie in „Rope“ herausgestellt, anderswo kann sich die Rhythmussektion Zeit nehmen, um „Crisis Time“ graduell eskalieren zu lassen oder im Anschluss keine Zeit verschwenden, um durch „Manifest“ zu galoppieren. Zugleich der dynamikvergnügteste und süßeste Song ist das finale „Amazing Supermarkets“ zwischen Shouts, Falsettbegleitung und noisigem Grollen, melodisch schöner ist nur noch „”Bodies”“ (der Songtitel steht bereits in Anführungszeichen), wo sprungfreudige Licks und Riffs von einem akzentuierenden Schlagzeugspiel aufgepeitscht werden.


