Mux MoolSkulltaste |
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Pommes ohne Schranke, Sommer ohne Urlaub, Sex ohne Orgasmus? Manche Dinge gehören einfach zusammen und sind nur vereint ein gutes Team. Eine Blitzumfrage gerade unten auf der Straße hat auch festgestellt: 9 von 10 Personen sind der Meinung, dass Beats ohne Gesang keine wirkliche Musik darstellt. Und das ist gar nicht einmal so abwegig, haftet doch reinen HipHop-Abstraktionen immer etwas Unfertiges und Skizzenhaftes an und fordert ein geschulteres Ohr, um das Vokabular von Details, Brüchen und Bässen zu verstehen. Dass das lohnt, zeigen in den letzten Jahren immer mehr Künstler, die ganze Alben mit instrumentalen Beat- und Samplekonstruktionen veröffentlichen und dabei so deutlich wie nie auch die unterschiedlichen Produktionsarten offenlegen und somit selbst zum Thema machen. |
The Ruby Suns / GeographerFight Softly / Animal Shapes EP |
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Die irrwitzigen Tropical-Schnipseleien von El Guincho kamen Ende 2007 etwas zu früh: Erst im letzten Jahr wuchs sich karibisches Flair zu einem Trend aus, den besonders die amerikanischen Weird-Folk-Künstler etablierten. Im Frühling 2010 starten deren Epigonen eine neuerliche Veröffentlichungswelle. Grund genug für ein kleines Multivitamin-Spezial |
Dinosaur Feathers / Tanlines Fantasy Memorial / Settings EP |
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Manchmal hat man das Gefühl, die Konsumindustrie verfolgt einen cleveren Masterplan. Im Sommer 2009 schien die Modewelt so farbenfroh wie zuletzt irgendwann in den 90ern. Überall sah man bunte T-Shirts in grün, gelb, orange, rot, blau, türkis und violett. Passend dazu wirbelte das Animal Collective mit „Summer Clothes“ durch den Raum und versprühte ein tropisches Aroma, das viele weitere Indiebands zum Anlass nahmen, ebenso fruchtige Klänge zu veröffentlichen. Der Rhythmus war wieder wichtig geworden, das kosmopolitische Flair ebenso und so gab es zuhauf eine Renaissance von Steeldrums und geloopten Afrobeat-Samples, die sich nur allzu gut in eine Umgebung des amerikanischen Indie einfügten. In diesen Tagen schwappt eine zweite Welle heran, die zwischen Weird Folk und eine globalem Kulturraum hin- und herpendelt und dabei eine angesagte Mischung braut, die sommerlich, exotisch und beschwingt zugleich agiert. Wir stellen euch einige ausgesuchte Platten vor: […] |
Fang IslandFang Island |
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Schuppen, Haare, der Schweiß der letzten Tage und Nächte überziehen wie ein schmieriger Film den Körper. Es riecht nach Anstrengung, Arbeit und Dreck. Die fünf Jungs von Fang Island sind vermutlich eher nicht die Hygienebeauftragten ihres Viertels in New York-Downtown, denn schließlich verlangen ihre Instrumente ihnen einiges ab: Die Gitarren schrummeln, das Schlagwerk wird stur geknüppelt […] |
jjjj n° 3 |
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„jj n° 3“ beginnt nichts Gutes verheißend. Eine rauchige Stimme mit minimaler Autotune-Verfremdung am Rand intoniert andächtig „Dear Lord, you done took so many of my people / I’m just wonderin‘ why you haven’t taken my life / Like what the hell am I doin‘ right?“, perfekt untermalt von melancholischem Pianospiel. Die Worte in „My Life“ jedoch hat sich nicht das Duo ausgedacht das vielen von uns letztes Jahr mit „jj n° 2“ einen unverhofften Sommertraum bescherte, sie sind dem gleichnamigen Stück des US-Rappers The Game entnommen und werden dort von Lil Wayne, jjs großes Idol dessen „Lollipop“ sie bereits so grandios zu „Ecstasy“ vernebelten, gesungen. Gen Ende der Ouvertüre schweift die Stimme in ein Kinderlied-artiges „Na na na na na, it goes around the world“ ab, auch hier sind Text und Melodie anderswo entwendet worden: einer käsigen Eurodance-Produktion aus den Fingern Alex Christensens. |
Roll The DiceRoll The Dice |
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Einen bewussten Kontrapunkt zu setzen, hat in der Kunst seit jeher Sinn gemacht. Der Rückgriff auf die Anfänge im Zusammenspiel mit dem Wissen um das aktuelle Produktionsgeschehen ist auch im Falle dieser beiden Stockholmer (Malcolm Pardon und Peder Mannerfelt, „The Subliminal Kid“) eine gewinnbringende Zusammenkunft. Und nicht im mindesten so zufällig wie das Treffen der beiden Protagonisten in der Haupstadt Schwedens, die übrigens auch im Umfeld des vielgepriesenen Fever Ray-Projektes anzutreffen sind […] |
EfterklangMagic Chairs |
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Der Hörer kommt sich auf „Magic Chairs“ vor wie Alice, als sie das erste Mal das Wunderland betritt. Alles ist hier ungewohnt und bekannt zugleich, phantastisch und doch real. Man wähnt sich wie in einem Märchenwald und schafft es nach dem wunderbar perlenden Klavier-Intro von „Modern Drift“ gerade noch so die Kinnlade wieder anzuwinkeln, während um einen herum so viel passiert, dass sämtliche Sinneskanäle maximale Reizimpulse ins Gehirn funken. Gerade weil Efterklangs Musik eine besonders menschliche Aura besitzt, sprühen hier kleine Glücksfunken wie von einer langsam herabbrennenden Wunderkerze […] |
Lali PunaOur Inventions |
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Romantik entsteht nur im Kleinen, im Überschaubaren und Intimen. Nie in der großen Hektik dieser sich immer schneller drehenden Welt derrumposaunenden Krachmacher. Romantik ist auch immer das Ideal des Glückes in seiner reinsten Form, die natürliche Essenz des Lebens, die verklärungswürdige natürliche Ordnung […] |
The Soft PackThe Soft Pack |
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2003 schaffte man sich Mopeds an und erkaufte sich damit viele Vorteile: Anstatt die heimische Garage mit einem bulligen Personenkraftwagen zuzustellen, blieb so noch Freiraum für das Bandinstrumentarium, ohne dass einem die Luft ausging oder man womöglich den guten Lack ankratzte. Dann wurde unbedarft drauf los gescheppert, den wilden Eskapaden der 60er und 70er Jahre des dahingeschiedenen zwanzigsten Jahrhunderts Tribut gezollt. Die einzige Richtung war der Blick in den Rückspiegel. Das birgt natürlich Gefahren, gerät man durchaus oft in die Situation, dass das zu enge Auffahren auf den Vordermann nur knapp dem Unfalltod ein Schnippchen schlägt. Aber die Formelhaftigkeit zwischen raubeinigen Gitarren und Lederkluft war Erfolgsgarant, wenngleich nicht immer musikalisch spannend […] |
Roy Montgomery / GrouperSplit |
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Das zerbrechliche, verstörende 2008er Juwel „Dragging A Dead Deer Up A Hill“ zählt mit Sicherheit zu der selten gewordenen Spezies von Alben, deren Ausstrahlungskraft auch lange nach dem ersten Date noch für weiche Knie sorgt. Eine schemenhaft zu erkennende Gestalt, hinter dichtem Nebel versteckt, verschleiert, so unantastbar, dass der davon ausgehende, unendlich große Reiz schmerzt – Nähe wird man von ihr nie erfahren, so viel ist klar. Und doch lässt Liz Harris alias Grouper mit Roy Montgomery einen Vertrauten an ihre Seite, wenn auch „nur“ für eine Split-LP […] |
Lindstrøm & ChristabelleReal Life Is No Cool |
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Wie hyperesistent Norwegen ist, belegt der Blick in den Rückspiegel. 2002: In Schweden und dem Rest der Welt wütete gerade die Garagenrock-Renaissance, die Verstärker stehen auf Anschlag. In Norwegen blieben die Gitarren leise,quiet is the loud. 2005: Überall schießen hysterische Diskopunker und Neo-Wave-Rocker aus dem Boden […] |
Pantha Du PrinceBlack Noise |
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Ziehen die meisten Produzenten elektronischer Tanzmusik ihre Inspiration aus eher urbanen Gefilden, ging Hendrik Weber für sein 2010 erscheinendes Album „Black Noise“ den umgedrehten Weg: Zusammen mit Joachmim Schütz und Stephan Abry vom Workshop-Label zog er sich in die die Schweizer Berge zurück […] |
Review: Onra – 1.0.8 (2009) |
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Natürlich ist es ein höchst abstraktes Vergnügen. Instrumentale HipHop-Schnipsel, Loops, Skits und natürlich: Beats. Nicht erst seit der „Beat Konducta“-Reihe des kongenialen Kollegen Madlib erforschen Beatwissenschaftler die Welt, um sie sich zueigen zu machen. Arnault Bernard alias Onra aus Paris entstammt einer vietnamesischen Familie und hat zuletzt seine Wurzeln erforscht („Chinoiseries“), was nur von Konsequenz […] |
Review: El Guincho – Alegranza (2008) |
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Der Durchschnittsdeutsche ist ein mäßig ansehnliches Wesen, ein bisschen zu dick und nicht allzu intelligent. Vermutlich heißt er Max Mustermann und mag es gerne schlicht. 40% der Deutschen erreichten nur einen Hauptschulabschluss, langen dafür tagtäglich bei Bier und Fleisch gerne mal etwas ausdauernder zu. Mit anderthalb Kinobesuchen liegt Mustermann voll im Trend, ebenso stromlinienförmig hört […] |














