Kitchen's FloorBattle Of Brisbane
Schon bemerkenswert, wie viele der besten australischen Platten auf französischen Labels eine Heimat finden: Wo XVIII Records unlängst die Debüts von Royal Headache und TV Colours herausbrachte, erschien auf Bruit Direct Disques nach den fabelhaften Alben von The Frightening Lights und Wonderfuls im letzten Jahr nun auch das dritte Album von Kitchen’s Floor. Das Schlagzeug darauf spielt diesmal eben Wonderfuls alias Robert Vagg und Sewers‚ Josh Watson den Bass, getrieben wird das Trio aber weiterhin vom innerlich verrottenden Matt Kennedy mit Songtiteln wie „Negative“, „Bitter Defeat“, „Aches“, „Down“ oder „Doomed“. Dass die nörgelnden Saiten in den beiden Letzteren flott und mit Vocals von Blank Realms Sarah Spencer sogar harmonisch-melodisch aufspielen, führt keineswegs zu mehr Optimismus, sondern zu Proklamationen wie „Everyone will leave you/ Nothing to love/ At least I know know/ Everything is doomed“ und „I’m sick of walking down this street/ I have nothing to give/ But they won’t even think about me/ Waking up your dead friends“. Mit ätzendem Bellen wendet sich Kennedy im Eröffnungsstück gegen steigende Mietpreise im gentrifizierten Teil seiner Heimatstadt, doch auch generell hat er “always had trouble dealing with humanity and have found it hard to get ahead in normal society“, wie er im Interview für eine Reportage über die noisig-verquere Brisbane-Szene erklärte. Und so endet er wie schon Kitchen’s Floors vorherige Alben auch dieses mit einem wenig ermunternden Blick auf sein zurückliegendes Lebensjahr (mittlerweile ist er bei „Twenty-Eight“), wobei er es meisterlich versteht, die Niedergeschlagenheit und den Abscheu vor sich und anderen in packender, abgründig schöner Gitarrenmusik zu bündeln.


