TerryTerry HQ

Terry sind eine feine Melbourner Gitarrenband, fast wie aus einem Bilderbuch: Die vier Mitglieder spielen in mehreren anderen lokalen Gruppen wie Total Control, Constant Mongrel und Dick Diver, in der Produktion hat Mikey Young seine Finger drin und selbst die eingängigeren Melodien können nicht die Schwermut oder Wut der Texte über das politische Klima im Land verbergen. Damit ist eigentlich auch schon verraten, wie wenig die Songs davon beeinflusst sind, dass die Idee zur Band beim entspannten Mexiko-Urlaub der beiden gemischtgeschlechtlichen Paare entstand. Die meiste Leichtigkeit bringt noch ein gelegentliches Schlagholz-Klöppeln ein, wie im psych-poppig aufgequollenen „Uncle Greg 2“, das die unheilvolle Autoahrt aus dem jangligen Prequel „Uncle Greg“ über die Klippe schickt. Mit Schnörkeln und Effektgebausche haben es Terry aber auch nicht so, in 22 Minuten kommen ihre maßvoll aufgerauten Songs lieber schnell auf den Punkt und wieder runter, wobei selbst der spröde Postpunk-Galopp von „Don’t Say Sorry“ keine Hektik aufkommen lässt. Wo sich hier die Gitarren quietschig aneinander reiben, umarmen sie einander in warmen Akustiktönen bei „Alfred“, dessen Saxophoneinsatz wiederum wärmer auftritt als in der Gegenüberstellung zum bassigen Saitenknarz in „Hot Heads“. Spätestens die verschiedenen Lead- und Begleit-Vocal-Kombinationsmöglichkeiten aller vier Stimmen geben „Terry HQ“ die launische Vielfalt, aber auch die Vertrautheit eines Individuenverbunds, wo sich dann auch der synthig-maschinentrommelige Einminüter „Bring Me The Bomb“ reibungslos einfügt.

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