Local NativesSunlit Youth
Sonne, Freiheit, schön dabei et cetera. Nach der emotionalen Schattenwanderung ihres zweiten Albums avisieren Local Natives auf „Sunlit Youth“ unbefangene Aufschwünge, frisch umhüllt mit neuer Synth-Lackierung. „Psycho Lovers“ besitzt den rhythmischen Antrieb zur stimmlichen Verve, die über weite Strecken des Albums aber ein wenig von der umgebenden Soundfülle gedämpft ist. Mit „We can do whatever we want/ We can say whatever we mean“ sieht das Titelstück die politische Zukunft der USA optimistisch, allein bei der Expansion seiner eigenen Möglichkeiten ist das Quintett aus Los Angeles oft beschränkt. Das finale „Sea Of Years“ ist ein nettes Häppchen Besinnlichkeit, noch zurückhaltender glänzt die Unterwasser-Soundreise „Jellyfish“ und das anschließende „Coins“ bietet in seinem Drift von störrischem R’n’B in warme Opulenz immerhin eine ambitionierte Variation der bandtypischen Songdynamik an. Ohne derart markante Züge vermag ihr großer Aufschwung im Refrain nur selten zu packen, das übermäßig seichte „Ellie Alice“ lockern derweil auch die verfremdeten Drums nicht auf. Erst gegen Ende legt „Sunlit Youth“ seine Dämpfung ab und erinnert zwischen sehnsuchtsvoller Gitarre und feinem Stimmarrangement daran, dass in dieser Band gleich drei Sänger und Songwriter am Werk waren – Masse, die allein noch keine Klasse oder Vielfalt bringt.


