Todd TerjeIt's Album Time
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Label:
Olsen
VÖ:
04.04.2014
Referenzen:
Bryan Ferry, Giorgio Moroder, Meanderthals, Pet Shop Boys, Daft Punk, Lindstrøm, Chic, Chromeo
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Autor: |
| Philipp Kressmann |
Fast schon selbstinszenierend ist der Titel von Todd Terjes Debüt geraten, möchte man meinen, oder eben einfach ironisch beabsichtigt. „It´s album time“ wird dann auch im Intro skandiert – aber es stimmt schon: Eine gewisse Spannung kann man darüber nicht abstreiten, wie sich der Norweger auf LP-Format präsentieren wird. Zum Einen bekannt für Deep-House-Evergreens wie „Ragysh“, gab sich Terje ebenso auch immer den Funk- und Popgrößen gegenüber affin. Von Modern Talking bis hin zu Chic und den Bee Gees, wenig blieb von seinen Disco-Edits verschont. Daneben produzierte er auch bereits für Hot Chip und Co. und sogar Robbie Williams bediente sich für „Candy“ an seinem „Eurodans“.
„Remaster Of The Universe“ hieß eine 2011 erschienene Compilation seiner offiziellen Remixe und eigentlich bedient sich Terje nun auch in seinen Eigenkompositionen an vergangenen Stilepochen: „It´s Album Time“ trägt Rock/Pop-Züge neben den gewohnten Funkanleihen und straightem Electro, das alles aber auf einer äußerst verspielten, detailreichen Ebene, so dass eine gängige Dance-Trackstruktur genau genommen gar nicht bedient wird. Das polyrhythmische „Leisure Suit Preben“ mit seinen krautigen Synthieeinschüben (und ähnlich das mit Trommelwirbeln untersetzte „Oh Joy“) oder auch der tropische Flair in „Svensk Sås“, das zum Salsa einlädt, sind wie viele andere Stücke sehr natürlich instrumentiert. Im Booklet ist genauestens protokolliert, wann welches Exemplar aus Terjes Sammlung der elektronischen Tasteninstrumente eingesetzt wird. Mit dabei aber eben auch: Schlagzeug, Vibraphon, Akustik- und E-Gitarren, sowie sogar einige Harfen. Auch wenn Parallelen zum Sound seines Landsmannes Lindstrøm bestehen, erweist sich Terje hinsichtlich der Instrumentierung als deutlich vielseitiger.
Todd Terje inszeniert sich also als Weltmusik-DJ. Jazzige Anleihen, die für einen Augenblick Assoziationen zu Klassikern wie Quincy Jones erlauben, finden sich dann in „Alfonso Muskedunder“, in das sich aber ebenfalls ein paar 80er-stereotype Synthies verirrt haben, welche aus „Knight Rider“ stammen könnten. Nicht ausgeschlossen, dass Terje mit dieser Retrotendenz auch ein wenig kokettiert, tatsächlich klingt Terjes Disco-Synthie-Sound ein wenig nach Giorgio Moroder (was Terje in einem Interview auch keineswegs bestreitet), dem bekanntlich auch schon Daft Punk gehuldigt haben. Um die Referenzen in die Blütephase des Synthpops zu komplettieren: Bryan Ferry von der Glam-Band Roxy Music singt auf einem Cover von Robert Palmers „Johnny And Mary“, das von Terje stilistisch gekonnt auf balladesken Electropop reduziert wurde. Die norwegische Experimentalpop-Künstlerin Hanne Huckelberg, die hier für die Backing Vocals verpflichtet wurde, hört man aber leider nicht heraus.
Zudem befinden sich auf dem Album drei Nummern von der bereits 2012 erschienenen EP „It´s The Arps“. Gar keine falsche Entscheidung, denn von verspielten, aber straight tanzbaren Stücken wie „Inspector Norse“ hätte man sich ruhig etwas mehr gewünscht, hin und wieder geraten anderswo die Arrangements nämlich ein wenig aus dem Ruder. Dennoch: Mit seinem virtuosen Stilmix setzt sich Terje erfolgreich von seiner DJ-Kollegen-Konkurrenz ab, von der bestimmt nicht jeder zu so viel Musikwelten-Bummlerei bereit wäre. Verständlich, denn es ist eindeutig der schwerere Weg.


