QuasiAmerican Gong |
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17 Jahre sind Janet Weiss und Sam Coomes bereits in der Indierock-Metropole Portland als Quasi aktiv, seit 2006 durch Weiss‘ Kollegin bei Stephen Malkmus & The Jicks, Joanna Bolme, am Bass verstärkt. Der große Wurf ist ihnen dabei nie so recht gelungen, obwohl sie, und davon zeugt auch die Compilation die ihrem neuen Album „American Gong“ als Bonus beiliegt und einen Überblick über die Bandhistorie gibt, immer wieder hochkarätige Songs hervorbrachten. Über die Länge eines gesamten Albums wollte diese Hochform aber nie so recht anhalten, auch neigten sie zu jammigen Instrumentalwanderungen die nicht gerade jedermanns Sache sind. Wenn es für Neuhörer je einen idealen Zeitpunkt gab diese Band zu entdecken: Er ist jetzt gekommen. |
Declaime & Georgia Anne MuldrowSomeOthaShip |
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Irgendwo im Weltall gleitet das Hip Hop-Mutterschiff durch Raum und Zeit. Direkt daneben, im Schatten, schwebt ein anderes, merkwürdiges Schiff. Wie es heißt, weiß man nicht. Deswegen nennt man es schlicht „SomeOthaShip“. Die Insassen stammen vom Planeten Mello Music, in dem sich das Leben vor allem in verrauchten Kellern zwischen analogen Instrumenten, obskuren Samplern und alten, verstaubten Platten abspielt. Declaime und Georgia Anne Muldrow lenken die Kiste auf ihrer Reise durch das Paralleluniversum, und sie haben Gäste an Bord. Zusammen mit einer illustren Schar an überaus fähigen Gast-Rappern bescheren sie uns dieser Tage den neuesten Wurf aus dem Stones Throw-Umfeld. Connaisseure werden gleich beim ersten Track wissend nicken, alle anderen brauchen höchstens drei Minuten, um in den Vibe zu kommen, der so bezeichnend für das kalifornische Label geworden ist. Der Überproduzent und Liebling des Hauses, Madlib, hat auch hier seine Spuren hinterlassen, auch wenn er selber nicht in Erscheinung tritt. |
Die Sterne24/7 |
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Auf 24/7 lauten die zentralen Zeilen „Wir fürchten eine Welt / die uns am Leben hält“, denn sie bringen die ebenso notwendige wie problematische Widersprüchlichkeit der Kritik am Neoliberalismus durch die Bohème zum Ausdruck, ein Anliegen, von dem das mittlerweile neunte Studioalbum der Sterne bestimmt wird. Dabei rufen sie keineswegs einfach laut „Dagegen!“, die Erkenntnis der Fragwürdigkeit unserer prekären Existenz im durch Ausbeutung gewonnenen Wohlstand blitzt im Stroboskopgewitter kurz auf und fliegt mit den Hallfahnen durch allerlei Diskoglitter; weder kann man sie so permanent vor Augen haben, noch muss man es, schließlich hat es Frank Spilker nicht nötig, mit Platitüden auf Publikumsfang zu gehen. Er ist ein viel zu aufmerksamer Texter. […] |
Broken BellsBroken Bells |
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Bald dürfte er sie wohl alle durch haben. Seit seinem hohe Wellen schlagenden „Grey Album“-Streich mischt Brian Burton alias Dangermouse die Popmusikszene zwischen Mainstream und Indie auf und zeigt sich dabei so grenzübergreifend kollaborationsfreudig wie derzeit kein Zweiter. Von jedermanns Lieblings-One Hit Wonder Gnarls Barkley über den Comichelden-Hip Hop von Dangerdoom bis zur letztjährigen Zusammenarbeit mit Indie-Idol Mark „Sparklehorse“ Linkous gibt es wohl kaum ein Gebiet in dem sich der Mann mit dem Afro und Faible für dezente Sonnebrillen nicht wohlfühlen würde. Hauptsache es kommt am Ende mindestens gute Popmusik dabei heraus […] |
The Unwinding HoursThe Unwinding Hours |
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Die Schatten der Vergangenheit sind groß: The Unwinding Hours machen da weiter, wo die beliebte Vorgängerband 2007 mit „My Heart Has A Wish That You Would Not Go“ ihr letztes Statement abgab. Ein bisschen überraschend ist das schon […] |
Roll The DiceRoll The Dice |
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Einen bewussten Kontrapunkt zu setzen, hat in der Kunst seit jeher Sinn gemacht. Der Rückgriff auf die Anfänge im Zusammenspiel mit dem Wissen um das aktuelle Produktionsgeschehen ist auch im Falle dieser beiden Stockholmer (Malcolm Pardon und Peder Mannerfelt, „The Subliminal Kid“) eine gewinnbringende Zusammenkunft. Und nicht im mindesten so zufällig wie das Treffen der beiden Protagonisten in der Haupstadt Schwedens, die übrigens auch im Umfeld des vielgepriesenen Fever Ray-Projektes anzutreffen sind […] |
EluviumSimiles |
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Als Eluvium kreierte Matthew Cooper auf bislang vier Alben elektronisch-orchestralen Ambient mit zusehends prachtvollerer Gestik und abnehmendem Rauschanteil, von dem zuletzt nur noch in ein wohlig-bassspendendes Dronegerüst übrig blieb. „Similes,“ Eluviums erstes Album nach dreijähriger Funkpause, führt im klassisch songstrukturierten „Leaves Eclipse The Light“ gleich zu Beginn ein neues Instrument in Coopers expandierende Klangpalette ein: seine Stimme. |
SeabearWe Built A Fire |
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Auf der To-Do-Liste steht seit Ewigkeiten endlich mal eine Rezension eines isländischen Albums ganz ohne Klischees, ohne Elfen, Trolle, Björk, Geysire und unwirtliche Landschaften. Nichts leichter als das denkt man sich da, hat die Rechnung aber wohl ohne die zahlreichen Künstler und Bands gemacht, die dieses kleine Land ja bekanntermaßen nahezu unaufhörlich hervorbringt. Ähnlich sieht […] |
Field MusicField Music (Measure) |
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In der Popmusik ist man es gewohnt, in Zehnerschritten (60er, 70er, 80er…) zu denken, was für einen verallgemeinernden Rückblick oder zum reflexartigen Beschreiben unbekannter Bands ja durchaus praktisch sein kann. Recht unergiebig ist dieses System jedoch, wenn man es zum Anlass nimmt, um Prognosen am Beginn einer Dekade zu fällen, deren bemühter Charakter meist recht offen zutage tritt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn eine große Musikzeitschrift aus mittlerweile Berlin auf dem Titelblatt ihrer Märzausgabe „Die Rückkehr der Neunziger“ ausruft […] |
Extra LifeMade Flesh |
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Der aktuelle Videoclip zu „Headshrinker“ und spätestens dieses höllische Grinsen am Ende machen klipp und klar: Der New Yorker Charlie Looker gehört auch auf dem zweiten Album seines neuen Projektes noch zum Kreise derer, denen man lieber nicht im Dunkeln begegnen möchte. Das können auch die saftigen grünen Blätter im Hintergrund nicht kaschieren […] |
Dag För DagBoo |
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Das Duo als Bandformat ist eine geradezu mythische Kombination des Rock’n’Roll. In seiner Reduziertheit nährt es beim Hörer das Gefühl, hier einer wie auch immer gearteten Seelenverwandschaft der beiden Protagonisten beizuwohnen, die dazu führt, dass das Dargebotene am Ende so viel mehr darstellt, als nur die Summe seiner einzelnen Teile. Dag För Dag, um die […] |
Beach HouseTeen Dream |
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Wer Baltimore nur aus der US-Serie „The Wire“ kennt, wird sich kaum vorstellen können, dass auch das wunderbare Dreampop-Duo von Beach House in eben jener Stadt beheimatet ist. An das postindustrielle, heruntergekommene und von Korruption durchzogene Drogenmoloch, das in der HBO-Produktion gezeichnet wird, mag man jedenfalls kaum denken, während man dem traumwandlerischen und herrlich anachronistischen Entschlackungs-Pop von Victoria Legrand und Alex Scally lauscht […] |
Charlie Alex MarchHome/Hidden |
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„Ladies and Gentlemen, we’re floating in space“, und zwar in einem recht flauschigen Gefährt, das, geht man von Knarf Rellöms These aus, nach der Raumschiffe mit Musik betrieben werden, behaglich schaukelnd durch ein All fliegt, in dem der eine oder andere Planet schon einmal wie ein Regenbogen schimmert. Etwas anderes ist mit einer Energiequelle in Form eines elektronisch geprägten Albums, an dem Sean O’Hagan (High Llamas) und Andy Ramsay von Stereolab beteiligt waren, auch nicht zu erwarten […] |
EfterklangMagic Chairs |
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Der Hörer kommt sich auf „Magic Chairs“ vor wie Alice, als sie das erste Mal das Wunderland betritt. Alles ist hier ungewohnt und bekannt zugleich, phantastisch und doch real. Man wähnt sich wie in einem Märchenwald und schafft es nach dem wunderbar perlenden Klavier-Intro von „Modern Drift“ gerade noch so die Kinnlade wieder anzuwinkeln, während um einen herum so viel passiert, dass sämtliche Sinneskanäle maximale Reizimpulse ins Gehirn funken. Gerade weil Efterklangs Musik eine besonders menschliche Aura besitzt, sprühen hier kleine Glücksfunken wie von einer langsam herabbrennenden Wunderkerze […] |
Lali PunaOur Inventions |
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Romantik entsteht nur im Kleinen, im Überschaubaren und Intimen. Nie in der großen Hektik dieser sich immer schneller drehenden Welt derrumposaunenden Krachmacher. Romantik ist auch immer das Ideal des Glückes in seiner reinsten Form, die natürliche Essenz des Lebens, die verklärungswürdige natürliche Ordnung […] |
Owl CityOcean Eyes |
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Am Ende dieser Rezension findet sich, wie immer, eine Liste mit musikalischen Verwandten. Kein Zweifel besteht an dem ersten Eintrag dort, denn es führt kein Weg um diese Konstatierung: Das Debütalbum von Owl City erinnert an mehr als nur einer Stelle schwer an The Postal Service, die 2003er Kollaboration von Death Cab For Cuties Sänger Ben Gibbard und Jimmy „Dntel“ Tamborello […] |

















