Unterwegs


Rückspiegel: Sunset Rubdown in Wetzlar im Franzis (21.04.2009) – Update!

03

Wie so oft lohnt sich auch heute ein Besuch bei dem sehr geschätzten Kollegen Uli von “Auf ein neues…”! Zielsicher hat er in den unendlichen Weiten von Youtube wieder einmal an der richtigen Stelle geklickt und uns etwas Feines rausgepickt. Für alle, die wissen wollen, zu was für einer fantastischen Liveband Sunset Rubdown in diesen Tagen herangewachsen sind, mögen doch einfach fix hier klicken und sich an energiegeladenem Bild und Ton erfreuen! (07.08.09)


Es hatte durchaus was Familiäres: Kaum zwei Schritte nach dem Betreten des “Clubs” wird einem nett lächelnd entgegengetreten, ja, die Veranstalter erkundigen sich sogar ernsthaft interessiert nach der Anreise; die offene und herzliche Art der Mitarbeiter des Franzis erzeugt sofort ein Gefühl vertrauter Umgebung. Es ist Dienstag, die zweite Monatshälfte im April hat vor wenigen Tagen begonnen, Wetzlar steht auf dem Programm. Ein idyllisches Plätzchen, ziemlich verträumt und an diesem Tag selbst in den späteren Abendstunden von vorsommerlichen Temperaturen heimgesucht. Pünktlich am Ziel eingetroffen, bleibt – lediglich mit fluffigem T-Shirt vor dem Eingang sitzend – noch die Zeit, sich in aller Gemütsruhe auf die bevorstehenden Stunden einzustellen. Sanftes, gleichmäßiges Vogelgezwitscher als Intro für Sunset Rubdown und deren nervenaufreibendes Gefühlschaos. Wie passend.

02Ohne großes “Tamtam” betritt die Band beinahe zurückhaltend leise die Bühne. Erst als die Stimme von Chad vanGaalen abrupt verstummt und der CD-Player pausiert, realisieren die Zuschauer die Situation und postieren sich frohen Mutes vor den Musikern. Es kann losgehen. Direkt zu Beginn erklingt der erfreulich gut geglückte Vorab-Song “Idiot Heart” vom kommenden Longplayer “Dragonslayer”, gefolgt von dem ebenfalls neuen Stück “Black Swan”. In aller Ruhe hält Spencer Krug dann sein Glas in die Runde, stößt mit dem Publikum an; das lockert auf, erzeugt das wohl bekannte “Wir-Gefühl”. Fast schon entschuldigend richtet er sich kurze Zeit später an die Besucher: “We´ve got a new record, coming out in June. We´re playing a lot of songs from it already. But we´re gonna play some old songs as well. [...] And we hope, it´s ok for you.” Gesagt, getan: Nachdem mit “Snake´s Got A Leg Pt. III” Fans erster Stunden beglückt werden, folgt mit “Silver Moons (Trumpet Trumpet Toot Toot)” direkt der nächste große Unbekannte. Kein Grund zur Sorge – die Zuschauer zeigen sich mehr als einverstanden. Der “Fünfer” dankt es ihnen und agiert durchweg höchstkonzentriert, hin und wieder glaubt man gar ein kurzes, zufriedenes Lächeln über Krugs Gesicht huschen zu sehen.

04Wenige Momente später wird der Blick aber wieder ernst. Während hinter ihm an den Drums noch einige Feinjustierungen vorgenommen werden, schaut er kurz, aber durchaus bestimmend zurück: “You´re ok? Ready?” Es soll eben alles nach Plan laufen und Störgeräusche oder etwaige Fehlerquellen im Keim erstickt werden. Grund zur Sorge gibt es aber eh zu keiner Zeit. Die Mischpult-Regler schieben die Vocals im Verlauf des Konzerts noch ein wenig in den Vordergrund, auch ansonsten kommt der Sound sehr präzise daher. Camilla Wynne am Keyboard unterstützt Spencer routiniert mit ihren Vocals, der anfangs noch für die Drums zuständige Jordan Robson-Cramer übernimmt hin und wieder das Kommando an der Lead-Gitarre, Michael Doerksen spielt gekonnt den Bass und auch Mark Nicoldas, das neu hinzu gekommene fünfte Mitglied, fügt sich prächtig ein und ergänzt das Quartett um zusätzliche Percussions, die für noch mehr Wucht sorgen – alles also bestens austariert, die Band verkörpert eine eingespielte Einheit par excellence.

01Im zweiten Teil des insgesamt gut 90 Minuten andauernden Sets rücken dann auch die von den Zuschauern herbeigesehnten Stücke aus dem 2007 erschienenen, famosen Halunken “Random Spirit Lover” in den Mittelpunkt – das unnachahmliche “The Mending Of The Gown”, das prächtige “Winged/Wicked Things”, alles inzwischen bandinterne Klassiker. Und auch wenn der Perfektionist Krug natürlich, wie er nicht nur im Anschluss an das Konzert verrät, mit den Aufnahmen und der Produktion des letzten Werks nicht ganz zufrieden zu sein scheint, muss auch er schlussendlich eingestehen, dass es nicht vielen Musikern vergönnt ist, beim zweiten Zugabe-Erscheinen mit “The Taming Of The Hands That Came Back To Life” noch solch ein Ass von selbigem Album aus dem Ärmel schütteln zu können. Leicht verdattert und restlos begeistert geht´s erst einmal zum Plaudern an die Theke, das Gesehene will schließlich gebührend verarbeitet werden. Irgendwann stößt Spencer sicher dazu. (11.05.2009)

Ganz lieben Dank an dieser Stelle an Michaela Ripl für das Bereitstellen der Fotos!!


Verwandte Artikel

<b>Review:</b> Sunset Rubdown - Dragonslayer
Review: Sunset Rubdown – Dragonslayer
Sparen wir uns mal die mühsame Einleitung und kommen gleich zur Sache, „Idiot Heart“, was für ein genialisch getriebenes Biest von einem Song: „Stay Away [...]
Last Minute: Kurztrip nach Wetzlar
Für ganze zwei Konzerte kommen Sunset Rubdown diese Woche in die heimischen Gefilde. Nur allzu logisch, dass dabei die Metropolen Schorndorf und Wetzlar alle Argumente [...]
Rückspiegel: Morrissey in Köln im Palladium (11.06.2009)
Die beste Nachricht kam schon eine Woche davor: Morrissey ist wieder gesund und kann seine Tour in Luxemburg fortsetzen, nachdem er zuvor einige Auftritte in Frankreich [...]

2 Kommentare zu “Rückspiegel: Sunset Rubdown in Wetzlar im Franzis (21.04.2009) – Update!”

  1. [...] [2009; JagJaguwar | Cargo] Rezension, Homepage, Konzertbericht [...]

Einen Kommentar hinterlassen

Kritiken
Kettcar - Zwischen Den Runden

Kettcar - Zwischen Den Runden

Referenzen: Element Of Crime, Tomte, Jupiter Jones, Jochen Distelmeyer, Heinz Rudolf Kunze
Speech Debelle - Freedom Of Speech

Speech Debelle - Freedom Of Speech

Referenzen: Ms Dynamite, DELS, Roots Manuva, Micachu, Brand New Heavies
The Sound Of Arrows / Chairlift - Voyage / Something

The Sound Of Arrows / Chairlift - Voyage / Something

Referenzen: Pet Shop Boys, Vangelis, Goldfrapp / Nite Jewel, A-ha, Class Actress
Sharon Van Etten - Tramp

Sharon Van Etten - Tramp

Referenzen: Daughter, Wye Oak, Alela Diane, Beirut, Anna Ternheim
Lindstrøm - Six Cups Of Rebel

Lindstrøm - Six Cups Of Rebel

Referenzen: Mungolian Jetset, Todd Rundgren, Vangelis, Yello, Battles, Queen
Patten - GLAQJO XAACSSO

Patten - GLAQJO XAACSSO

Referenzen: Autechre, Aphex Twin, Flying Lotus, Boards Of Canada, Caribou
First Aid Kit - The Lion's Roar

First Aid Kit - The Lion's Roar

Referenzen: Emmylou Harris, Townes Van Zandt, Fleet Foxes, Conor Oberst, Gram Parsons
Lana Del Rey - Born To Die

Lana Del Rey - Born To Die

Referenzen: Nancy Sinatra, Madonna, Lady Gaga, Bat For Lashes, Lykke Li, Marina &amp; The Diamonds
John K. Samson - Provincial

John K. Samson - Provincial

Referenzen: Craig Finn, The Weakerthans, Rocky Votolato, Frank Turner, Maritime
Craig Finn - Clear Heart Full Eyes

Craig Finn - Clear Heart Full Eyes

Referenzen: Drive-By Truckers, Bruce Springsteen, The Bottle Rockets, Lambchop, Jason Molina
John Talabot - Fin

John Talabot - Fin

Referenzen: Pional, Delorean, Beautiful Swimmers, Teengirl Fantasy, Ada
Leonard Cohen - Old Ideas

Leonard Cohen - Old Ideas

Referenzen: Bob Dylan, Tom Waits, Scott Walker, Lou Reed, Jeff Buckley
Matt Elliott - The Broken Man

Matt Elliott - The Broken Man

Referenzen: The Third Eye Foundation, DM Stith, Scott Walker, Boduf Songs, Lilium
Gonjasufi - MU.ZZ.LE

Gonjasufi - MU.ZZ.LE

Referenzen: Tricky, Portishead, Flying Lotus, The Gaslamp Killer, DJ Shadow
Die Türen - ABCDEFGHIJKLMNOPQRST UVWXYZ

Die Türen - ABCDEFGHIJKLMNOPQRST UVWXYZ

Referenzen: Die Goldenen Zitronen, Deichkind, Ja, Panik, Mediengruppe Telekommander
Big Deal - Light Out

Big Deal - Light Out

Referenzen: The xx, The Delgados, Mazzy Star, First Aid Kit, High Places
The Big Pink - Future This

The Big Pink - Future This

Referenzen: Primal Scream, U2, Dashboard Confessional, Kasabian, TV On The Radio
The Weeknd - Echoes Of Silence

The Weeknd - Echoes Of Silence

Referenzen: Drake, Terius Nash, How To Dress Well, Miguel, Frank Ocean
Alcest - Les Voyages De L'Âme

Alcest - Les Voyages De L'Âme

Referenzen: Les Discrets, Agalloch, Amesoeurs, Cocteau Twins, Liturgy
Trailer Trash Tracys - Ester

Trailer Trash Tracys - Ester

Referenzen: The Raveonettes, The xx, Cocteau Twins, Angelo Badalamenti, Beach House
Nada Surf - The Stars Are Indifferent To Astronomy

Nada Surf - The Stars Are Indifferent To Astronomy

Referenzen: Maritime, Death Cab For Cutie, The Long Winters, Rogue Wave, R.E.M.
David Lynch - Crazy Clown Time

David Lynch - Crazy Clown Time

Referenzen: Fever Ray, Angelo Badalamenti, Lou Reed, Karen O, Jad Fair
Kate Bush - 50 Words For Snow

Kate Bush - 50 Words For Snow

Referenzen: Talk Talk, Joni Mitchell, David Sylvian, Joanna Newsom, Laurie Anderson
Youth Lagoon - The Year Of Hibernation

Youth Lagoon - The Year Of Hibernation

Referenzen: Beach House, Mazzy Star, Galaxie 500, Wye Oak, Lower Dens
PeterLicht - Das Ende Der Beschwerde

PeterLicht - Das Ende Der Beschwerde

Referenzen: Blumfeld, Die Sterne, Ja, Panik, Jens Friebe, Foyer Des Arts
Los Campesinos! - Hello Sadness

Los Campesinos! - Hello Sadness

Referenzen: A Silver Mt. Zion, Xiu Xiu, Drake, The Beautiful South, Blink-182
Jahrescharts