Tunng...And Then We Saw Land |
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Als 2008 das wunderschöne Album „There Were Wolves“ von The Accidental veröffentlicht wurde schien die Zukunft Tunngs keineswegs als durch Umbesetzungen bestimmt. Dafür gab es hauptsächlich zwei Gründe: zum einen wurden The Accidental als Nebenprojekt, nicht neue Band das Hauptsongwriters und Sängers Sam Genders angekündigt, zum anderen bekamen weder dieses noch seine damaligen Hauptband überhaupt genügend Aufmerksamkeit um die Frage aufzuwerfen, was den nun aus der Folktronica Gruppe werden würde, man freute sich, so man sie kannte, einfach über eine gelungene Überbrückung bis zum nächsten Album der LondonerInnen. |
Mux MoolSkulltaste |
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Pommes ohne Schranke, Sommer ohne Urlaub, Sex ohne Orgasmus? Manche Dinge gehören einfach zusammen und sind nur vereint ein gutes Team. Eine Blitzumfrage gerade unten auf der Straße hat auch festgestellt: 9 von 10 Personen sind der Meinung, dass Beats ohne Gesang keine wirkliche Musik darstellt. Und das ist gar nicht einmal so abwegig, haftet doch reinen HipHop-Abstraktionen immer etwas Unfertiges und Skizzenhaftes an und fordert ein geschulteres Ohr, um das Vokabular von Details, Brüchen und Bässen zu verstehen. Dass das lohnt, zeigen in den letzten Jahren immer mehr Künstler, die ganze Alben mit instrumentalen Beat- und Samplekonstruktionen veröffentlichen und dabei so deutlich wie nie auch die unterschiedlichen Produktionsarten offenlegen und somit selbst zum Thema machen. |
The Ruby Suns / GeographerFight Softly / Animal Shapes EP |
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Die irrwitzigen Tropical-Schnipseleien von El Guincho kamen Ende 2007 etwas zu früh: Erst im letzten Jahr wuchs sich karibisches Flair zu einem Trend aus, den besonders die amerikanischen Weird-Folk-Künstler etablierten. Im Frühling 2010 starten deren Epigonen eine neuerliche Veröffentlichungswelle. Grund genug für ein kleines Multivitamin-Spezial |
Dinosaur Feathers / Tanlines Fantasy Memorial / Settings EP |
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Manchmal hat man das Gefühl, die Konsumindustrie verfolgt einen cleveren Masterplan. Im Sommer 2009 schien die Modewelt so farbenfroh wie zuletzt irgendwann in den 90ern. Überall sah man bunte T-Shirts in grün, gelb, orange, rot, blau, türkis und violett. Passend dazu wirbelte das Animal Collective mit „Summer Clothes“ durch den Raum und versprühte ein tropisches Aroma, das viele weitere Indiebands zum Anlass nahmen, ebenso fruchtige Klänge zu veröffentlichen. Der Rhythmus war wieder wichtig geworden, das kosmopolitische Flair ebenso und so gab es zuhauf eine Renaissance von Steeldrums und geloopten Afrobeat-Samples, die sich nur allzu gut in eine Umgebung des amerikanischen Indie einfügten. In diesen Tagen schwappt eine zweite Welle heran, die zwischen Weird Folk und eine globalem Kulturraum hin- und herpendelt und dabei eine angesagte Mischung braut, die sommerlich, exotisch und beschwingt zugleich agiert. Wir stellen euch einige ausgesuchte Platten vor: […] |
FURWitches |
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„Witches“ gibt sich nicht gerade Mühe anders zu klingen als die Genrekollegen. Es ist ein Imaginarium der instrumentalen Art und lässt viel Freiraum für die eigenen Gedankenbilder, die passend zur Musik in Wellen heranschwappen als seien diese verhangenen Klänge ein Katalysator für Empfindungen und Assoziationen. Bryce Isbell alias FUR montiert schrullige Geräusche auf rhythmische Strukturen. Mal minimalistisch trocken, mal mit gehaltvollen Knistereien, die wie ein digitaler Schneesturm über die Kuppen wehen. Chillwave und Ambient sind die Genresysteme, die aber durchaus nicht ganz so schleppend ausgefüllt werden, sondern sich im frostigen Gleichgewicht zwischen trippoppiger Gelassenheit und aufwühlenden Abstraktionen wiederfinden. |
Fang IslandFang Island |
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Schuppen, Haare, der Schweiß der letzten Tage und Nächte überziehen wie ein schmieriger Film den Körper. Es riecht nach Anstrengung, Arbeit und Dreck. Die fünf Jungs von Fang Island sind vermutlich eher nicht die Hygienebeauftragten ihres Viertels in New York-Downtown, denn schließlich verlangen ihre Instrumente ihnen einiges ab: Die Gitarren schrummeln, das Schlagwerk wird stur geknüppelt […] |
jjjj n° 3 |
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„jj n° 3“ beginnt nichts Gutes verheißend. Eine rauchige Stimme mit minimaler Autotune-Verfremdung am Rand intoniert andächtig „Dear Lord, you done took so many of my people / I’m just wonderin‘ why you haven’t taken my life / Like what the hell am I doin‘ right?“, perfekt untermalt von melancholischem Pianospiel. Die Worte in „My Life“ jedoch hat sich nicht das Duo ausgedacht das vielen von uns letztes Jahr mit „jj n° 2“ einen unverhofften Sommertraum bescherte, sie sind dem gleichnamigen Stück des US-Rappers The Game entnommen und werden dort von Lil Wayne, jjs großes Idol dessen „Lollipop“ sie bereits so grandios zu „Ecstasy“ vernebelten, gesungen. Gen Ende der Ouvertüre schweift die Stimme in ein Kinderlied-artiges „Na na na na na, it goes around the world“ ab, auch hier sind Text und Melodie anderswo entwendet worden: einer käsigen Eurodance-Produktion aus den Fingern Alex Christensens. |
Roll The DiceRoll The Dice |
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Einen bewussten Kontrapunkt zu setzen, hat in der Kunst seit jeher Sinn gemacht. Der Rückgriff auf die Anfänge im Zusammenspiel mit dem Wissen um das aktuelle Produktionsgeschehen ist auch im Falle dieser beiden Stockholmer (Malcolm Pardon und Peder Mannerfelt, „The Subliminal Kid“) eine gewinnbringende Zusammenkunft. Und nicht im mindesten so zufällig wie das Treffen der beiden Protagonisten in der Haupstadt Schwedens, die übrigens auch im Umfeld des vielgepriesenen Fever Ray-Projektes anzutreffen sind […] |
EfterklangMagic Chairs |
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Der Hörer kommt sich auf „Magic Chairs“ vor wie Alice, als sie das erste Mal das Wunderland betritt. Alles ist hier ungewohnt und bekannt zugleich, phantastisch und doch real. Man wähnt sich wie in einem Märchenwald und schafft es nach dem wunderbar perlenden Klavier-Intro von „Modern Drift“ gerade noch so die Kinnlade wieder anzuwinkeln, während um einen herum so viel passiert, dass sämtliche Sinneskanäle maximale Reizimpulse ins Gehirn funken. Gerade weil Efterklangs Musik eine besonders menschliche Aura besitzt, sprühen hier kleine Glücksfunken wie von einer langsam herabbrennenden Wunderkerze […] |
The Soft PackThe Soft Pack |
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2003 schaffte man sich Mopeds an und erkaufte sich damit viele Vorteile: Anstatt die heimische Garage mit einem bulligen Personenkraftwagen zuzustellen, blieb so noch Freiraum für das Bandinstrumentarium, ohne dass einem die Luft ausging oder man womöglich den guten Lack ankratzte. Dann wurde unbedarft drauf los gescheppert, den wilden Eskapaden der 60er und 70er Jahre des dahingeschiedenen zwanzigsten Jahrhunderts Tribut gezollt. Die einzige Richtung war der Blick in den Rückspiegel. Das birgt natürlich Gefahren, gerät man durchaus oft in die Situation, dass das zu enge Auffahren auf den Vordermann nur knapp dem Unfalltod ein Schnippchen schlägt. Aber die Formelhaftigkeit zwischen raubeinigen Gitarren und Lederkluft war Erfolgsgarant, wenngleich nicht immer musikalisch spannend […] |
Thee Silver Mt. Zion Memorial OrchestraKollaps Tradixionales |
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Auch das A Silver Mt. Zion Kollektiv ist vor Veränderungen nicht gefeit. Nachdem das hektische Wechseln des offiziellen Namens schon lange zum guten Ton gehörte, geht es jetzt dem Personal an den Kragen. Drei Mitglieder sind gegangen […] |
Lindstrøm & ChristabelleReal Life Is No Cool |
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Wie hyperesistent Norwegen ist, belegt der Blick in den Rückspiegel. 2002: In Schweden und dem Rest der Welt wütete gerade die Garagenrock-Renaissance, die Verstärker stehen auf Anschlag. In Norwegen blieben die Gitarren leise,quiet is the loud. 2005: Überall schießen hysterische Diskopunker und Neo-Wave-Rocker aus dem Boden […] |
Pantha Du PrinceBlack Noise |
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Ziehen die meisten Produzenten elektronischer Tanzmusik ihre Inspiration aus eher urbanen Gefilden, ging Hendrik Weber für sein 2010 erscheinendes Album „Black Noise“ den umgedrehten Weg: Zusammen mit Joachmim Schütz und Stephan Abry vom Workshop-Label zog er sich in die die Schweizer Berge zurück […] |
Empfehlung: Doveman, der Übersehene |
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Ein schüchterner Blick, ein gehauchtes Wort. Thomas Bartlett fällt nicht auf, ist der Typ aus der zweiten Reihe im Umfeld von Grizzly Bear und The National. Sympathisch, vielseitig interessiert, versiert und doch ständig übersehen. Thomas ist grundnett. Zumindest lässt das seine Musik erahnen, die er zusammen mit anderen Musikern (u.a. der etwas bekanntere Sam Amidon) […] |
Krachender Herbst |
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Es ist wieder Herbst und wie gefühlt schon seit eh und je erscheint wie für diese Jahreszeit gemacht eine Unmenge an Alben, die einiges gemein haben: Atmosphäre, Verschlossenheit, Wut, Krach, Licht ausschalten und im Dunklen hören. Manche lang erwartet, manche als willkommene Überraschung, manche gänzlich unerwartet […] |
Cloud ControlCloud Control [EP] |
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Ab und an erscheinen Bands auf der Bühne, die allein durch Unbekümmertheit und catchy Melodien für temporäre Hochgefühle in Zeiten globaler und persönlicher Krisen sorgen. In guten Jahren geschieht das öfter, in schlechten vielleicht überhaupt nicht. Cloud Control aus Australien sind wieder so ein Fall. Nichts gegen den 5. Kontinent, aber neben wenigen Ausnahmen war er in den letzten Jahren eher Synonym für Musik von der Stange denn Hort unverwechselbarer Klänge. Auch so gesehen sind Cloud Control in gewisser Weise Hoffnungsträger […] |
















![Rezension: Cloud Control – Cloud Control [EP]](http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2009/10/cloudcontrol.jpg)
