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Musik für die Augen: Die besten Musikvideos (Januar – März | Plätze 12-07)

Musik für die Augen: Die besten Musikvideos (Januar - März | Plätze 12-07) Das alte Lamento kehrt mantra-artig immer wieder zurück: Musikfernsehen ist tot und damit oftmals die Chance, Musik in den Kontext eines Gesamtkunstwerkes einzufügen. Musikvideos als visuelle Unterfütterung von Tönen sind dennoch nicht ausgestorben. Viele Künstler aus dem Indiebereich bewahren das bewusste Zitieren, Verweisen und Verknüpfen, indem sie für meist wenig Geld sich fantasievolle Videos haben kreieren lassen. Sei es die gelungene 1:1-Umsetzung einer Atmosphäre oder das Neukonstruieren einer Geschichte – in unserer Top 12 des ersten Quartals treffen gelungene Ideen auf brillante Umsetzungen. Ganz ohne Björk und Radiohead.

PLATZ 12: JÓNSI – GO DO

Der Sigur-Rós-Frontmann macht einfach immer weiter. Als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt, so herausragende Songs zu schreiben und sie dazu in einer visuellen Verpackung zu präsentieren, die seit ca. 10 Jahren immer wieder nur Staunen hinterlässt. Auch hier kippt die Kinnlade wieder einmal herunter, inszeniert doch das Video-Team, das bereits auch für die hervorragende Band-Doku „Heima“ verantwortlich war, eine moderne Papageno-Version – mit rasanten Schnitten und  tollen Einstellungen. Auch wenn das dazugehörige Album „Go“ ein bisschen in die Routine verfällt: Wenn das der allgemein gültige Standard wäre – die Welt wäre eine bessere.

 

PLATZ 11:  INTRODUCINGS: JONNA LEE (?) | DIE ANTWOORD – ZEF SIDE

Im ersten Quartal dieses Jahres tauchten bei youtube immer wieder mysteriöse Videos auf. Eine virale Marketing-Kampagne, die Wellen bis zu Pitchfork und Co schlug: Wer steckt hinter den ästhetisch-ätherisch-mystischen Videos? Man munkelte zunächst: Christina Aguilera, die abgewandt vom amerikanischen R’n’B-Klang nun auf schwer verdauliche Experimente setzt (an dieser Stelle gibt es aber noch viel mehr krude Theorien). Inzwischen ist man sich ziemlich sicher, dass es die Skandinavierin Jonna Lee ist. Die visuelle Entsprechung zeugt durchaus von hohen Ambitionen, die die Sound-Umsetzung noch nicht recht einzulösen vermag. Angelehnt an die fantastischen Fever-Ray-Videos wird mit Eskapismus-Metaphern, Verkleidung und Umformung gespielt. Spätestens im nächsten Monat wissen wir, wem wir diese Kampagne zu verdanken haben.

Die Antwoord aus Südafrika sind da schon einen Schritt weiter. Auch wenn es natürlich jede Menge Fragen und keine Antworten gab: Ihre Vorstellungsrunde sorgte für viel Wirbel in der Blogwelt. Angeblich sind sie noch ohne Vertrag, aber mit ihrer herrlich bescheuerten Ninja-Mischung aus Dumpfbacken-Beats und Käse-Raps sorgten sie schon für den ein oder anderen Schmunzler. Man darf eben nicht alles allzu ernst nehmen. "Next Level Beats" und so…

PLATZ 10:  CARIBOU – ODESSA

Ohne das große Ganze macht es Caribou bei diesem Video nicht: Es geht ums Leben, um die Erinnerung, um Natur und wie all das zusammenhängt. Die nebulöse Schichtung lässt alles zu einem einzigen Videoklumpen verschmelzen, die Elemente „Feuer, Wasser, Luft und Erde“ tauchen schemenhaft immer wieder auf und lassen sowohl an die Vergänglichkeit als auch an die Macht der Naturgewalten zurückdenken.

PLATZ 09:  HOT CHIP – I FEEL BETTER

Nach Take That: Auch Boyzone sind zurück! In England sorgte diese Meldung durchaus für Wirbel, auch wenn die kreischenden Schreie etwas distinguierter und schwachbrüstiger ausfielen als in den 90er-Jahren. Die tollen Elektropopper Hot Chip und deren Videoproduktionsteam rund um Serafinowizc nahmen dies zum Anlass, um ein sarkastisches Boyband-Video zu drehen: Gelingt es mit außerirdischer Macht die Castingtruppen zu besiegen?

PLATZ 08:  DIANE BIRCH – VALENTINO

So lassen wir uns Mainstream-Videos gefallen! Hier wurde eine einzige Idee auf eine amüsante Art und Weise umgesetzt. Kurzweilig und sehr unterhaltsam kommt auch das Making Of daher, das hinter die Kulissen dieser Choreographie blickt, aber auch ein wenig den Zauber der ersten Eindrücke verschwinden lässt.

PLATZ 07:  UNDER BYEN – ALT ER TABT

“Hausfrau breakdown”, schrieb jemand als Kommentar unter dieses Video und trifft den Nagel auf den bekannten Kopf. Aus dem Dinner For One wird eine Zerstörungsorgie, deren Ausmaß der Zuschauer anfangs noch gar nicht erkennen vermag. Wut als Ventil wird hier nicht als doppelbödig inszeniert, sondern in einem Kammerspiel der simplen Art aufgegriffen: Die Frage nach dem Warum steht hier gänzlich zurück.

Morgen folgt der 2. Teil mit den Plätzen 06 bis 01!


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Ein Kommentar zu “Musik für die Augen: Die besten Musikvideos (Januar – März | Plätze 12-07)”

  1. [...] geschafft haben… Die Auswahl war enorm, das Runterkürzen fällt schwer. Aber es muss sein! Gestern gab es die Plätze 12 bis 07, heute resümieren wir die besten Videos des ersten Quartals [...]

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