Es ist ein gutes Zeichen, wenn einer der besten Songs gegen Ende eines Albums einsetzt, ohne den Eindruck zu erwecken, dass es dafür an diesem Punkt schon zu spät ist. Laurel Sprengelmeyer unterstreicht so mit dem traumhaften Piano-Pop-Rausch „Someone Will Notice“ noch einmal den kunstvollen Drahtseilakt, den sie auf „Cult Following“ vollführt. Der verhallte Folk und die langgezogenen Gitarrenanschläge ihres Debüts „The Golden Record“ scheinen auf ihrem zweiten Werk als Little Scream nur noch momentweise durch, stark rhythmusorientiert gleitet stattdessen „The Kissing“ von Fingerschnippsen in rumpelndes Schlagzeug und verzerrtes Gitarrengniedeln, mit dem Sprengelmeyer wie auch im Spoon-igen „Love As A Weapon“ parallel den Treppenstufen-Melodielauf ihrer Stimme imitiert. Ob im synthig-leuchtenden Pop von „Dark Dance“, dem innerlich aufgewiegelten „Evan“ oder der atmosphärischen Dichte von „Wishing Well“s Dream-Country, die von der Montrealerin und Richard Reed Parry co-produzierten Songs sind bei vier- bis fünfeinhalbminütiger Länge so substanzreich wie feingliedrig arrangiert. Überfrachtet wirkt „Cult Following“ nicht, im Gegenteil ist es ein kompaktes Album mit nur acht Songs, dessen Dichte vor allem zu Beginn von vier ambienten Zwischenspielen gerahmt und ausbalanciert wird. „Wreckage“ hingegen scheint kurz vor der Auflösung zu stehen, gedämpftes Trommelspiel und Stimmhauch geben einander Atemraum und im Hintergrund raunen sich zunehmend Holzbläser ein. Genau hier setzt Sprengelmeyer den Wendepunkt und lässt mit „Someone Will Notice“ umso wirkungsvoller noch einmal genussvoll aufhorchen.

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