METZMETZ

2012 war bis jetzt kein schlechtes Jahr für Gitarrenmusik, aber die Parameter haben sich merklich verschoben. Die großen Helden der Saison spielen keinen New Wave oder Post-Punk im klassischen Sinne mehr, sondern rekurrieren explizit auf 60er-Psychedelic-Rock mit einer gehörigen Portion Punk im Hinterkopf (Ty Segall, Thee Oh Sees, The Fresh & Onlys et al.), oder auf Experimente aus Mitte der 80er, Anfang 90er an der Grenze zwischen Noiserock und Hardcore (Nü Sensae, The Men, Japandroids, White Lung).

Sub Pop, eines oder besser das Label, welches die 90er auch schon vor dem Grunge-Hype mit zu definieren half, schickt nun das selbstbetitelte Debüt des kanadischen Trios METZ ins Rennen. METZ haben sich drei Jahre intensiven Probens und Tourens gegönnt um ihre Musik zu perfektionieren: Ihre Songs sind hart, schnell und sie schreien sich die Seele aus dem Leib, aber unter dem scheinbar alles zermalmenden Noise tritt eine Mathrock-mäßige Präzision zutage, wie man sie bei Bands dieser Couleur eigentlich nicht zwingend erwartet. Können METZ auch die Kritik überzeugen?

Es soll Menschen geben, die auf Schmerzen stehen. Für diese Personen empfiehlt sich das Debüt der kanadischen Noise-Experten METZ, die mit ihrem räudigen Debüt-Bastard zwar auch nichts besser machen als McLusky und Co., aber immerhin machen sie überhaupt etwas sinnvolles. Die Songs fiepen, dröhnen und rauschen, da bleibt keine Nase trocken. Rotz, Blut und Schweiß fließen in dieser halben Stunde jedenfalls garantiert. (Kevin Holtmann)

Das kanadische Sludge-Punk-Noise-Trio METZ knallt uns ihr selbstbetiteltes Debüt um die Ohren und ein Trend scheint sich fortzusetzen: Will man 2012 gitarrenmäßig vorne mitspielen, kommt man offensichtlich an Noise- und Post-HC-Entwürfen, wie sie z.B. auf Amphetamine Reptile Records veröffentlicht oder von Bands wie Scratch Acid oder Killdozer dargeboten wurden, nicht vorbei. Auch METZ beackern dieses Feld, allerdings mit einer musikalischen Präzision die ihresgleichen sucht. (Mark-Oliver Schröder)

Wer sich an Jesus Lizard und Co. orientiert, kann im Noiserock nicht allzuviel falsch machen. METZ beleben die “guten alten Zeiten” mit fieser Präzision und Wut im Bauch. Die Sensation, die einige darin sehen, ist das zwar nicht, aber auch ohne groß eigene Impulse zu setzen, rockt das Debütalbum der Kanadier gewaltig. Epigonentum auf sehr hohem Niveau. (Bastian Heider)

Label: Sub Pop

Referenzen: The Jesus Lizard, Scratch Acid, McLusky, Drive Like Jehu, Useless Children

Links: Homepage | Facebook | Bandcamp

VÖ: 05.10.2012

Ein Kommentar zu “METZ – METZ”

  1. […] aufgestellt, davon zeugen auch Rezensionen der letzten Jahre auf dieser Seite (vgl. Ty Segall, METZ etc.), dennoch rappelt es mächtig im Karton. FIDLAR besitzen eine unbändige Energie und […]

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