Längst nicht so tanzbar, wie man es hätte erwarten können, fiel die Zusammenarbeit von R’n’B-Eigenbrötler Jesse Boykins III mit dem zuletzt sehr footworkaffinen Produzenten Machinedrum aus. „Love Apparatus“ ist luxuriöses Understatement, in permanenter Dämmerung und sanft beleuchteten Tunnelfahrten driftet Boykins‘ sanft gleitendes Falsett hanglos und voll urbaner Sehnsucht durch weichgebogene Synthvorhänge und ausgebleichten Boom-Bap. Die samten-futuristische Klangüberdichtung aus kunstvollen Biegungen, Dämpfungen und Schnitten wartet mit Detailfeinheiten auf – mal miaut es ganz leise unterm dicken Bassantrieb, mal bliept sich eine Melodie in den Vordergrund und zerfällt rechts und links in ihre Einzelnoten -, aber selten nimmt der Klangeffekt Überhand. Nur übernimmt sich „Love Apparatus“ mit 14 Stücken ein wenig, Boykins‘ Melodieführung zieht selbst den Discoschub von „Plain“ ins Lauwarme. Die anderswo willkommene Prachtlänge von über vier Minuten serviert so manchmal zuviel Kaviar mit Hummerschaum.

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