NovellerFantastic Planet

Aufs erste Hören mag man Sarah Lipstates neues Werk in seiner Soundweite ans ebenso von einer lauten Anlage profitierende „A U R O R A“ anhängen wollen, doch unter der Oberfläche von „Fantastic Planet“ spielt sich mehr auf engem Raum ab. Vor allem das Zwischenspiel der dicht verzwirnten Anschläge formt die Entwicklung ihrer Kompositionen komplexer und variabler als über simple (De-)Crescendi oder Effektmodulationen, wobei allein schon die unterschiedlich langen Saitenschwingungen bemerkenswerte Detailarbeit erkennen lassen. Das Klangbild von Novellers längst über bloßen Gitarrendrone hinausgewachsenen Stücken ist diesmal heller und noch synthiger poliert, dazwischen lässt sie aber auch wie im mittig durchsägten „Rubicon“ oder zu „Pulse Point“s maschinellem Stampfen voluminös zerfasertes Spiel vom Stapel. Wo ein roter Faden „No Dreams“ durchzog, ist die Bindung zwischen „Sisters“ und „Concrete Dreams“ nun loser, sie stehen diskret für sich wie die Stücke eines tatsächlichen Soundtracks. Wäre „Fantastic Planet“ ein solcher, dann wohl zu einem kunstvollen osteuropäischen 60er/70er-Streifen, in dem Bewunderung von und Vorsicht gegenüber unendlichen, unbekannten Weiten gleichermaßen angebracht sind.

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