
Trotzdem soll nicht unter den Tisch fallen, dass es sich hierbei um ein Album mit durchaus soliden Songs handelt. „Primary Colours“ funktioniert mit größerem Hang zum Shoegaze, auch „Who Can Say“ weiß gekonnt mit Keyboard und verzerrter Gitarre umzugehen. Am meisten herausstechen dürften daneben noch die Siebenminüter „I Only Think Of You“ und „Sea Within A Sea“. Hier wird vieles richtig gemacht, beide dürfen sich auf ihrer zeitlichen Fläche gleichmäßig verteilen und entfalten, ohne zu schnell ins wiederholende Moment abzudriften. Gerade der Schlusspunkt „Sea Within A Sea“ bekommt zum Ende eine Hektik, die sehr untypisch klingt für den gesamten Sound und kurz vor Toreschluss doch noch die letzte Möglichkeit nutzt, um sich mit tragenden Keyboards zu verabschieden.
„Primary Colours“ schlägt sich insgesamt ganz tapfer, ist aber dennoch weit entfernt von den begehrten Plätzen im Oberhaus. Die Horrors verknüpfen schamlos den Sound von My Bloody Valentine und Joy Division, ohne dabei eine störende Nahtspur zu hinterlassen. Gerade in den Momenten, in denen nicht zu sehr zu den Vorbildern geschielt wird, hat die Platte ihre stärksten Momente. Ohne diese bliebe nicht viel mehr zu sagen als „I Remember Nothing“.
Label:XL /Beggars
Referenzen:Joy Division, My Bloody Valentine, Editors, Interpol, The Jesus & Mary Chain, Blonde Redhead
Spielzeit: 45:28
VÖ: 02.05.09