UffieSex Dreams & Denim Jeans |
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„I’m the least working girl in the showbusiness“ – vier Jahre ließ Anna-Catherine Hartley alias Uffie zwischen ihrer Debüt-Single “Pop the Glock” und ihrem nun vorliegenden Debüt-Album “Sex Dreams & Denim Jeans” verstreichen, die nur notdürftig mit vereinzelten EPs und Kollaborationen mit u.a. Justice und Crystal Castles ausgefüllt wurden. Die Verspätung reiht sich nahtlos in den Lebenslauf der Lolita der French-House-Szene ein. Beheimatet überall dort wo gerade Freunde zur Hand sind – Paris, Miami, Hong Kong usw. – ist sie das Role Model all jener egozentrischen Party-Bitches, die das Entleeren des Mageninhalts über der schmierigen Club-Toilette zum ultimativen Akt der Coolness stilisieren. Uffies Nachlässigkeit gab Ke$ha die Chance, den musikgewordenen Hedonismus schamlos zu kopieren und in weichgespülter Form an die Spitze der Charts zu schleusen. Im direkten Vergleich geht Uffie nun als klare Punktsiegerin hervor. |
Oneohtrix Point NeverReturnal |
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Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal werden sollte. Es gibt keine Raketenrucksäcke, Rollbänder oder Teleporter mit denen wir elegant traversieren können, immer noch sind wir auf wackelige Beine oder gefährliche Blechkisten angewiesen. Außer Japan scheinen alle die Erschaffung einer Dynastie menschenähnlicher Kunstlebewesen aufgegeben zu haben und unsere gewissenlosen Megakonzerne sind zu ängstlich oder inkompetent, um wirklich die alte Regierungs- und Staatenordnung zu ersetzen, mit coolen Blade-Runner-Dystopien wird’s also so bald auch nix. Kein Wunder wenn sich da eine Sehnsucht nach alten Zukunftsvisionen breit macht, mit „Returnal“ spannt einer der aufregendsten Vertreter des musikalischen Retrofuturismus nun sein bisher facettenreichstes Werk auf. |
Perfume GeniusLearning |
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Die attraktive und offene Erscheinung des 26-jährigen Mike Handreas a.k.a. Perfume Genius aus Seattle mag nicht den Eindruck erwecken, er gehöre in die Riege der sensiblen Trauerklöße um Elliott Smith, die mit brüchiger Stimme herzerweichend ihre Leiden besingen, doch auch hier haben wir es mit einem jungen Mann zu tun, der einen Kampf gegen seine inneren Dämonen führt und diese Schlacht auf den zehn vorliegenden Demos seines Debüts „Learning“ festhält. Entsprechend intim wird das Album, während es sich auch eine gewisse verschleiernde Kryptik bewahrt. |
Justin GroundsThe Dissolving |
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Bitte mal vor den Spiegel stellen und mit leidvoller Miene drei Mal „Thom Yorke“ sagen. Wieder zurück? Gut, dann ist die offensichtlichste Referenz von „The dissolving“ schon abgehakt und wir können uns den anderen Aspekten des dritten Albums von Justin Grounds zuwenden, die all zu leicht von den augenscheinlichen Parallelen zum Radiohead-Vorsteher verdeckt sind. |
Von SparForeigner |
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Es war ein fast schon heimliches Highlight des letztjährigen c/o pop Festivals. Sonntagabends, als viele der auswärtigen Besucher schon wieder aus Köln abgereist waren, luden Von Spar das übrig gebliebene Publikum auf eine nicht nur klanglich beeindruckende Reise ein. Während die vier bis fünf Akteure (in einem weiteren Beispiel für neue Synergien in der Domstadt bestritt Popnoname den Anfangsteil mit) im teils von Maschine, teils von eigenen Tabakstengeln kreierten Nebel ackerten, spannten sich auf der Leinwand über ihnen warme, farbenfrohe Videomanipulationen auf, Bilder von exzessiv sonnengetränkten Stränden, Cyber-Pyramiden, atomkatastrophal riesigen Insekten oder dem Tunnelsymbol der Band, ebenso scheinbar zusammenhanglos und doch kohärent zusammengeführt wie die zahlreichen stilistischen Anknüpfungspunkte ihrer Musik. |
RobynBody Talk Pt.1 |
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„I’m always going to feel like this person on the outside looking in”, erklärte Robyn kürzlich in einem Interview mit Popjustice. Das Bild der rebellischen Außenseiterin mit einem schizophrenen Verhältnis zum Mainstream und dem unbedingten Willen etablierter Routine Widerstand zu leisten, zieht sich wie ein roter Faden durch ihr fünf Jahre altes Emanzipations-Album „Robyn“ bis hin zu ihrer neusten Schöpfung „Body Talk Pt. 1“. Damals spuckte sie mit spitzer Zunge dem Hörer und der Musikindustrie Kampfansagen wie „I will run you down like a marathon“, „I press trigger, I don’t press people button“ oder „you can’t handle me” entgegen, heute ist sie die „scientifically advanced hot mama“ oder gleich die „Dancehall Queen“, die „play me some kind of new sound, something true and sincere“ oder „don’t fucking tell me what to do” fordert. |
Blitzen TrapperDestroyer Of The Void |
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Für Blitzen Trapper war es, was die musikalische Veränderung anbelangt, ein relativ großer Schritt zwischen „Wild Mountain Nation“ und „Furr“. Die Trademarks ähnelten sich zwar, das im Folkrock verwurzelte „“Furr“ wirkte aber beinahe wie die reduziertere, weniger durchgeknallte und gleichzeitig durchdachtere Version des Vorgängers. So waren deutlich weniger Brüche innerhalb der Songs zu verzeichnen, man konzentrierte sich auf das Wesentliche: Die jeweilige Komposition an sich. |
The Morning BendersBig Echo |
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Sich selbst erfüllende Prophezeiung nennt man das, wozu die Morning Benders mit der Titelgebung ihres zweiten Albums „Big Echo“ den ersten Schritt getan haben. Wobei man das Moment des Unbeabsichtigten getrost beiseite lassen kann: Das Quartett aus Berkley, Kalifornien hat mit dem Engagement von Grizzly Bears Chris Taylor als Co-Produzenten eine prominente Wahl getroffen, gemeinsam haben sie den Songs sakrale Räume eingerichtet. |
Janelle MonáeThe ArchAndroid |
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Wir vermuten: P. Diddy hat zwischen Shopping-Touren, Fashion Shows und Restauranteröffnungen doch noch mal Zeit gefunden, sich mit Musik zu beschäftigen und einen Blick in den Backkatalog seiner Bad Boy Records zu werfen und entsetzt festgestellt, dass es jetzt doch mal allerhöchste Zeit wird, ein qualitativ hochwertiges Produkt zwischen all die R’n’B-Heulbojen, minderbegabten MCs und selbst zusammen gebauten MTV-Retortenbands zu schleusen, um den Fortbestand seines Labels weiterhin zu rechtfertigen, denn bis in alle Ewigkeit den alten Notorious-B.I.G.-Kram neu aufzulegen, kann’s ja nun auch nicht sein. Praktischerweise hat einer seiner Helfershelfer bereits eine gewisse, vielversprechende Dame namens Janelle Monáe im Zuge ihrer EP „Metropolis: Suite I (The Chase)“ unter Vertrag genommen. Möge die doch nun mal zeigen, was sie so auf Albumlänge zu bieten hat. Und das tut sie, veröffentlicht mit „The ArchAndroid“ vielleicht nicht ganz das ambitionierteste Debütalbum, das die Welt je gesehen, aber doch mindestens das ambitionierteste Debüt, das der R’n’B je gesehen hat. |
WoodsAt Echo Lake |
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Einem größeren Publikum dürften Woods aus New York erst seit ihrer letztjährigen Großtat „Songs of Shame“ bekannt sein. Mit einer fein austarierten Mischung aus schleppendem Folkrock und simplem Indie-Pop hat die Band maßgeblichen Anteil an dem Lo-Fi-Trend – nicht zuletzt durch Woodsist, dem Label des Sängers Jeremy Earl, das zahlreiche aufstrebende Szenebands wie Real Estate, Blank Dogs, Ganglians, Moon Duo oder Crystal Stilts beherbergt. Ihr inzwischen fünftes Studioalbum „At Echo Lake“ soll Woods nun in der amerikanischen Musiklandschaft etablieren, obwohl im Vergleich zum Vorgänger durchaus einige Koordinaten verschoben wurden. |
The SchoolLoveless Unbeliever |
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Im Indiepop gibt es im Großen und Ganzen zwei Methoden, mit denen sich am 60er-Pop von Girlgroups und Garfunkel abgearbeitet wird. Dass die eine, mit garagig verzerrtem Geschrammel, auch heute noch gut funktionieren kann zeigten letztes Jahr The Pains Of Being Pure At Heart oder jüngst Dum Dum Girls. Für die andere, retrohaftigere Variante erwies sich in den letzten Jahren mit Gruppen wie Camera Obscura oder Lucky Soul das Vereinigte Königreich als fruchtbarer Nährboden und schickt nun mit The School aus Cardiff einen vielversprechenden Anwärter für die Indiepop-Platte des Jahres ins Rennen. |
Josh RitterSo Runs The World Away |
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Die Welt rennt weg. Nicht alleine, Josh Ritter nimmt sie huckepack auf eine Reise und besucht exotische Inseln, idyllische Südstaaten-Dörfer und vielleicht sogar den Weltraum. Wie durch ein Kaleidoskop betrachtet er dabei die vielen Facetten seines Amerikas, in dem er seine farbenprächtigen Songs in einem bunten Bilderbogen voller Geschichten und Erinnerungen präsentiert. |
DeloreanSubiza |
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Spanien ist musikalisches Entwicklungsland. Da ist es schön, dass wenigstens der Vierer Delorean im internationalen Indiepopkosmos ein wenig Anerkennung erfährt. Unser AUFTOUREN-Picasso erklärt euch in einer gezeichneten Rezension, wie ihr neues Album klingt… |
Against Me!White Crosses |
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Der Wunsch, sich musikalisch zu verändern, ist gerade im Punkrock oftmals ein Tanz auf der Rasierklinge. Auf der einen Seite steht der eigene Ehrgeiz, es mit jedem Album besser machen zu wollen, auf der anderen der Gedanke, die traditionsgefestigten Anhänger besser nicht zu sehr zu irritieren. Kommt dann auch noch Geld durch einen lukrativen Plattenvertrag ins Spiel, wird alles abermals komplizierter. Die Skala am Ende dieses Abwägungsprozesses erstreckt sich von keiner Veränderung (NOFX) über die plötzliche Hinwendung zu radiogemäßem Pop (The Gaslight Anthem) bis hin zum Aufbruch zu experimentellen Ufern (Fucked Up). |
Future IslandsIn Evening Air |
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Wo hitzige Diskussionen um das Surf-Revival meist keinen gemeinsamen Nenner finden, treiben im weiten und ebenfalls durchaus bei alten Klangschatten sich bedienenden, aber noch recht frischen Feld des Synth-Pop zahlreiche erfreuliche Blüten. Nachdem Future Islands bereits vor einem halben Jahr als eine der interessanten Bands für 2010 gehandelt wurden, bestätigt „In Evening Air“ diese Vermutung nicht nur. Was sie nun wiederholen, schafften Former Ghosts bereits 2009 mit einem einfachen, rauen, aber durchweg schillernden Erstling: Sie sorgten für Vertrauen zu einem weiteren Retro-Genre, das nicht missverstanden werden will. |
Musik aus Strom: Neuneinhalb elektronische Alben im Schnellcheck (I) |
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Wie lautet eigentlich der Notruf bei Reizüberflutung durch Nullen und Einsen, durch digitale Musik? 110? Binnen vier Wochen erscheinen so viele erwähnenswerte Elektronik-Alben wie kaum zuvor. Erstaunlich ist nicht nur der Veröffentlichungszeitpunkt direkt vor der sonst eher poppig dominierten Festivalsaison, sondern auch, dass keines der Werke, die wir euch in diesem zweiteiligen Special vorstellen wollen, wirklich abfällt. |

















