So wie unter der englischen Austeritätspolitik besonders die Kulturförderung runtergemacht wird, verwundert es wenig, wenn sich bald wohl nur noch Wohlstandskinder eine Musikkarriere leisten können und die Popcharts stärker denn je prägen. Die Kehrseite davon tönt immer wieder durch auf dem zweiten Album von Evans The Death, die für ihr finanziell nicht gerade lukratives Noisepop-Debüt die Schule abbrachen und sich die Zeit seitdem auf Arbeitslosenhilfe und mit schlecht bezahlter Kurzarbeit durchschlugen. Von Erklärungsbemühungen mit Lebenslauflücken oder anderswo einfach „I’ve had a bad year“ singt Katherine Whitaker bei aller Resignation dennoch nicht entkräftet, ihre Stimme ist es schließlich gewohnt, sich wie ein muskulöser Morrissey gegen Gitarrenlärm und sonischen Schmutz zu behaupten. Sozialer Kommentar ist nicht das Leitthema von „Expect Delays“, doch kann schon das Eröffnungsstück neben persönlichen Niederlagen nicht die Augen davor verschließen, wenn „Men never give/ to people living on the streets/ they keep it all for themselves“. Dazu ist Evans The Deaths lärmig-jangliger Gitarrenpop mit gewachsenem Spielkönnen wuchtiger und komplexer geworden, nicht mehr ganz so ungestüm wie in Teenagejahren poltern sie los. Die emotionale Tiefe ihrer Melodien hat sich hingegen noch dadurch verstärkt, dass sie nicht mehr so naiv und simpel erwächst.

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