Oft entpuppen sich die Platten als die größten Überraschungen und Schätze, die einem völlig unbekannt sind, zu denen man nicht schon irgend einen Klang im Ohr hat – und sei es nur, weil man über die Genrezugehörigkeit der Band weiß. Mir war es anfangs auch nicht bewusst, dass es sich bei diesem Album um eine Kollaboration einer Band und eines Elektronikers handelt, namentlich der Indierocker Suuns mit dem in Kanada beheimateten Libanesen Radwan Ghazi Moumneh alias Jerusalem In My Heart. So waren die ersten Töne mächtig überraschend, ließen zuerst an The Emperor Machine und deren Retrofuturismus für das selige Label DC Recordings denken: Krautige Elektronik mit einer heftigen Infusion von Psychedelik, die ihre Kraft aus stoischer Repetition und minimaler Veränderung zieht – und dann grätschen beim zweiten Track „Metal“ auf einmal arabeske Klänge und beim dritten arabische Gesangssamples in die Parade, wirbeln die eingenommene Rezeptionshaltung erfolgreich mächtig durcheinander. Sowas habe ich in der Art noch nicht gehört und dass beide Parteien dabei auch noch völlig (ethno-)kitschfrei und unpeinlich agieren … wow, großartig! Später arbeitet das Album immer mehr in Richtung Fusion der beiden Kosmen, macht dabei einen ungeheuren Spaß und entpuppt sich in seiner Dauer als viel zu kurz. Da hilft nur der Repeat-Knopf, eine der Entdeckungen des laufenden Jahres!

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