Für Adrian Younge ist Musik Leben und Erlebnis. Das neue Werk des für seine Produktionen mit Ghostface Killah, Bilal oder Kendrick Lamar bekannten Kaliforniers ist ein kurzer, doch ungemein erfüllender Psych-Soul-Trip, der in Klang und Wort mit der Hörwahrnehmung spielt: „We succumb to the lust/ Succumb to the sound of the speakers[…]/ Adjust the bass and feel your highs/ Between your thighs“ („Magic Music“). Ein wenig wie Dan The Automators „Lovage“, doch weit weniger schwülstig und mit Live-Instrumenten statt Turntablismen aufgezogen, sind die Songs des dutzendfachen Multiinstrumentalisten und seiner Mitspielenden so deutlich von HipHop beeinflusst wie im Soundbild dem Gainsbourgschen Chanson, Soul und Studio-Psychedelikern der frühen 70er nahe. Fernab von zynischer oder ironischer Pastiche situieren das Projekt spätestens die Vocal-Darbietungen (wobei sich im Übergang von „Sea Motet“ in „Memories Of War“ zeigt, wie Younge Streicher und Stimme gleichermaßen stark zum emotionalen Träger macht), allen voran jene von Lætitia Sadier: Ob auf französisch in „La Ballade“, in Duetten mit der Israelin Karolina oder mit Loren Oden im zauberhaften „Ready To Love“, unnachahmlich cool macht ihre Stimme aus der Zeit gefallen scheinend die zweite Albumhälfte zu einer noch langfristiger umwallenden Eigenwelt-Erfahrung als die erste. Auch in der Instrumentalfassung.

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