Roly PorterThird Law
Es rumort weiter im Weltall: Zu den letzten Werken von Noveller und Ben Frost gesellt sich Roly Porter, der abermals den Soundtrack einer kosmischen Dystopie heraufbeschwört. Zunächst ehrfürchtig vor den unvorstellbaren Dimensionen ferner Galaxien, wenden sich die ominösen Chöre und das metallene Ächzen von „Third Law“ in der zweiten Hälfte aber weg vom Porträt der Naturgewalt selber, wenn „In Flight“ hämmernd vom Überlebenskampf des so leicht auslöschbaren Lebewesens und seiner Bauten zeugt. Die Beats hier oder in „Mass“ dienen jedoch weniger einer nachfühlbaren Rhythmik als der Dimensionierung und bedrängenden Dynamik der Stücke, auch wenn anderswo gewaltig donnernde Anschläge und ihr dicht zerfasertes Oszillationsecho die Höhen und Tiefen dieser Musik ausloten, lassen sie ihre ambiente Gleitwirkung meist unangetastet. Ähnlich verhält es sich mit den riffartigen Noise-Einwürfen (daran erinnernd, wie Porter und Jamie Teasdale als Vex’d einst der Sonderstil “Metalstep” zugeschrieben wurde). Momentweise packend, hinterlässt „Third Law“ bei aller klangästhetischen Wucht nur gelegentlich den Eindruck, als scheue Porter die weit angelegte Komposition – im Kontext des Albums fließen die ersten Stücke so auch etwas geduldstrapazierend undifferenziert ineinander.


