Es ist ja so eine Sache mit dem Zukunftsanspruch im Pop. Was am einen Tag noch futuristisch sein soll, nur weil es frisch und ungehört ist, verliert diesen Effekt schnell durch dutzendfaches Abkopieren von anderen oder einfach durch Selbstrepetition. Wer das Schaffen von Fade To Mind seit Jahren auch noch so bewundernd verfolgt, mag an Future Brown nur noch Ideenrecycling finden und auch um Purity Ring herum hat sich die Welt in der Zeit seit ihrem Debüt enorm verändert – nach „Witch House“ kräht kein Hype-Hahn mehr. Die größte Entwicklung an „another eternity“ ist noch, dass die Songtitel nun alle in Kleinbuchstaben stehen und nur noch selten Portmanteaus sind. Das Sounddesign ihres Märchen-Trap ist offener dimensioniert und schärfer separiert geworden, mit massiven Basstritten, Wobble-Sägen und Neonsynth-Gehämmer mit Drop-Androhung – wenn dies „Future Pop“ ist, dann ist er vom dunkel-atmosphärischen Debüt nun deutlich in Richtung lichterne Utopie gezogen. Die kontrastierende Dynamik der Vocals ist jedoch geblieben, Megan James‘ mehr über Aussprache als Betonung denkwürdiger Twee-Singsang bleibt von Körperteilen beunruhigend fasziniert. Doch „Watching me is like watching fire take your eyes from you“ ist nun mal kein „Who gave you eyes like that/ said you could keep them?“, Purity Ring bevorzugen schwurbelig mystifizierte Bilder gegenüber Direktheit und Persönlichkeit – ein Effekt, den ihre Songs hier nur selten so ausspielen wie das desorientierende „push pull“. Statt den Schock des Neuen zu erwecken, hat sich das Duo auf ein durchaus noch feines Format festgelegt, das vorhersehbar zu werden droht.

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