Planningtorock und das Spiel mit den Geschlechtern. Musikalisch wie thematisch zwittrig dargeboten, weicht der Zweitling der Wahlberlinerin Jam Rostron Gender- und Genregrenzen auf. „Let’s Talk About Gender Baby“ formuliert das Motto dabei schmissig und tanzbar, bleibt aber, trotzdem es sich im Großen und Ganzen um einen Remix von The Knifes „Full Of Fire“ mit Text- und Metrumbezug auf Salt-n-Pepas Aufklärungshymne handelt, auf halber Strecke liegen. Doch während hier noch verhalten mit Groove und Verve zum Tanz gebeten wird, löst Rostron zu wenig musikalische Versprechen ein. Mit elektrisierenden Echokaskaden und Pizzicato-Beats wie im schwierigen „Misogyny Beats“ klingt „All Love’s Legal“ bisweilen wie eine Karikatur der ohnehin nicht immer ernstzunehmenden Architecture In Helsinki und bekommt so wenig direkten Zugriff, um dem wichtigen Thema mehr Halt zu geben. Eine Ausnahme bildet dabei das herausragende „Human Drama“, das ähnlich fesselt wie das artverwandete „Blind“ von Hercules & Love Affair, doch auf Albumlänge kann sich „All Love’s Legal“ nicht freimachen. Zu viel Zwang und zu wenig Lust lassen ein ordentliches Album mit einem Ausreißer nach oben zurück.

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