Frog EyesPickpocket's Locket

Carey Mercer schließt mit „Pickpocket’s Locket“ nahezu nahtlos an sein letztes, sehr persönliches Album „Carey’s Cold Spring“ an. Aus den unendlichen Tiefen des Schmelztiegels kanadischen Indiepops entstiegen, versammelt Mercer mitsamt seinen drei weiblichen Bandmitgliedern Melodien, die sich dieses Mal allerdings erst beim zweiten oder dritten Hördurchgang richtig im Ohr festsetzen und fast immer mit erheblichem Beiwerk ausstaffiert worden sind. Die Klavierklänge und Streicherakkorde, die sehr an seinen ehemaligen Band-Keyboarder Spencer Krug erinnern, sind jedoch klanglich und von der Lautstärke her deutlicher in den Hintergrund gerückt. Vielmehr wirken die Einfälle und Versatzstücke beinahe flüchtig dahingewischt und nehmen den häufig gesprochenen Singsang Mercers eher unauffällig auf. Vieles auf „Pickpocket’s Locket“ wirkt daher ein wenig unfertig, auch wenn gerade die Arrangements auf eine klangliche Verwandschaft mit dem opulenten „Poison Season“ hinweisen, wie das dynamisch eröffnende „Two Girls (One For Heaven And The Other One For Rome)“ oder das verschleppt schlurfende „The Demon Runner“. Während sein ebenfalls ehemaliger Bandkollege – Bejar, Krug und Mercer haben mit Swan Lake ein gemeinsames Projekt – nach den Sternen greift, gelingt Mercer ein achtbares Album, das das zwingende Moment des Vorgängers vermissen lässt.

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