Melodie und mathiges Hakenschlagen zeichneten das englische Quintett seit der ersten EP aus, doch mit ihrem fantabulösen Debütalbum haben Marmozets die Synthese mit Durchschlagswirkung geschafft, bei der das Eine nicht mehr wie ein Stolperschein oder im Wechsel mit dem Anderen erscheint. „Cover Up“ synkopiert so Gesang mit Gitarren im nervösen Geflecht der Strophen und drückt mit geradliniger Bridge zum Refrain durch, der erneut komplexe Stakkato-Haken schlägt, dabei jedoch Hand in Hand mit der ungemein catchigen Vocal-Harmonie von Becca Macintyre mit ihrem Bruder Sam geht. Neben den naheliegenden Dillinger Escape Plan ruft „The Weird And Wonderful Marmozets“ zeitweise gleich an eine ganze Reihe Posthardcore-verwandter Bands um die Jahrtausendwende in Erinnerung, vor allem Thursday in „Cry“ oder „Captivate You“, doch ähnlich wie die ungleich crustigeren Code Orange-Jungspunde aus Übersee drücken Marmozets ihrem ambitioniert weitreichenden Entwurf einen höchst eigenen – vor allem kompositorisch wendungsfreudigen – Stempel auf. Der reicht bis zum Garage-Rock von „Love You Good“, der ebenso flüssig von einem kathartischen Screamo-Math-Break gesprengt wird wie die Scheinbar-Ballade „Cry“ im Gipfel der Anspannung aus ihrem gemütlich tragenden 4/4-Takt ausbricht. Am überraschendsten ist immer wieder, mit welch selbstverständlicher Pop-Affinität Marmozets dieses ideenreiche Gewuchte injizieren.

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