Musikecho: Change vs. Washed Out / Onra

Auf den ersten Blick haben der amerikanische Chillwave-Pionier Washed Out und der französische Beatbastler Onra nicht viel gemeinsam. Der eine produziert ein verrauschtes Amalgam aus Synthpop und Shoegaze, während sich der andere in dilla’scher Manier den rohen Beatskizzen verschrieben hat. Introvertierte Sommerträume auf der einen Seite – urbane Direktheit auf der anderen. Trotzdem konnten sich beide auf ein Sample der Band Change aus dem Jahre 1983 einigen.

Die luftigen Stakkato-Akkorde aus „Got To Get Up“ haben es den beiden scheinbar so angetan, dass sie das Ergebnis ihrer Sample-Eskapaden jeweils auf eines ihrer Alben packten. Washed Out dreht das Tempo dabei leicht in die Höhe und bemächtigt sich der knackigen Fingerschnipser des Originals. Der Gesang des Refrains wird ebenfalls beibehalten, nur der Basslauf wird mit Hilfe des Equalizers in den Vordergrund geschoben. Doch statt des wavigen Gesanges des Originals, bricht irgendwann der träumerisch-sehnsüchtige Gesang von Ernest Green hinein. Onra geht genau den umgedrehten Weg: Der Pitch-Regler wird hinunter gedreht, um Platz für den fetten Groove zu schaffen, den er geschickt unter die gesampleten Synthie-Akkorde schiebt. Zwei ziemlich unterschiedliche Ansätze, aber in beiden Fällen wurde ordentliche Arbeit abgeliefert.

Ein Kommentar zu “Musikecho: Change vs. Washed Out / Onra”

  1. […] herrliche Artwork voller Jugendfotos. Scheinbar ein erneutes Auftreten der benebelten Nostalgie von Washed Out & Co., die momentan große Teile der Musikwelt durchzieht und in der Sounds vergangener Tage […]

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum