Street ChantHauora
In Emily Edrosas schonungslos offenen Interviews lässt sich nachlesen, unter welch widrigen Umständen das exzellente zweite Album ihrer krachigen Gitarrenpop-Band entstand, doch „Hauora“ erklingt dazu fast gegensätzlich selbstsicher ausgereift. Das Tempo von „Means“ behalten Songs wie das flott-catchige „Sink“ noch bei, wie auch „Joke Jar“ bündeln sie ihre wuchtbewusste Dynamik jedoch in einer deutlich geschärften Produktion, wo das erste Album des Aucklander Trios noch chaotisch hingerotzt daherkam. Edrosas Gesang vermag eindrucksvoll launisch aufzutreten, aber nicht grundlos affektiert, wenn sie in „Pedestrian Support League“ über Strophen wie „It’s always raining/ except for when I want/ My friends/ seeking existence/ or just commitment/ or even just a job“ langsam einen niedergeschlagenen Unterton in den Vordergrund hebt. Zu The-Clean-billigem Keyboard jangle-schrammelt der Song wie neuseeländische Bed Wettin‘ Bad Boys in eine gniedelige Flange-Entladung, dreht dann aber nochmal eine weicher texturierte Extrarunde. Noch besser gelingt eine solche Wendung im letzten Drittel des über feiner Gitarrenmelodie voranziehenden „Never“, das sich über eine Variation nach der anderen sukzessiv in repetitives Treiben entspannt und schließlich in traumhaften Falsettharmonien ins Ziel schwebt.


