Das Schaffen von King Gizzard & The Lizard Wizard verfolgen wir auf diesen Seiten ja nun schon eine geraume Weile, genau genommen seit „Eyes Like The Sky“. Etwas derart weit draußen stehendes wird die Band mit ihrer eingespielten Routine, in der sie für dieses Jahr fünf neue Werke anpeilt, wohl nie wieder schaffen, ihr neuntes Album ist aber durchaus ihr ungewöhnlichstes seit jenem Zweitling. Wo sie für „Paper Mâché Dream Balloon“ die Verstärker beiseite stellte, hat sie diesmal einen Großteil ihres Instrumentariums ausgetauscht und steuert mit mikrotonal erweiterten Griffbrettern in Richtung türkischen oder nordafrikanischen Psych-Rocks. Vielleicht ist es der Unvertrautheit mit diesen komplexeren Harmonien erwachsen, dass sich die Melbourner vor allem zu Beginn angenehm viel Zeit für Songwriting oder atmosphärische Vertiefung nehmen, ohne Zwang zum frenetischen Sprint bekommen auch die Blasinstrumente in „Doom City“ oder „Billabong Valley“ genügend Wirk- und Atemraum. Wer bisher ausschließlich mit Musik in Dur-Moll-Tonalität vertraut ist, wird „Flying Microtonal Banana“ einen exotischen Appeal abgewinnen können, größtenteils integrieren King Gizzard & The Lizard Wizard die neuen Noten aber nahtlos und risikoarm in gewohnt eingängige Songformate, die auch auf anderen Alben vorstellbar wären. Abgesehen davon natürlich, dass die Stücke mit oder ohne Crossfade ineinander übergehen und derart pausenlos gewissermaßen den unermüdlichen Spiel- und Schaffensdrang der Band widerspiegeln.

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum