Ist das nicht schön, wenn nach zwei oder drei Sekunden eines Albums klar wird, dass etwas ganz Großes passieren könnte? Wenn bei „The Road Is Long“ die ersten Akkorde verklungen sind, der nuschelnde Gesang Carey Mercers sich zu Höherem berufen fühlt und er „Reform For The Light“ mehr barmt als singt, fühlt es sich unsagbar gut an und „Carey’s Cold Spring“ ergießt sich als fließendes Amalgam in den Gehörgang. Mit psychedelisierender Anmutung arbeitet Mercer Teile seiner Familiengeschichte ab und klingt mehr denn je nach seinem früheren Bandkollegen Spencer Krug und dessen vielseitigen Projekten. Zwischen Ergriffenheit und Glorie pendelnd, meistens jedoch mit erheblicher Euphorie und Vehemenz im Nacken steigert sich die Platte spätestens mit „Don’t Give Up Your Dreams“ in einen nebulösen Rausch, der schließlich im schwebenden „Claxxon’s Lament“ mündet. Ein unerwartet fabelhaftes Album, das vor allem durch seine warme Intensität zu überzeugen weiß.

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