Big DealJune Gloom

Ein gelungener Songentwurf wird nicht schlechter, wenn er immer und immer wieder umgesetzt wird. Das kann auch durch den- oder dieselben Künstler geschehen, am Ende sind zwölf schöne Lieder immer besser als eines. Es gibt also keinen Grund, dem Duo Big Deal einen Vorwurf daraus zu machen, auf seinem zweiten Album nach dem reduzierten Debüt „Lights Out“ nun Bewährtes in voller Bandbesetzung aufzugreifen. Nach wie vor ist es höchst erfreulich, wenn die Stimmen von Kacey Underwood und Alice Costelloe ohne merkbare Anstrengung für sie und ihre Hörer harmonisieren. Schlichtheit kann eine Tugend sein, und ihr passgenaues Verfolgen derselben Gesangslinie ist in einem klanglich weiten Raum ohne dunkle Ecken gut aufgehoben. Die Songs auf „June Gloom“ sind manchmal dezente Balladen, meist aber catchy Rocksongs mit recht geringer Schöpfungshöhe, jedoch voller guter Einfälle, poppig und in ihrem verträumten Überschwang je nach Lebenslage direkt oder naiv. Der Sound ist dicht und nicht zu brachial, die Gitarren sind geschmackvoll verzerrt und die Rhythmusgruppe gibt mit Prägnanz eine klare Richtung vor. Ob direkt auf die Tanzfläche oder in die Referenzkiste mit der Aufschrift „1990er“, hängt einzig vom Hörer ab.

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