Levon VincentLevon Vincent |
|
Selten vermag ein House- oder Techno-Album über eine derartige Länge in seinen Bann zu ziehen wie die 72-minütige Debüt-LP des New Yorkers. Elf Tracks über acht Seiten bedeuten bei Levon Vincent aber weder endlos repetitive Konvention noch Sounddesign-Komplexität um jeden Preis: Eine erstaunlich leichte Hand demonstriert er in der spacig-ambienten Albummitte ebenso wie in der […] |
Marina And The DiamondsFROOT |
|
„You can’t pin me down“, singt Marina Diamandis durchaus programmatisch in der Mitte ihres dritten Albums, „All these contradictions pouring out of me/ just another girl in the 21st century“ – einem bunten Fruchtkorb mag es entsprechen, doch keiner wüsten musikalischen Mischung. Bis auf die Mungolian-Jetset-seltsame Disco des Titelstücks ist die Exzentrik, die man ihr […] |
Lower DensEscape From Evil |
|
Unnahbar bleibt Jana Hunter – das ist weder gut noch schlecht, es irritiert. Ihre Stimme hat etwas, das Distanz wahren lässt, auch wenn die Instrumente so fröhlich flirren wie in „To Die In L.A.“. Fast geht er in Richtung Belle And Sebastian, ein Song über die HerzensbrecherInnen, auf die wir im Verlauf unserer Lebenslinie immer […] |
Makeshift SheltersSomething So Personal |
|
Ursprünglich wollten die Gründungsmitglieder von Makeshift Shelters mit ihrer Punk- und Grindcore-Vergangenheit abschließen und atmosphärischen Downtempo anpeilen, doch auf seinem Debütalbum injiziert das Quartett aus Washington, D.C. hochmelodischen Emo-Indierock mit einem kraftvollem Drive, der ihm wohl im Blut liegt. Nicht nur dank farbenfroh fiependem Juno-Synth erinnert es an frühe Get Up Kids oder auch rohere […] |
Kali UchisPor Vida EP |
|
Kali Uchis scheint Gefallen am Soul-Pop der 60er und 70er gefunden zu haben. Nicht nur visuell (mit viel Pastell, Cadillac oder kreisrund-dickumrahmter Sonnenbrille), auch musikalisch schwelgt die gebürtige Kolumbianerin für ihr selbstveröffentlichtes EP-Debüt in Vintage-Style, was bei aller Modernisierung auch schon mal in den Kaufhaus-Kitsch von „Lottery“ ausufern kann. Doch im Kontrast zu manch plastikglatter […] |
TorcheRestarter |
|
Torche sind Grenzgänger und den Stil, den die Band aus Miami auf ihrem vierten Album „Restarter“ pflegt, möchte ich mal vorsichtig mit „sludgigem Stoner“ umschreiben. Dieser verleugnet seine Erdung in riffigem Metal, Noise und einer krautigen Psychedelik nicht, aber für „Restarter“ kommt streckenweise noch eine ganze Portion Wipers dazu. Obendrein müssen Torche ihren derzeitigen Gitarrenklang lieben, […] |
Evans The DeathExpect Delays |
|
So wie unter der englischen Austeritätspolitik besonders die Kulturförderung runtergemacht wird, verwundert es wenig, wenn sich bald wohl nur noch Wohlstandskinder eine Musikkarriere leisten können und die Popcharts stärker denn je prägen. Die Kehrseite davon tönt immer wieder durch auf dem zweiten Album von Evans The Death, die für ihr finanziell nicht gerade lukratives Noisepop-Debüt […] |
Nidia MinajDanger EP |
|
Allmählich breitet sich Lissabons Kuduro-Hybriden-Szene auf internationale Labels wie Warp und Lit City Trax aus, doch die nächste Generation auf dem lokalen Dreh- und Angelpunkt Principé steht schon in den Startlöchern. „Danger“ ist das Debüt der mittlerweile nach Bordeaux gezogenen Nidia Minaj, die ihren Labelkollegen in Sachen eigenwilliger Tanzkinetik nicht nachsteht. Anders als ein DJ […] |
PollyesterCity Of O |
|
Die Turmskulpturen in der marokkanischen Wüste mögen den Titel inspiriert haben, bis auf die retrofuturistischen „City Of Orion“-Instrumentals am Ende der A- und B-Seite hat das herrliche dritte Album von Pollyester aber nur noch wenig mit krautig-kosmischem Dahintreiben am Hut. Lieber widmet sich das Münchener Quartett dem Zwischenmenschlichen mit verstrahltem Funk und Disco-Exzentrik, die durch […] |
SokoMy Dreams Dictate My Reality |
|
Das Zweitwerk der Pariserin ist ein Dazwischen-Album: Mit starkem französischen Akzenteinschlag voller Lederjacken-Coolheit singt sie wie zwischen Wach- und Traumzustand vom Hadern mit der Adoleszenz, alt genug um’s besser zu wissen („And I’m too aware of my mortality/ I thought I was a kid when I wasn’t a kid “) und doch nicht reif genug, […] |
RAScandinavia |
|
Frostiger Wind aus dem Norden: Nachdem Shiny Darkly aus Dänemark im vergangenen Jahr mit „Little Earth“ überzeugten, legen jetzt RA aus Malmö nach. Und das hat mit Schweden-Pop so wenig zu tun wie Morrissey mit dem neuen Double Cheeseburger. Das Quartett präsentiert nach einer EP, für die sich auch schon Trentemøller interessierte, nun ein ungestümes […] |
RATKING700 Fill EP |
|
„RATKING have pulled a Thom Yorke.“ Auch das New Yorker Trio nutzt den Filesharing-Dienst BitTorrent für die Veröffentlichung seiner EP, im Gegensatz zu „Tomorrow’s Modern Boxes“ kann man „700 Fill“ aber in Gänze kostenlos herunterladen. Während die beiden MCs Hak und Giftzwerg Wiki gewohnt garstig klingen und wieder die Energie und Aggression des Debütalbums „So […] |
Songhoy BluesMusic In Exile |
|
Davon, dass unter radikalem Islamismus vor allem die muslimische Bevölkerung leidet, können Songhoy Blues mehr als ein Lied singen. Die vier flohen aus ihrer westafrikanischen Heimat, als die Ansar-Dine-Miliz in Mali die Scharia ausrief – eine der ersten Verordnungen der Salafisten war das Hör- und Spielverbot von Musik. Aus Trotz, aber auch aus Liebe zur […] |
THEESatisfactionEarthEE |
|
Oben ist da, wo der Daumen unten ist – oder wie war das nochmal? Man kann Zeit- und Raumgefühl verlieren, wenn man sich von dem Seattler Duo mitnehmen lässt. In ihrer Weichheit erscheinen manche Stücke anfangs zu kurzweilig, fast ätherisch, doch geerdet in ungezwungen-geduldigen Groove verflüchtigen sich auch das krautig-kosmisch durchwaberte Titelstück oder die in […] |
Purity Ringanother eternity |
|
Es ist ja so eine Sache mit dem Zukunftsanspruch im Pop. Was am einen Tag noch futuristisch sein soll, nur weil es frisch und ungehört ist, verliert diesen Effekt schnell durch dutzendfaches Abkopieren von anderen oder einfach durch Selbstrepetition. Wer das Schaffen von Fade To Mind seit Jahren auch noch so bewundernd verfolgt, mag an […] |
MarmozetsThe Weird And Wonderful Marmozets |
|
Melodie und mathiges Hakenschlagen zeichneten das englische Quintett seit der ersten EP aus, doch mit ihrem fantabulösen Debütalbum haben Marmozets die Synthese mit Durchschlagswirkung geschafft, bei der das Eine nicht mehr wie ein Stolperschein oder im Wechsel mit dem Anderen erscheint. „Cover Up“ synkopiert so Gesang mit Gitarren im nervösen Geflecht der Strophen und drückt […] |






