The DecemberistsThe King Is Dead |
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Rückschritt ist immer erstmal blöd und die Ankündigung einer Band, dass das nächste Album sich wieder stärker auf die eigenen Wurzeln zurückbesinnen werde, meist bloß als Zeichen von Hilflosigkeit und kreativer Kapitulation zu lesen. Etwas anders verhält es sich da bei den Decemberists, die sich auf ihrem letzten Album „The Hazards Of Love“ in einem einigermaßen größenwahnsinnigen Unterfangen etwas zu sehr im manchmal leicht faulig riechenden Prog-Sumpf verrannt hatten. Tief durchzuatmen und schnellstmöglich überflüssigen Ballast loszuwerden schien da plötzlich mehr als naheliegend, um den Karren nochmal aus dem Dreck zu ziehen. |
WarpaintThe Fool |
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Um die Jahre 2009/2010 lässt man es, wie schon knapp eine Dekade zuvor, als "Quiet" plötzlich für ganz kurze Zeit "The New Loud" war, zumindest musikalisch gerne einmal ruhig angehen. Harmonieseliger Dreampop, wie ihn Beach House auf ihrem diesjährigen dritten Album perfektionierten ist wieder en vogue, alberne neue Genrebezeichnungen wie "Chillwave" werden aus der Taufe […] |
Maps & AtlasesPerch Patchwork |
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Maps & Atlases aus Chicago gelten im Folk- und Indie-Bereich als einer der vielversprechendsten Newcomer aus den USA. Zwar nicht als Anwärter auf reißenden Absatz an den Plattentheken, dafür betrachten sie Kritiker in künstlerischer Instanz als eine der aktuell wenigen Bands, die sperrige Entwürfe und künstlerischen Spieltrieb in originelle Songs von drei Minuten packen kann. Ohne Quetschen, ohne Spannen. Dabei handelt es sich um eine momentan eher rare Gabe. Die einen werfen die Kleinkunst zu Gunsten des Hits über Bord und produzieren stromlinienförmige Popsongs, während sie einzelne Stücke in Überlänge mit Gefrickel überladen. Andere lassen nichts aus und spielen an jedem Schalter, der sich finden lässt, bis sich auch der letzte Hörer in einen Teil des Sound-Labyrinths verrannt hat, aus dem so schnell kein Ausweg bereitgestellt wird. |
The Morning BendersBig Echo |
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Sich selbst erfüllende Prophezeiung nennt man das, wozu die Morning Benders mit der Titelgebung ihres zweiten Albums „Big Echo“ den ersten Schritt getan haben. Wobei man das Moment des Unbeabsichtigten getrost beiseite lassen kann: Das Quartett aus Berkley, Kalifornien hat mit dem Engagement von Grizzly Bears Chris Taylor als Co-Produzenten eine prominente Wahl getroffen, gemeinsam haben sie den Songs sakrale Räume eingerichtet. |
The Hold SteadyHeaven Is Whenever |
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Wer sich von bösen Referenzen abschrecken lässt, wird „Heaven Is Whenever“ verteufeln, so viel steht fest. Denn: Bryan Adams muss ab jetzt hin und wieder genannt werden, Bon Jovi auch, selbst Kid Rock war mal weiter entfernt. Gleichzeitig klingt die Band insbesondere aufgrund Tad Kublers facettenreicherer Gitarrenarbeit in einigen Momenten sperriger als auf den vergangenen Werken. Was aber einzig und allein zählt: Dies hier sind trotzdem unverkennbar The Hold Steady. |
Emit BlochDictaphones Vol. 01 |
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Den angebrochenen Whiskey in der Tasche, den Sattel sicher gespannt, das Ziel ungewiss; noch kurz der routinemäßige Griff in die Tasche. Ja, genug Kippen sollten es sein. Die Kühe heben trotzig den Kopf, machen aber dennoch Platz. Auf geht’s. Das Diktiergerät griffbereit, die Zügel rechts, in der Linken die feuchte Mundharmonika; die Spuckereste aber trocknen schnell in der aufgehenden Morgensonne. Fest steht: Ein Faible für diese reichlich angestaubten Phantasien sollte vorhanden sein, um sich mit „Dictaphones Vol.01“ auseinandersetzen zu wollen. |
Sam AmidonI See The Sign |
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Sam Amidon hat sich sicherlich eine ganze Menge Geschichten am Kamin- und Lagerfeuer vorlesen lassen, wie sonst wäre seine schon fast kindlich-naive aber dennoch immer zwingende Beschäftigung mit Volksweisen aus lang vergangener amerikanischer Vorzeit zu erklären. Darauf aufbauend hat sich der Junge mit dem Lausbubengesicht und dem viel zu großen Cowboyhut auf fünf Alben dem musikalischen Erbe der Generation seiner Väter und Großväter gewidmet. Auch auf dem aktuellen „I See The Sign“ gelingt es ihm, Tradition und Moderne so zu verweben, dass die strategisch geschickt platzierten Brüche Reizpunkte setzen, aber dennoch den ruhigen Fluss des Gesamtwerkes nicht unterbrechen. |
The Unwinding HoursThe Unwinding Hours |
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Die Schatten der Vergangenheit sind groß: The Unwinding Hours machen da weiter, wo die beliebte Vorgängerband 2007 mit „My Heart Has A Wish That You Would Not Go“ ihr letztes Statement abgab. Ein bisschen überraschend ist das schon […] |
The Hold Steady kündigen an: Heaven Is Whenever |
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Immer dann, wenn unsere Truppe vom Vorjahr wieder zusammentrifft, ist er sofort Thema, der besagte 03. Mai des letzten Jahres. Ein Abend, der für viele von uns nicht zuletzt durch all die günstigen Begleitumstände als der nachhaltigste des Jahres bezeichnet wurde. In gut zwei Monaten, auf den Tag genau ein Jahr danach, ist der 03. Mai schon wieder dick angestrichen, dann erscheint mit „Heaven Is Whenever“ in Europa via Rough Trade offiziell das inzwischen fünfte Album der Bar-Rock-Heroen […] |
Chicago Underground DuoBoca Negra |
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Schatten formen sich bei Sonnenuntergang auf dem Boden einer alten, leeren Fabrik. Sämtliche Last verfliegt und die Konturen verlaufen, bis sie selbst in dem Abend aufgegangen sind. „Boca Negra“ ist immer noch ungreifbar wie seine vier Vorgänger, aber nicht weil ihm jede Substanz fehlt, sondern weil diese von den Wänden zu tropfen scheint […] |
Adam GreenMinor Love |
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Jedes Jahr werden verschiedenste Entstehungsgegebenheiten, unterschiedlichste Vorboten und Einflüsse für zigtausende Alben von der oftmals eigentlich rat- und wortlosen Musikpresse stereotypisiert. Statt Selbsterkenntnis werden die immergleichen Begründungen, warum dieser Sound, dieses Album, diese Konstellation so einmalig ist, für die Story zum Album in immer größeren und bunteren Luftballons aufgeblasen. Besonders nervig ist dies beim Beispiel von Adam Green. Ein Typ, der stets und seither versucht sich dem Geniebegriff zu entziehen. Ein Typ, der in unzähligen Interviews seine Zahnreihe blitzen lässt und sonst höchsteloquent völligen Nonsens schwer überzeugt herausposaunt. Dass das nicht nur witzig, sondern bezeichnend ist, wird oftmals leider unterschlagen […] |
Taken By TreesEast Of Eden |
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Es hätte auch ein esoterisches Scheitern bedeuten können: Victoria Bergsmann reiste mit ihrem Toningenieur Daniel Lissvik nach Pakistan, um dort mit einheimischen Musikern ganz im Geiste der Sufi-Musik ihr neues Album aufzunehmen. Aber die Melange aus westlicher Popprägung und leichtgängigem orientalischen Instrumentarium feiert Triumphe – weil die Schwedin ihre Klangvorstellungen konsequent umsetzt und die mystische […] |
Edward Sharpe & The Magnetic ZerosUp From Below |
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In der Welt von Edward Sharpe & The Magnetic Zeros ist alles gutmütiger als in dieser. Sie haben auf der Zeitmaschine „-40 Jahre“ eingegeben. Alle haben sich schrecklich lieb – und Hände gereicht wird entfesselt musiziert, bis die Haare lang gewachsen sind. „Home is wherever I’m with you“, lauten ihre Botschaften, die in ihrer Übersichtlichkeit […] |
Our Brother The NativeSacred Palms |
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Erst leichte Beunruhigung. Dann Angst. Lust. Aggression. Depression. Auf einmal Freude. Verzweiflung. Panik. Enthusiasmus. Beklemmung. Selten wirbelt eine Platte dermaßen verstörend in allen nur erdenklichen Gefühlszuständen, gräbt sich ein und holt mit seinen fiesen Krallen längst vergrabene Sehnsüchte hervor wie „Sacred Palms“. Ziemlich hilflos taumelt man in Sekundenschnelle von einer Stimmungslage in die nächste, ein Zustand hoffnungsloser Unterlegenheit, […] |
Magik MarkersBalf Quarry |
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Und wieder einmal eine Band, bei der das äußere Erscheinungsbild nicht so richtig zur Musik passen will, und das liegt in diesem Fall einzig und allein an der Anzahl der Musiker. Die Magik Markers bestehen nämlich genau aus zwei Personen. Was am Anfang noch als Trio startete, wurde 2006 auf ein Duo zurechtgestutzt. „Balf Quarry“ lässt […] |
Forest FireSurvival |
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Einigen dürfte die Platte von Forest Fire bereits aus dem Jahr 2008 bekannt sein, da sie damals schon zum kostenlosen Download auf archive.org angeboten wurde. So mauserte sich die Scheibe damals zu einem Geheimtipp unter den Freak Folk Liebhabern. Danach geriet sie ein wenig in Vergessenheit im Schatten der zahlreichen Releases, die uns seitdem aus diesem […] |

















