
Unfair, wenn in dem Alter um die 40 schon Sprüche kommen von wegen „Alte Hasen im Geschäft“, aber Mos Def und Raekwon wissen natürlich Bescheid, waren beide doch für gewisse Meilensteine im Hip-Hop Geschäft verantwortlich, die aber schon etwas älteren Datums sind. Der jüngere Output beider ging an manchen Stellen eher unter, obwohl es sich dabei um zwei durchaus reizvolle Werke handelt. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Dem einen sind die Konventionen des Genres vollkommen fern und der andere erfüllt sie dafür umso mehr mit vollem Ernst.
Raekwon ist somit ein Gesamtwerk gelungen, das musikalisch absolut ausgereift daher kommt und sich einen Dreck darum kümmert, ob Gangster-Attitüden mittlerweile soooo 2004 sind oder nicht. „Ason Jones“ mit Beat von J Dilla und Tribut an Ol‘ Dirty Bastard fügt sich dann genauso ein wie „Fat Lady Sings“, das erst ganz langsam aus dem Gulli schielt, um dann doch noch ans Tageslicht zu krabbeln. Vermutlich ist „Only Built 4 Cuban Linx…Pt II“ eines dieser Alben, die man entweder hasst oder liebt. Obwohl diese Phraserei dem Album in keiner Weise gerecht wird, könnte es doch einen Funken Wahrheitsgehalt besitzen.
Label: Ice H2O / Soulfood
Referenzen: Wu-Tang Clan, Ghostface Killah, RZA, Ol‘ Dirty Bastard
VÖ: 11.09.2009
Der Flow hat hier mehr mit Honig gemein, doch der bleibt eben auch länger an den Fingern haften. Erst nach und nach offenbart sich, welche Perlen auf dem Album vorhanden sind, etwa „History“, das mit Kweli noch einmal an Black Star Zeiten erinnert: Beide überschlagen sich beim Reim, kloppen förmlich, bevor der Spuk schneller vorbei ist als einem lieb ist. Oder vorher in „Roses“, das sich mit Klavierballade in Stimmung bringt, um dann peu à peu eine Schippe drauf zu legen bis es wackelig steht und dann doch wieder allein gelassen wird. Dinge überlagern sich, verschieben sich permanent, sind schwieriger zu greifen.
Trotz der viel kürzeren Länge ist „The Ecstatic“ das gewichtigere Werk, was vielleicht auch an den unendlich vielen tollen Samples liegt, die es zu entdecken gibt. Während Raekwon seinem Faden folgt, zerknüllt Mos Def diesen. In seiner Gesamtheit hat er den Kern der Sache womöglich trotzdem noch ein klein wenig mehr getroffen, denn „The Ecstatic“ wirkt als Ganzes geschlossener. Einmal drin, fällt es schwer wieder raus zu kommen. Im Gegensatz dazu entlässt „Only Built 4 Cuban Linx…Pt II“ durch die Hintertür und vorne heißt es dann, sich wieder hinten in der Schlange an zu stellen. Schwierig ist sicher nicht immer besser, jedoch hier hat Mos Def die berüchtigte Nasenspitze vorne. Aber am Ende bleibt bei beiden Alben das Gefühl, dass alte Helden nicht rosten.
Label: Downtown / Universal
Links: myspace
Referenzen: The Roots, Talib Kweli, Black Star
VÖ: 21.08.2009